Helvetia verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Wenn Sie auf der Seite weitersurfen, stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu.

  • Mich interessieren
    ?
    Bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung
    Bitte nehmen Sie mit uns Kontakt auf Zum Kontaktformular
  • Menü
  • Home





Portraits

Heimspiel für Dominik Baldauf: Auf nach Seefeld zur nordischen Ski WM!

Nordische Ski Weltmeisterschaften. Genau das ist der nächste große Programmpunkt für den österreichischen Spitzenlangläufer Dominik Baldauf. Von 19.02. bis 03.03. finden die diesjährigen Weltmeisterschaften in Seefeld (Tirol) statt, natürlich ganz vorne mit dabei: Dominik, Mitglied im Helvetia Skiteam. Mehr über ihn, seine bisherigen Erfolge und seine Pläne für die Zukunft hat er uns in einem Interview verraten.

23. Jänner 2019, Text: Tatjana Kurz,  Fotos: Dominik Baldauf

Dein Sportjahr 2019 hat ja schon sehr erfolgreich begonnen, du hast dich für das Halbfinale bei der Tour de Ski qualifiziert – herzliche Gratulation! Danke, dass du dir trotz deines straffen Zeitplans kurz vor Beginn der Heim-WM noch Zeit genommen hast, um uns ein paar Fragen zu beantworten.

Von deinen Eltern haben wir erfahren, dass du deine erste Berührung mit Langlaufskiern bereits im Alter von 2 ½ Jahren hattest, als du sie dir von deiner Schwester Fabienne ausgeborgt hast. Kannst du dich an diese Zeit noch grob erinnern? War das bereits der Zeitpunkt der deine Leidenschaft zu diesem Sport erweckt hat?

Ehrlich gesagt, kann ich mich an diese Zeit kaum noch erinnern. Die ersten Begegnungen mit Skiern wurden aber von meiner Familie mit Fotos festgehalten und sie erzählen mir oft Geschichten wie ich schon als kleiner Bub auf Skiern gestanden bin und bei Wettbewerben teilgenommen habe. Meine ersten richtigen Erinnerungen beginnen bei dem Kindertraining in meinem Heimatort, da war ich allerdings schon ein bisschen älter.

Wann die große Leidenschaft zu diesem Sport tatsächlich bei mir geweckt wurde, kann ich nicht genau sagen. Da ich bereits seit meinem zweiten Lebensjahr auf Skiern stehe und immer Spaß daran hatte, bin ich in diesen Sport täglich stärker hineingewachsen. Es stand für mich schon sehr früh fest, dass ich dem Langlauf-Sport intensiv nachgehen möchte.

Das ist bereits die 3. WM an der du teilnimmst. Bist du vor deinen Rennen eigentlich noch nervös - oder gibt sich das mit der Zeit?

Die Weltcuprennen stellen bereits eine gewisse Routine für mich dar, daher starte ich eigentlich immer recht locker in diese Bewerbe. Ich bin in derartigen Situationen aber generell eher der ruhige Typ, ich bin nicht wirklich oft nervös oder flippig.

Auch vor einer Ski WM würde ich mich nicht unbedingt als nervös beschreiben. Es herrscht eine gewisse Anspannung, denn bei einer Ski WM handelt es sich doch um eines der großen Karrierehighlights eines Sportlers. Speziell die diesjährige WM ist enorm wichtig für mich, da sie in meiner Heimat stattfindet. Etwas, das ein Sportler in seiner Karriere wahrscheinlich nur einmal erleben darf. Ein gewisser Grad an Anspannung vor dem Rennen ist auch wichtig für mich, um meine Leistung optimal abrufen zu können - in gewisser Weise motiviert mich dieser Druck also zusätzlich. Auch medial gesehen erfährt eine WM - besonders im eigenen Land - viel mehr Aufmerksamkeit als ein Weltcuprennen - das spornt mich zusätzlich an, mein Bestes zu geben.

Nach wochenlangem intensiven Wintertraining musst auch du wieder Kraft tanken. Wie findest du Ruhe und lädst deine Batterien für die nächste Saison wieder auf?

Ruhe und Kraft finde ich am besten Zuhause in meiner Heimat, wo ich aufgewachsen bin. Da ich im Jahr nur ca. 2 Monate Zuhause bin, bringen meine Heimatbesuche eine gewisse Routine in mein Leben und sind meine Konstante, mein Ruhepol. Auch wenn ich im Sommer sehr gerne meine Zeit im Trainingslager verbringe und im Winter an Rennen teilnehme, bin ich froh, wenn ich wieder für ein paar Tage nach Hause komme, um Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden zu verbringen und mich zu entspannen.

Pflegst du eine Art Ritual vor jedem Wettbewerb?

In gewisser Weise ja, wobei ich das nicht als Rituale bezeichnen würde. Für mich spielt dabei Musik eine wichtige Rolle. Vor jedem größeren Rennen versuche ich ein neues Lied zu finden, das mich begeistert und packt. Bei der WM 2015 lief zum Beispiel "Firestone" von Kygo bei mir auf und ab. Jedes Mal wenn ich diesen Song irgendwo höre, denke ich sofort an die Ski WM zurück - das ist toll.
Fotos und Videos von meinem kleinen Neffen - er ist jetzt 1 ½ Jahre alt - dürfen ebenfalls nicht fehlen, diese schaue ich mir gerne vor Rennen an, da mir meine Familie sehr am Herzen liegt. Er hat übrigens auch schon seine ersten Skier bekommen - mal sehen, was daraus wird. (lacht)

Was sind deine nächsten Ziele? Hast du einen genauen Plan für die kommenden fünf Jahre vor Augen?

Einen richtigen 5-Jahres-Plan habe ich nicht. Ich denke von Saison zu Saison und plane nicht alles im Voraus. Speziell im Leistungssport kann man nie wissen, ob man beispielsweise durch eine Verletzung eingeschränkt sein wird und zurückfällt. Heuer liegt mein Fokus natürlich auf der nordischen Ski WM in Seefeld. Bei diesem Event möchte ich unbedingt gut abschneiden. In den nächsten Jahren möchte ich meine Polizeiausbildung erfolgreich abschließen, damit ich weiß, wie sich mein Leben nach der Skikarriere gestalten wird. Ich hoffe aber auch dann noch im Leistungssport aktiv zu sein und freue mich schon auf die ersten Podiumsplätze.

Welche Tipps würdest du einer jungen Nachwuchssportlerin / einem jungen Nachwuchssportler mit auf den Weg geben?

Nicht jeder hat die Möglichkeit sein Hobby zum Beruf machen zu können, das ist schon ein großes Glück. Für mich persönlich ist das der schönste Beruf, den ich mir vorstellen kann, auch wenn hartes und zeitintensives Training erforderlich ist. Während andere Leute ihren Tag im Büro verbringen und an ihren Schreibtisch gebunden sind, habe ich die Chance draußen in der Natur zu sein, mich zu bewegen und die Welt zu sehen.

Der Skilanglauf erfordert aber auch viel Geduld, Ehrgeiz und jahrelanges intensives Training. Diese Sportart ist nicht vergleichbar mit anderen Sportarten, bei denen man bereits mit 18 Jahren im vorderen Spitzenfeld dabei ist. Meist erreicht man erst mit Mitte 20 große Erfolge und bis dahin ist es wichtig, die Zähne zusammenzubeißen. Aber genau dieses Durchhaltevermögen wird am Ende belohnt.

Was sind deiner Meinung nach Eigenschaften, die einen Sportler im Langlauf erfolgreich machen?

Ohne einen gewissen Ehrgeiz ist es sicher schwierig in dieser Sportart erfolgreich zu sein. Mindestens genauso wichtig ist jedoch ein gewisses Maß an Selbstdisziplin und Eigenständigkeit. Ich habe nicht jeden Tag die Möglichkeit mit einem Coach zu trainieren, der Trainingszeiten festlegt und ein Programm vorgibt. Man ist oft auf sich alleine gestellt und muss sein ideales Programm selbst finden. Dabei ist es immer besonders wichtig, ein Ziel vor Augen zu haben und dieses hartnäckig zu verfolgen.

Der Skisport und das Training nehmen speziell in dieser Jahreszeit sehr viel von deiner Zeit ein. Schaffst du es dennoch auch anderen Hobbies nachzugehen?

Im Winter habe ich kaum Zeit für andere Hobbies, da ich durch die diversen Rennen und das intensive Training ausgelastet bin. Meine freien Tage verbringe ich dann am liebsten in meiner Heimat bei meiner Familie und meinen Freunden.

Ich bin aber auch ein Adrenalin-Junkie, der die Geschwindigkeit braucht. Nach etlichen Überlegungen habe ich mir vor zwei Jahren meinen Jugendtraum erfüllt und mir ein Motocross Bike zugelegt. Im Sommer versuche ich so oft wie möglich ein paar Runden zu drehen. Als Kontrast dazu lese ich auch sehr gerne und viel, was einen gewissen Ausgleich schafft und meine ruhige Seite widerspiegelt.

Vielen Dank für das Interview Dominik. Wir wünschen dir für die nordische Ski WM viel Erfolg und weiterhin alles Gute!

Der Vorarlberger Spitzenskilangläufer ist bereits die zweite Skisaison Teil des Helvetia Skiteams. Es ist uns eine besondere Freude das Nachwuchstalent auch dieses Jahr wieder unterstützen zu können.

sponsoring-dominik-baldauf

Steckbrief Dominik Baldauf

  • Geboren: 23.04.1992
  • aufgewachsen in Vorarlberg
  • seit dem 2. Lebensjahr auf Skiern
  • erste Erfolge bereits im Alter von 6 Jahren (Bambiniklasse)
  • Gewinn der Silbermedaille bei den Schülermeisterschaften 2005 - trotz Gipshand (!)
  • 4-facher österreichischer Meister
  • Olympiateilnehmer 2018
sponsoring-dominik-baldauf-2
«Träume nicht von außergewöhnlichen Leistungen, sei wach und vollbringe sie!»
Dominik Baldauf, Längläufer & Mitglied des Helvetia Skiteams
-
Mehr über Dominik Baldauf

Diese Seite weiterempfehlen