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Portraits

(K)eine offene Rechnung mit Olympia

Sotschi, Olympiade 2014 – aus der Traum vom Treppchenplatz. Nach einem Patzer im 2. Lauf fällt das Österreichische Rodel-Duo vom 3. auf den 19. Rang zurück. 4 Jahre später, stellen sich Georg Fischler und Peter Penz wieder der Herausforderung, diesmal bei den Olympischen Spielen in Pyeonchang und beweisen, dass sich harte Arbeit und Entschlossenheit auszahlen. Wir gratulieren zu Silber im Doppelsitzer und Bronze im Teambewerb.

26. März 2018, Text: Ursula Czerny, Foto: Georg Fischler, Birgit Schultz

Georg, herzliche Gratulation zu den beiden olympischen Medaillen! Nach der Enttäuschung vor vier Jahren in Sotschi, wie groß war die Freude, als ihr heuer gleich 2 Olympische Medaillen mit nach Hause nehmen konntet?
Wir haben aus dem, was vor vier Jahren passiert ist, extrem viel gelernt. Nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Das hat uns in unserer Entwicklung sehr dabei geholfen dorthin zu gelangen wo wir heute sind.  Besonders viel Kraft gibt einem immer auch die Familie. Ich bin glücklich verheiratet und habe zwei tolle Kinder, die mich unterstützen und mich anspornen, das Beste zu geben.

Abgesehen von Olympia - an welche sportlichen Highlights deiner bisherigen Karriere denkst du sonst noch gerne zurück?
Neben der ganz frischen Silbermedaille und natürlich der Bronzemedaille in der Team-Staffel bei den Spielen 2018 gibt es noch einen persönlichen Erfolg der mir sehr viel bedeutet: Der 2 Platz 2007 bei der Heim WM in Igls. Das war ein sehr emotionaler Moment, denn nur zwei Monate vor dem Bewerb wurde bei mir eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) diagnostiziert. Da fängst du schon an umzudenken was wichtiger ist, die Gesundheit, oder der sportliche Erfolg. Gottseidank musste ich mich nicht entscheiden, denn ich war in besten Händen und wurde mit viel Unterstützung und Disziplin noch rechtzeitig fit – grünes Licht von meinem Arzt bekam ich aber gerade mal 6 Tage vor dem Rennen. Das war also eine Punktlandung ;-)

Kannst du uns eine Übersicht darüber geben, wie die Aufgabenverteilung beim Rodel-Doppelsitzer aussieht?
Grundsätzlich gibt es im Team immer einen größeren und einen kleineren, der in unserem Fall ich bin :-) Der kleinere (der sogenannte Untermann) liegt hinten bzw. unten im Schlitten. Das hat zwei wesentliche Vorteile:
1. Aerodynamik: der Schlitten ist so gebaut das größere der beiden (der sogenannte Obermann) den Untermann fast komplett verdeckt. Das kann man sich dann wie eine Tropfenform vorstellen.
2. Der Start ist in unserer Sportart enorm wichtig. Der Obermann hat auf Grund seiner Größe auch längere Arme, daher hat er am Start eine bessere Hebelwirkung.

In der Bahn besteht die Aufgabe des Obermannes darin, durch Andrücken der Beine an den Schlitten die Richtung vorzugeben. Durch leichtes Anheben des Kopfes kann der Obermann sich die Fahrtrichtung ansehen – was aber natürlich negative Auswirkungen auf die Aerodynamik hat.

Ich als Untermann habe direkten Kontakt mit der Wanne das ist der Teil des Schlittens in dem ich liege. Ich sehe gar nichts, brauche also vollstes Vertrauen zu meinem Partner und muss die Bahnen in- und auswendig kennen. Mein Part ist die Feinabstimmung der Lenkbewegungen. Durch Drücken der jeweiligen Schulter windet (lenkt) sich der Schlitten. Außerdem habe ich auch mit meinen Füßen Kontakt zu den Füßen des Obermannes und kann ihn dort beim Lenken unterstützen.

Vielen Dank für die Einführung in diese spannende Sportart! Welche Eigenschaften muss man eigentlich mitbringen, um erfolgreich zu sein?
Auf jeden Fall Schnellkraft für den Start. In der Bahn selbst braucht man eine gute Rumpfkraft, man sollte stabil sein aber trotzdem locker und geschmeidig. Nicht zu vergessen die Nackenmuskulatur, der Kopf „hängt“ frei und je nach Bahn muss man mitunter einer Belastung von 5G standhalten.

Das heißt natürlich, dass du auch außerhalb des Wettbewerbe immer topfit sein musst - wie oft trainierst du, um dein Level halten zu können?
Ich bin seit 12 Jahren beim Heeres Leistungszentrum in Innsbruck. Wir haben 2 Einheiten am Tag- 10 Einheiten pro Woche.

Wie erging es euch mit der Zeitumstellung in Südkorea und hast du ein bisschen was von Land und Leuten gesehen, oder hat man dafür gar keine Zeit?
Wir sind ja eine Woche vor unserem ersten Rennen nach Südkorea gereist und hatten dann drei Tage um uns zu akklimatisieren. Danach hatten wir noch 4 Trainingstage bis zum Rennen. Man ist natürlich voll im Fokus und hat außer Training und Rodelpflege keine Zeit. Wir haben uns aber nach dem Rennen noch ein paar Tage gegönnt um uns noch die Wettkämpfe anderer Disziplinen anzusehen und natürlich, um ein bisschen zu feiern. :-)

Wie ging es euch bei den Wettkämpfen, wie groß war die Nervosität und konntet ihr die letzte Olympiade vor 4 Jahren ausblenden, wo ihr vom 3. Platz nach dem 1. Lauf auf den
19. Platz abgerutscht seid? Oder war das eher ein Ansporn?
Wir hatten uns damals mit dem Ausrutscher sehr auseinander gesetzt. Haben uns mit Mental- und Sportpsychologen die letzten 4 Jahre auf diesen Tag vorbereitet. Wir sind sehr fokussiert aber entspannt zum Rennen gegangen. Wir waren gut drauf und haben uns in der Saison dank der guten Rennen sehr viel Selbstvertrauen erarbeitet.

Beim Teambewerb lief es dann ja auch hervorragend. Wie habt ihr euch darauf vorbereitet? Wie lief es bei der Team-Staffel? Wie war die Stimmung im Vorfeld? Trainiert man das eigentlich, im Vorfeld, oder fährt jeder sein Rennen für sich und am Schluss werden die Zeiten quasi nur mehr addiert?
Den Staffel-Bewerb gibt es ja auch im Welt Cup d.h. wir trainieren das natürlich. Da David Gleirscher Gold im Einsitzer holte und wir bereits die Silbermedaille hatten, wussten wir, dass wir eigentlich nichts zu verlieren hatten. Wir wollten eines draufsetzen und konnten alle unsere Leistungen Abrufen, wodurch sich noch eine Bronze-Medaille ausging.

Wie war der Empfang in eurer Heimat nach den beiden Medaillen bei Olympia?
Die Freude in der Heimat war riesengroß. Alle freuten sich und waren erleichtert, dass wir es nach 4 Jahren im zweiten Anlauf geschafft haben.

Wie groß war das Medieninteresse mach eurer Rückkehr, hattet ihr viele Interviews und Termine?
Wir merkten schnell, welchen Stellenwert Olympia im Vergleich zu einer WM hat. Nach unserer Rückkehr wäre es definitiv einfacher gewesen sich zu klonen ;-)

Was sind eure nächsten Ziele? Werdet ihr in 4 Jahren in Peking wieder an den Start gehen?
In 4 Jahren werden wir mit Sicherheit nicht mehr als aktive Sportler dabei sein. Wir haben bisher immer von einer Saison zur nächsten geschaut bzw. von Rennen zu Rennen. Deshalb gibt es jetzt mal ein paar Sachen die zu klären sind und dann schauen wir was die nächste Saison bringt.

Vielen Dank für das Interview Georg. Wir wünschen dir für deine private und berufliche Zukunft alles Gute!

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Georg Fischler

Der Tiroler Sportsoldat ist seit Jahren zufriedener Helvetia Kunde. Seine Versicherungsberaterin Monika Kopf von den EFM Versicherungsmaklern hat den Kontakt zu Helvetia geknüpft, wir freuen uns, dass wir Georg Fischler in den letzten Jahren bei der Erfüllung seiner sportlichen Ziele unterstützen konnten. 

  • Sportsoldat
  • Geboren am 03.07.1985
  • in Thaur, Tirol
  • Hobbies: Mountainbiken, Skifahren
  • Seit der Saison 2001/2002 im Rodel Doppelsitzer mit Peter Penz 

Aktuelle Erfolge bei der Olympiade 2018 Pyeongchang

  • Silbermedaille im Doppelsitzer 
  • Bronze-Medaille im Teambewerb gemeinsam mit Madeleine Egle und David Gleirscher

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