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Tipps

Optimal vorbereitet in den Urlaub mit Hund und Katze

Sommerzeit ist Reisezeit – nicht nur für uns, sondern auch immer öfter für unsere vierbeinigen Familienmitglieder. So schön ein Urlaub mit Hund oder Katze auch sein kann, er birgt auch viele unterschätzte Gefahren. Prophylaxe vor sogenannten Reisekrankheiten und andere Vorsichtsmaßnahmen sind für jeden Tierbesitzer ein Muss.

31. Juli 2014, Text: Ines Nowotny, Video: Manfred Asperger

Entschließt man sich dazu, sein Tier in den Urlaub mitzunehmen müssen rechtzeitig vor der Abreise wichtige Maßnahmen zur Prophylaxe der Reisekrankheiten getroffen werden. So wie wir vor einer Fernreise ein Tropeninstitut besuchen, so sollte auch der Hund oder die Katze vor jeder Reise, insbesondere vor Reisen in den Süden und den Osten dem Tierarzt vorgestellt werden. Die sogenannten „Tropen“ beginnen für unsere Haustiere nämlich schon in unseren klassischen Urlaubsländern.

Was sind Reisekrankheiten?

Zu den Reiseerkrankungen, vor denen unsere Hunde geschützt werden müssen, zählen die Babesiose (Babesien sind Parasiten, die rote Blutzellen befallen), die Ehrlichiose (Ehrlichien sind intrazelluläre Bakterien, die die weißen Blutzellen befallen) und die Anaplasmose, die auch in Österreich vorkommt (Anaplsmen sind ebenfalls intrazelluläre Bakterien, die weiße Blutzellen und Blutplättchen befallen).

Diese drei Parasiten werden durch Zecken übertragen, ein Zeckenschutz ist daher unumgänglich. Ebenfalls durch Zecken, aber nur durch den direkten Verzehr einer infizierten Zecke, wird die Hepatozoonose übertragen - ein einzelliger Parasit, der weißen Blut- und Endothezellen befällt.

Neben den Zecken, müssen unsere Vierbeiner auch vor der Herzwurmerkrankung geschützt werden. Diese entsteht durch Dirofilarien also Würmer, die die großen Herzgefäße besiedeln und durch Stechmücken übertragen werden.

Als letzte klassische Reiseerkrankung muss noch die durch Sandmücken (Schmetterlingsmücken) übertragene Leishmaniose genannt werden, eine unheilbare Krankheit die durch Leishmanien, Parasiten der weißen Blutzellen entsteht.

Eine Krankheit, die eigentlich nicht unter Reisekrankheiten fällt, aber vor allem Hunde betrifft, die viel in ruhenden Gewässern baden und daher auch in Österreich selbst vorkommt, ist die Leptospirose, eine bakterielle Erkrankung der Leber, Nieren und Gefäße. Bei Wasserratten sollte eine Impfung gegen diese zum Standardimpfschutz zählen.

Wie erkenne ich, dass mein Tier an einer Reisekrankheit leidet?


Die Symptome der genannten Erkrankungen können sehr vielgestaltig sein. Aufmerksam werden sollte man bei Fieberschüben, Mattigkeit und Appetitlosigkeit. Je nach Krankheit können sehr blasse bis weiße oder gelbstichige Schleimhäute in Maul und Augen auffallen. Ebenso kann sich manchmal der Harn abnormal braun, bis knallgelb oder rot verfärben. Es kann auch zu einer Blutungsneigung kommen. Verdächtig für Herzwürmer können Belastungsintoleranz, Husten oder Atemnot sein. Die Leishmaniose kann sich durch Lahmheiten, Erbrechen, Durchfall und deutliche Hautveränderungen bemerkbar machen. Bei den angeführten Symptomen muss das Tier in jeden Fall dem Tierarzt vorgestellt werden. Oft ist der Nachweis des Erregers jedoch erst einige Wochen nach der Infektion möglich.

Wie kann ich meinen Hund schützen?


Zusammenfassend sollte ein Hund als Reiseprophylaxe einen Schutz gegen Zecken, Flöhe, Sand- und Stechmücken sowie gegen Darmparasiten erhalten. Dazu gibt es einerseits verschiedene Spot-On Präparate (Präparate zum Auftropfen auf die Haut) oder Schutzhalsbänder, die eine repellierende und akarizide Wirkung haben sollten, also Parasiten fernhalten und vor dem Biss abtöten. Weiters gibt es verschiedene Präparate zur Entwurmung. Da kein Präparat den Befall mit Parasiten hundertprozentig verhindern kann, sollten zusätzlich folgende Vorbeugungsmaßnahmen getroffen werden:

  • Die Dämmerung meiden!
  • Den Hund gegebenenfalls unter einem Moskitonetz schlafen lassen!
  • Den Kontakt zu Streunertieren unterbinden!
  • Das Tier täglich nach Zecken absuchen!

Neben dieser Standartprophylaxe sollten noch folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen werden:

  • Der Impfschutz gegen die Leptospirose bei Wasserratten ist auch in Österreich Standard.
  • Für Reisen unumgänglich ist prinzipiell ein Impfschutz gegen Tollwut, einerseits wegen der Grenzkontrollen, andererseits wegen der Tollwutverbreitung in den Urlaubsländern.
  • Zusätzlich kann bei Tieren, die lange und häufig vereisen, eine Leishmanioseimpfung durchgeführt werden. Dafür muss rechtzeitig (mindestens 3 Monate vor der Abreise) mit der Grundimmunisierung begonnen werden.
  • Zusätzlich gibt es Präparate, die prophylaktisch gegen Leishmanien eingesetzt werden können (Allopurinol, Domperidon).
  • In besonders gefährdeten Gebieten kann auch eine Babesienimpfung oder Prophylaxe (Imidocarb) mit dem Tierarzt besprochen werden.
  • Da Insektenstiche und der Kontakt zu Ausscheidungen anderer Tiere nie ganz verhindert werden können, sollte das Tier zusätzlich alle 4 Wochen mit einem speziellen Präparat (bzw. Spot on) entwurmt werden: Also vor der Ausreise, danach alle 4 Wochen und 4 Wochen nach dem letzten Urlaubstag mit Milbemycin oder Selamectin und Imidacloprid/Moxidectin, das sowohl Herzwurmlaven im Blut also auch andere Darmparasiten abtötet.


Wie kann ich meine Katze schützen?


Reisende Katzen sollten vor Stechmücken (Herzwurm), Sandmücken (Lesihmaniose), Zecken, Flöhen, Darmparasiten sowie vor dem Kontakt mit wilden Streunerkatzen (FIV) geschützt werden. Auch die Tollwutimpfung ist Pflicht. Hier stehen auch für eine Katze spezielle Präparate zur Verfügung. Wenn Hunde und Katzen gemeinsam vereisen bzw. intensiven Kontakt pflegen, muss man beachten, dass manche Parasitenbekämpfungsmittel des Hundes für Katzen toxisch sein können.

Um alle Optionen für die Reiseprohylaxe nutzen zu können, sollten die Vierbeiner mindestens drei Monate vor der Abreise beim Tierarzt vorgestellt werden. Dieser kann über die möglichen Präparate beraten und den Schutz individuell an das Tier anpassen. Durch die Klimaveränderungen rücken leider auch viele Reisekrankheiten immer weiter nach Österreich vor.

Prinzipiell gilt, dass weder Impfungen noch die Prophylaxe 100%ig vor Erkrankungen schützen können, ein Restrisiko bleibt also bei jedem Auslandsaufenthalt.

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Ines Nowotny ist Tierärztin in der Tierklinik Dr. Hutter in Wien. Ihre Spezialgebiete sind bildgebende Diagnostik, Interne Medizin und Weichteilchirurgie.
Mag. med. vet. Ines Nowotny

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