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Reportagen

Mit Schwert und Schild richtig abgesichert

Bei der repräsentativen Helvetia-Studie zu Rechtsstreitigkeiten in Österreich geben vier von zehn Österreichern an, bereits in einen Rechtsstreit verwickelt worden zu sein. Verkehrsangelegenheiten sind vor der Familie häufigster Streitanlass. Während 40 Prozent auf ihr Recht bestehen und dieses bis zum Gerichtsurteil durchsetzen, wollen sich 60 Prozent lieber mit der Gegenpartei gütlich einigen. Warum Schwert und Schild auch bei Rechtsansprüchen wichtig sind, erklären unsere Vorstände in den Videostatements.

12. Oktober 2020, Text: Michaela Angerer, Foto: istock

37 Prozent der repräsentativ befragten Österreicher waren bereits selbst in Rechtsstreitigkeiten involviert, drei Viertel als Kläger – mehr als die Hälfte empfand das Urteil als gerecht. Am streitbarsten scheinen die Tiroler und Vorarlberger – hier gibt fast die Hälfte (47 %) an, bereits Teil eines Rechtsstreits gewesen zu sein.

Aber worüber wird gestritten? Der häufigste tatsächliche Grund für Rechtsstreitigkeiten in Österreich sind Verkehrsangelegenheiten – darum geht es in knapp jedem zweiten Fall (45 %). Danach folgen Familienangelegenheiten und Vertragsstreitigkeiten bei Käufen oder Verkäufen mit je 37 Prozent. Immerhin noch ein knappes Drittel der Rechtsstreitigkeiten (31 %) haben den Arbeitgeber zum Gegner, je 28 Prozent Behörden oder den Mieter oder Vermieter. Mit einem Fünftel (22 %) bildet der berühmte Streit mit den lieben Nachbarn das Schlusslicht. »Die tatsächlichen erlebten Anlässe stimmen nicht ganz mit den spontanen Assoziationen überein – denn die meisten Österreicher denken, dass Streitigkeiten im Bereich Wohnen, Familie und Erbschaft das Ranking der Streitfälle anführen, nicht Verkehrsangelegenheiten«, betont Christina Matzka, Inhaberin von Triple M und Studienautorin.

Recht haben ist nicht gleich Recht bekommen

Dennoch bestehen Unsicherheiten und Ängste, wenn Österreicher an Rechtstreitigkeiten denken. Bei den insgeheimen Befürchtungen steht an erster Stelle die Angst vor dem finanziellen Aufwand (82 %), gefolgt von der zu erwartenden psychischen Belastung (69 %) und der Angst, den Prozess zu verlieren (64 %). An vierter Stelle reiht sich der Zeitaufwand ein, den immer noch sechs von zehn Befragten fürchten (62 %). Personen mit Erfahrungen in Rechtsstreitigkeiten zeigen insgesamt weniger Ängste als jene ohne Erfahrung, vor allem hinsichtlich des finanziellen Aufwands. »Recht bekommen darf keine Frage der Finanzen sein – genau dafür gibt es die Rechtsschutzversicherung«, betont Thomas Neusiedler, CEO Helvetia Österreich. »Ohne Rechtsschutzversicherung vergeben viele Menschen ihr Recht. Denn allein schon eine Klage bei Gericht einzureichen kostet häufig das Vielfache einer Jahresprämie.«

Schwert und Schild

»Der Unterschied zwischen Haftpflicht- und Rechtsschutzversicherung scheint vielen jedoch unklar. Es ist ganz einfach: Haftpflicht ist sozusagen das Schild gegen Klagen, sie schützt mich, wenn jemand Ansprüche gegen mich erheben will. Die Rechtsschutzversicherung ist, um bei der Analogie zu bleiben, das Schwert. Wenn ich mein Recht geltend machen und eine Klage einreichen will, wird diese tragend. Dementsprechend ist man nur mit beiden Versicherungen in gehobener Deckung umfassend geschützt.«

»Schön, dass acht von zehn Österreichern überzeugt sind, dass ‚eine Rechtsschutzversicherung im Fall des Falles zu Recht verhilft’, und jene mit bestehender Versicherung das sogar mit 87 Prozent Zustimmung noch signifikant häufiger denken«, so Kaspar Hartmann, Helvetia Vorstand Schaden-Unfall. »Wir bieten seit 50 Jahren Rechtsschutz an – begonnen haben wir im Bereich KFZ-Rechtsschutz. In den letzten Jahren sehen wir eine deutliche Steigerung der Nachfrage: Der VVO (Verband der Versicherungen Österreichs) geht von einem etwa 4,4-prozentigen Plus pro Jahr über die gesamte Versicherungswirtschaft hinweg aus. Derzeit verwalten wir bei Helvetia etwa 150.000 Rechtsschutz-Verträge mit einem Prämienvolumen von rund 22,5 Millionen Euro.«

Corona könnte Rechtsstreitigkeiten verstärken

Mehr als vier von zehn Österreichern sind der Meinung, dass der Ausbruch der Corona-Pandemie und der Lockdown zu mehr Rechtsstreitigkeiten führen: 42 Prozent der Befragten in der zweiten Befragungswelle nach dem Ausbruch glauben, dass es durch Corona mehr, nur 18 Prozent glauben, dass es durch Corona weniger Rechtsstreitigkeiten gibt. 37 Prozent erwarten keine Veränderung. Interessant ist, dass nicht abgesicherte Personen ohne Rechtsschutzversicherung häufiger an eine Zunahme von Rechtsstreitigkeiten glauben, ebenso Frauen und Personen mit niedrigerem Bildungsniveau.

»Die möglichen Anlässe für verstärkte Streitigkeiten werden insbesondere bei Problemen mit Ex-Arbeitgebern, in Wohnungsangelegenheiten und mit Behörden vermutet, ein Minus dagegen bei Streitigkeiten nach Verkehrsunfällen und über Verträge – ein Spiegelbild des zurückgezogenen Lebens im Lockdown«, so Christina Matzka. »Unser Bild ist etwas anders: Wir sehen unter unseren Versicherungsnehmern jetzt zu Corona-Zeiten vor allem eine deutliche Zunahme bei Vertragsstreitigkeiten im Rahmen von Onlinekäufen – das Verhältnis Käufer und Verkäufer hat sich vom klassischen Standorthandel entfernt und dadurch verändert«, erzählt Kaspar Hartmann.

Weitere Infos zur Studie finden Sie auf unserer Website.

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