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Portraits

Von der Faszination zum Beruf

Das Skisprungfieber packte den heute 26-jĂ€hrigen schon als Kind. Sein Großvater baute daher fĂŒr ihn Skisprungschanzen auf einer nahe gelegenen Wiese. Seit er mit 13 Jahren auch noch das Langlaufen kennen lernte, fasziniert ihn die nordische Kombination. Seit dieser Saison verstĂ€rkt Philipp Orter das Helvetia Skiteam. In einem Interview verrĂ€t der sympathische KĂ€rntner mehr ĂŒber sich und seine Ziele.

23. September 2020, Text: Philipp Orter & Ursula Czerny; Foto: Helvetia

Thomas Neusiedler, seit 2012 Vorstand fĂŒr das Ressort Schaden-Unfall und seit JĂ€nner 2020 CEO von Helvetia Österreich.
Philipp Orter ist seit dieser Saison neu im Helvetia Skiteam. Der sympathische KĂ€rntner stellt sich unseren Fragen in einem interessanten Interview.

Herzlich willkommen in der Helvetia-Familie lieber Philipp! Vielen Dank, dass du uns fĂŒr ein Interview zur VerfĂŒgung stehst und wir dich so besser kennenlernen können.

Die Nordische Kombination ist ja eine sehr anspruchsvolle Sportart, da man in zwei doch recht unterschiedlichen Disziplinen talentiert und gut trainiert sein muss. Woher kommt deine Leidenschaft fĂŒr diesen Sport?

Zur Nordischen Kombination hat mich mein Großvater gebracht. Ich habe den Großteil meiner Kindheit bei meinen Großeltern verbracht und auf ihrem Hof am Berg mit abschĂŒssigem GelĂ€nde waren die Bedingungen optimal fĂŒr kleine Schanzen, die mein Großvater fĂŒr mich gebaut hat. Mit 10 Jahren bin ich dann beim Vereinstraining gelandet. Mit 13 Jahren wurde uns das Langlaufen nĂ€hergebracht und seitdem besteht meine Leidenschaft zur Nordischen Kombination. Sportliche Alternativen waren fĂŒr mich seitdem nicht mehr relevant.

Welche Eigenschaften und FĂ€higkeiten muss man mitbringen um ein erfolgreicher Nordischer Kombinierer zu sein?

Auf alle FĂ€lle Mut und Ehrgeiz. Ein bisschen verrĂŒckt muss man sicher auch sein wenns ums Skispringen geht. Aber ganz wichtig ist eine kindliche Begeisterung fĂŒr den Sport, ich denke, dann kommt man bestimmt weit.

Du studierst nebenbei ja auch noch BWL – wie gut lĂ€sst sich das mit deinem Training und den WettkĂ€mpfen vereinbaren?

Mir war es immer wichtig, mich nebenbei weiterzubilden. Im Studium lĂ€uft es bei mir mal besser und mal schlechter. Es gibt Phasen, in denen ich mehr fĂŒrs Studium mache und Phasen, wo ich zu nichts Anderem als Sport komme. Insgesamt lĂ€sst es sich aber gut kombinieren und ist mit ein wenig Zeitmanagement gut machbar - auch wenn es ein paar Semester lĂ€nger dauert.

Wieder zurĂŒck zur Nordischen Kombination, wie verlief deine Sportkarriere bisher?

Meinen ersten grĂ¶ĂŸeren Erfolg konnte ich 2007 mit dem Österreichischen Meistertitel in der SchĂŒlerklasse verbuchen. Von da an habe ich mich stetig weiterentwickelt. Ich wurde 2012 erstmals Juniorenweltmeister im Team, 2014 gewann ich alle Rennen bei der Junioren WM in Val di Fiemme/Italien (2x Einzel, 1x Team), 2015 auch die allgemeine Klasse bei der Österreichischen Meisterschaft und erzielte daraufhin auch erste Top Platzierungen im Weltcup. 2017 verbuchte ich meine grĂ¶ĂŸten Erfolge mit der Bronze Medaille im Team und dem 8. Platz im Einzelwettkampf bei den Weltmeisterschaften in Lahti/Finnland und kam 11x unter die Top 10 im Weltcup.

Danach hatte ich zwei schwierige Saisonen, da ich mit dem Pfeifferschen‘ DrĂŒsenfieber und einer Borreliose zu kĂ€mpfen hatte. Aber in der letzten Saison konnte ich wieder an alte Erfolge anknĂŒpfen und fĂŒhle mich in diesem Jahr besser als je zuvor. Ich kann es kaum erwarten, dass die Saison endlich losgeht.

Wie sieht denn eigentlich der Trainings-Alltag eines Nordischen Kombinierers aus?

Voll ausgelastet ;-) Nein, aber es gibt schon viele Dinge unterzubringen. Schließlich trainieren wir ja fĂŒr 2 Sportarten. Meistens findet am Vormittag eine Sprungeinheit oder Krafteinheit statt, danach geht es kurz in die Mittagspause zur Regeneration und danach ab auf die Loipe zum Langlaufen oder auf ein alternatives TrainingsgerĂ€t wie das Rad etc. Teilweise wird auch 3x am Tag trainiert und so ist fĂŒr mich meist erst um 20 Uhr Feierabend.

Ich trainiere fast jeden Tag. Der Sonntag ist zwar meist mein „lockerer Tag“, eine Stunde Laufen und SpaßaktivitĂ€ten wie Tennis etc. finden aber trotzdem statt.

Wie hat sich die Corona-Pandemie auf die nordische Kombination, den Trainingsalltag und dich ganz persönlich ausgewirkt? Weiß man schon, ob die nĂ€chsten Bewerbe ohne Zuschauer stattfinden werden?

Unser letzter Wettkampf - am 15.03.2020 - konnte nicht mehr stattfinden. Dann kam der Lockdown. Gott sei Dank ist Training noch möglich gewesen, dennoch ist es mit den Sicherheitsmaßnahmen noch gewöhnungsbedĂŒrftig. Wir haben genaue Vorgaben wie Trainings abzulaufen haben und werden auch stĂ€ndig getestet. Den Trainingsalltag behindert das zum GlĂŒck jedoch nicht wir können ganz normal trainieren.

Die internationalen SommerwettkÀmpfe mussten abgesagt werden. Laut derzeitigem Wissensstand findet im Winter noch alles nach Plan statt. Ob mit Zuseher oder ohne ist jedoch noch ungewiss.

FĂŒr mich persönlich war die Corona-Zeit eine Umstellung. Plötzlich ist man nur noch zuhause. Dennoch konnte ich aus dieser Krise etwas Positives mitnehmen. Ich hatte mehr Zeit fĂŒr meine Familie und meinen Sohn Moritz. Diese Zeit haben wir qualitativ genutzt.

Was sind deine sportlichen Ziele fĂŒr die kommende Saison und was erwartest du dir von der Nordischen Ski WM 2021 in Oberstdorf?

Mein Ziel ist es, Àhnlich gut in die Saison zu starten wie im letzten Jahr und meine bisherigen Leistungen zu toppen.

Auf die WM in Oberstdorf freue ich mich schon sehr. Ich möchte wie schon 2017 voll im Geschehen dabei sein, mit dem Ziel, meine persönliche Bestleistung zu bringen.

Was sind deine Ziele in den nÀchsten 3-5 Jahren?

Ich freue mich auf die bevorstehenden Großevents - 3x WM und 1x Olympia - in der Nordischen Kombination. Nebenbei möchte ich in naher Zukunft, voraussichtlich 2021, noch mein Studium abschließen.

Jetzt wollen wir natĂŒrlich auch etwas Privates ĂŒber Philipp Orter wissen, was gibt es da zu erzĂ€hlen?

Ich bin verheiratet mit meiner wunderbaren Frau Lydia und Vater von Moritz, meinem 9 Monate alten Sohn.

Wie sehen Urlaube bei Profisportlern aus, habt ihr auch mal Zeit zu entspannen?

Wir haben im Jahr nur 2 Wochen, die wir fĂŒr Urlaube nutzen können. Ich habe im Sommer also fast ausschließlich trainiert. Ein paar Tage mit der Familie beim Wandern waren aber dabei, sowie ein Kurzurlaub in der Steiermark. Aber meine Frau ist sehr verstĂ€ndnisvoll und unterstĂŒtzt mich dabei, wenn ich im Urlaub trainiere.

Was wir uns bei Skispringern immer fragen: habt ihr Höhenangst?

Das werde ich tatsĂ€chlich oft gefragt und: Ja! Ab und zu in gewissen Situationen habe ich Höhenangst. Allerdings nie beim Skispringen oder beim Klettern. Eher auf hohen GebĂ€uden oder beim Bungee Jumping - da habe ich schon ein mulmiges GefĂŒhl.

Gibt es einen Wunsch oder einen Traum, den du dir in der nĂ€chsten Zeit erfĂŒllen möchtest?

WĂŒnsche und Ideen habe ich viele. Ich möchte unbedingt einmal nach Japan reisen - seit ich 12 Jahre alt bin trĂ€ume ich schon davon. Ein eigener Hund wird sicher auch einmal ein Thema werden. Außerdem wĂŒrde ich gerne Orte und LĂ€nder bereisen, die ich als Sportler noch nicht gesehen habe.

Du bist jetzt Teil des Helvetia Skiteams, was sagst du zu deinem neuen Sponsor? Warst du schon beim Hauptsitz der Helvetia in St. Gallen?

Ich bin stolz, ein Teil des Helvetia Skiteams zu sein und ich freue mich auf die gemeinsame Zukunft. Mit Helvetia habe ich einen starken Partner an meiner Seite, der Werte transportiert, die in meiner Sportart essentiell sind und mich als Person immer begleiten: Dynamik, Begeisterung und Vertrauen.

Aufgrund der Corona-Pandemie/Leider war es mir noch nicht möglich, nach St. Gallen oder Wien zu reisen. Ich freue mich aber schon sehr darauf, das nachzuholen. In Wien hoffe ich auf jeden Fall darauf, von euch eine FĂŒhrung durch eure berĂŒhmte Ankeruhr zu bekommen!

 

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≫Schon als ich noch ein kleines Kind war, baute mein Großvater auf der naheliegenden Wiese Schanzen fĂŒr mich auf, die ich begeistert heruntersprang.â‰Ș
Philipp Orter, Nordischer Kombinierer
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Steckbrief:

  • Nordischer Kombinierer
  • Geboren am 16.02.1994 in Rottenmann, aufgewachsen mit einem jĂŒngeren Bruder in KĂ€rnten
  • Hat einige Hobbies ausprobiert wie zum Beispiel Modellbau (Flugzeug) und Golf. Aufgrund seiner IT-Techniker Ausbildung interessiert sich Philipp sehr fĂŒr elektronische Dinge. Sein grĂ¶ĂŸtes Hobby ist jedoch seit gut 2 Âœ Jahren die Musik und das Gitarre spielen.

Sportliche Erfolge

  • Weltcup: 12 x Top 10, 1 x 6. Platz und 3 x Podium im Team
  • Weltmeisterschaft: 2017 Bronze im Team, 8. Platz im Einzel
  • Junioren-WM: 2014 2 x Gold im Einzel und 1 x Gold im Team, 1 x Silber 2013 im Team, 1 x Gold 2012 im Team

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