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Portraits

Im Auftrag des guten Geschmacks: Marchfelder Spargelbauer Magoschitz setzt auf Schweizer Versicherung

"Den besten Spargel gibt es in Mannsdorf." Mit diesem Satz begann meine persönliche Geschichte mit den grünen und weißen Stangen. Seitdem zieht es mich jedes Jahr von April bis Juni mehrfach in den wunderschönen Hofladen der Familie Magoschitz. Als ich erfuhr, dass es sich bei der Landwirtschafts-Familie um Helvetia Kunden handelt, musste ich natürlich unbedingt um ein Interview bitten. Bei einer sehr sympathischen Betriebsführung erfuhr ich von Werner Magoschitz persönlich, viele bisher unbekannte Fakten über das beliebte Gemüse. Werfen Sie mit uns einen Blick hinter die Kulissen eines der größten Spargelbauern Österreichs.

30. April 2018, Text: Ursula Czerny,  Fotos: Ursula Czerny

Es ist ein herrlich sonniger April Tag, die Spargelsaison hat gerade begonnen und entsprechend fröhlich begrüßt mich Spargelbauer Werner Magoschitz. "Na dann erzähl ich mal ein bisschen was über Spargel", sagt er erfrischend ungezwungen und führt mich gleich stolz durch sein Reich. Die riesige neue Lagerhalle und die topmoderne vollautomatische Wasch- und Sortieranlage verschlagen einem im ersten Moment die Sprache – diese Dimensionen und so viel Technik habe ich nicht erwartet. "Ohne maschinelle Unterstützung könnten wir die enorme Menge an Spargel gar nicht weiterverarbeiten", erklärt Werner Magoschitz und beginnt zu erzählen…

Als "Marchfeld" wird der nördlich der Donau gelegene Teil des Wiener Beckens bezeichnet. Früher als "Kornkammer Österreichs", wird die Region heute immer mehr als "Gemüsekammer Österreichs" bezeichnet. Sie erstreckt sich auf 1.000 km² und beinhaltet einen der größten Grundwasservorräte Österreichs, daher wird diese Region intensiv landwirtschaftlich genützt. Als Spezialität gilt der Marchfeld-Spargel: seine Länge muss genau 22 cm betragen und sein Name ist sogar EU-weit geschützt.

Der Spargelkreislauf – gut Ding braucht Weile

1975 - als Spargel in Österreich noch kaum bekannt war - hat alles begonnen: die Familie Magoschitz setzte die ersten 500 Spargelpflanzen aus. Für die Bepflanzung der Spargelfelder werden Gräben im Abstand von 2 m gezogen. Im März oder April werden die Jungpflanzen im Abstand von 20-40 cm in die Gräben gesetzt und mit Erde bedeckt und dann heißt es erst einmal Warten. Denn die Spargelpflanzen haben zu Beginn nur 70 g Wurzelgewicht. Um während der Spargelsaison 2 Monate lang ausreichend Spargel ernten zu können, muss die Spargelpflanze zuerst 2 Jahre lang wachsen und ihren Wurzelspeicher auf 5 kg ausdehnen.

Während sich im Boden die Spargelwurzeln entwickeln wächst über der Erde das Spargelkraut. Ende November wird das Spargelkraut knapp über dem Boden abgehäck­selt. Im Laufe des nächsten Frühjahrs bilden sich die ersten Knospen, aus denen sich im darauffolgenden Sommer die Spargelstangen entwickeln. Eine Spargelpflanze kann in weiterer Folge 5-6 Jahre lang geerntet werden, dann beginnt die Qualität darunter zu leiden - je älter die Pflanze ist, umso härter und holziger wird das Gemüse.

Weiß, violett oder grün – alles eine Frage des Lichts

Weißer Spargel wächst unterirdisch in den typischen Spargeldämmen. Durchbricht die Spargelspitze das Erdreich, wird sie durch Bildung des Pflanzenfarbstoffes Anthocyan - der Vorstufe des Chlorophylls – violett. Um das zu verhindern, werden die Spargelpflanzen mit Folie bedeckt. Grüner Spargel wächst oberhalb der Erde auf ebenen Beeten unter vollem Lichteinfluss. Der sich dadurch bildende Farbstoff Chlorophyll sorgt für ein sattes Grün und ein kräftigeres Aroma.

Die auf den Feldern sichtbaren schwarzen und weißen Folien dienen zur Temperaturregelung und beschleunigen das Wachstum der empfindlichen Spargelpflanze. Sie dienen aber auch zum Schutz der Pflanzen, denn sie verhindern, dass das Wasser verdunsten kann und schützen die lichtempfindlichen weißen Spargelstangen vor der Verfärbung durch die Sonne. Je nach Zweck werden unterschiedliche Folienarten verwendet. Durchsichtige Folien werden genutzt, um den Erntebeginn zu steuern bzw. die Ernte generell zu verfrühen. Schwarz-weiße Folien verhindern hauptsächlich die nicht so gern gesehenen violetten oder grünen Verfärbungen der Spargelköpfe. Täglich in der Früh wird die Temperatur gemessen, hat sie 18°C erreicht, wird die Folie von schwarz auf weiß gedreht.

Endlich Erntezeit

Bevor die Spargelstangen mit ihren Köpfen die Erde durchstoßen, beginnt die Ernte. Das sogenannte Spargelstechen beginnt üblicherweise Mitte April und dauert je nach Witterung rund 8 Wochen – spätestens jedoch bis zum Johannitag am 24. Juni. Danach sollte nicht mehr geerntet werden, damit die Spargelpflanze ausreichend Zeit hat sich zu regenerieren.

Das Spargelstechen ist ein ausschließlich händischer Vorgang. Die Familie Magoschitz beschäftigt daher eine große Anzahl an Mitarbeitern, die den Spargel in 800 Arbeitsstunden pro Hektar stechen. Ein Spargelstecher erntet zwischen 3,5 bis 5 kg Spargel pro Stunde. Dabei geht er durch seine Reihen und erkennt an der Wölbung der Erde, welcher Spargel zu stechen ist. Er gräbt die Stange mit den Händen frei und trennt sie mit dem Spargelmesser in 25 bis 30 cm Tiefe ab. Das Erdloch wird mit einer Kelle gefüllt und der Damm wieder geglättet, damit neue Wölbungen gut erkennbar sind. Bei kühlem Wetter wächst der Spargel kaum, bei sehr warmem Wetter geht man sogar 2x täglich durch die Spargelreihen, da der Spargel bis zu 5 cm pro Tag wachsen kann.

Sofort nach dem Ernten muss der Spargel auf den Hof gebracht werden, um ihn vor Sonneneinstrahlung zu schützen. Dazu sind ständig 2 Busse auf den Feldern unterwegs, die die Kisten mit der kostbaren Fracht einsammeln und in die Halle bringen. Auf rund 10°C heruntergekühlt kommt der Spargel in eine Waschanlage und wird von der elektronischen Sortiermaschine der Dicke nach in 5 mm Schritten sortiert. Bevor er im Kühlhaus gelagert werden kann, wird der Spargel 30 Minuten lang in einem Eisbecken auf 4°C gekühlt, um die Verfärbung der Spargelstange zu verhindern.

Bei der Familie Magoschitz wird der Spargel noch am selben Tag verpackt. Ein Teil des Spargels wird im eigenen Hofladen direkt verkauft, ein weiterer Teil geht an die Gastronomie und der Großteil wird spätestens einen Tag nach dem Stechen an Lebensmitteleinzelhändler geliefert. Die Spargelsaison dauert rund 2 Monate, die restliche Zeit hat die Familie Magoschitz aber keine Ferien: für die Industrie werden Kürbis, Kraut, Spinat, Kochsalat, Saatmais und Zuckerrüben angebaut.

Spargel hat seinen Preis, und das zu recht

Der Spargelanbau ist pflanzenbaulich, organisatorisch und technisch eine Herausforderung. Die Betreuung der Kulturen und die Ernte sind sehr arbeitsintensiv. Pro Hektar Anbaufläche benötigt man 20.000 bis 40.000 Spargelpflanzen, die erst 3 Jahre nach der Pflanzung und sorgfältigen Pflege in reiner Handarbeit durch Unterstützung vieler Helfer, geerntet werden können. Die große Lagerhalle und die technisch aufwändige Wasch- und Sortieranlage werden nur 2 Monate im Jahr genutzt, müssen aber gewartet und gepflegt werden. Daraus ergibt sich der Preis für dieses begehrte Gemüse.

Versicherungstechnische Herausforderungen

Hagelschäden beim Aussetzen der Pflanze sind natürlich eine große Gefahr, da sie geschädigt werden könnte. Die daraus resultierende geringe Anzahl an Knospen führt dazu, dass der Spargel dünner wird. Wird der oberirdisch wachsende grüne Spargel durch ein Unwetter beschädigt, kann das zu einem Ernteausfall von mehreren Tagen führen. Angesichts der kurzen Spargelsaison von nur rund 2 Monaten, ist so ein Ausfall natürlich fatal.

Die benötigte große und moderne Lagerhalle sowie die teuren Maschinen, darunter die automatische Wasch- und Sortieranlage, müssen bestmöglich versichert sein. Ebenso wie die rund 20 Traktoren und 20 Autos, das Stammhaus und weitere 4 Gebäude in denen die Saisonarbeitskräfte untergebracht sind.

Die Familie Magoschitz vertraut in Versicherungsangelegenheiten bereits seit vielen Jahren Franz Dittel aus Groß Enzersdorf, der sein Unternehmen vor kurzem erfolgreich an Tochter Bettina Dittel übergeben hat. Mit Helvetia Österreich hat Bettina Dittel bereits seit Jahren einen verlässlichen Versicherungspartner an der Seite und wir sind stolz die Familie Magoschitz zu unseren Kunden im Bereich der Betriebs- und Landwirtschaftsversicherung zählen zu können.

Unser Bestreben ist es mit Verantwortung und Begeisterung und dem nötigen Fachwissen Produkte in bester Qualität nachhaltig anzubieten. Wir sind ein Familienbetrieb und daher schlank in der Verwaltung. Neben mir arbeitet meine Gattin Barbara und unsere beiden Töchter sowie unsere beiden Söhne in der Landwirtschaft mit. Meine Begeisterung hat sich zum Glück auf meinen zweitältesten Sohn übertragen, der den Betrieb einmal übernehmen und fortführen wird.
Werner Magoschitz, Spargelbauer aus dem Marchfeld & Helvetia Kunde
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