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Erdbeben­versicherung: Helvetia und BLKB versichern die grösste Natur­gefahr der Schweiz

Die Lösung ist in der Schweiz einzigartig: Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) versichert zusammen mit Helvetia alle Gebäude bis zu einem Wert von 5 Millionen Franken, die mit einer Hypothek der Bank finanziert werden, automatisch gegen Erdbeben. Versicherungspartner sind ausserdem Baloise und Swiss Re.

12. September 2014, Text: Lars Gubler, Fotos: «Basel bebt», Aon Re / zvg

Seismograph
Wenn der Seismograph angibt, ist es schon zu spät: Hausbesitzer sollten sich überlegen, eine Erdbeben-Versicherung abzuschliessen.

Glücklicherweise ist die Schweiz in den letzten Jahrzehnten von schweren Erdbeben verschont geblieben. Dies soll aber nicht darüber hinweg täuschen, dass ein solches Ereignis jederzeit eintreten kann. Schäden sind jedoch in der Schweiz nur lückenhaft versichert. Gemäss einem Bericht der Schweiz am Sonntag sind selbst in der Risikoregion Nordwestschweiz nur etwa fünf Prozent der Liegenschaften gegen Erdbeben versichert. Eine Deckung durch die kantonalen Gebäudeversicherungen besteht nicht oder nur ungenügend. Dem gegenüber steht die Meinung vieler Hausbesitzer, dass sie durch ihre Elementarschadenpolice gegen Erdbeben versichert seien.

Eine politische Lösung für eine landesweite Erdbebenversicherung wird seit Jahren immer wieder in Angriff genommen, ist aber jüngst einmal mehr gescheitert. Das Eidgenössische Finanzdepartement hatte im Herbst 2013 eine informelle Konsultation durchgeführt. Dabei bevorzugten die befragten Akteure eine föderale Lösung. Dies würde allerdings Einstimmigkeit bei den Kantonen voraussetzen. Sechs Kantone wehrten sich jedoch dagegen.

Der Vorstoss für die landesweite Lösung kam vom Walliser Ständerat und Helvetia Verwaltungsrat Jean-René Fournier. Ebenfalls eine Parlamentarische Initiative zum Thema hatte die Baselbieter SP-Nationalrätin Susanne Leutenegger-Oberholzer eingereicht. Sie wurde jedoch 2012 vom Ständerat abgelehnt.

Private Pioniere

Statt einer öffentlichen Lösung bringen nun private Akteure rund um die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) im wahrsten Sinne Bewegung in die Sache. Zusammen mit HIS Solutions AG (beratender Versicherungsbroker), Helvetia, Baloise und Swiss Re hat die Bank eine in der Schweiz neuartige Versicherungslösung entwickelt. Unterstützt wurde sie dabei vom Schweizerischen Erdbebendienst.

Die Versicherungsdeckung ist so ausgelegt, dass Schäden bei einem Erdbeben im Ausmass von jenem in Basel von 1356 gedeckt werden könnten. Ein solches Ereignis könnte in der Schweiz laut dem Schweizerischen Erdbebendienst alle 1'000 Jahre auftreten. Aber nur schon ein Beben der Magnitude 5 bis 5,5 tritt in der Schweiz alle 50 bis 100 Jahre auf. Die Schäden wären heute deutlich höher als 1356 – am Beispiel Basels bis zu 100 Milliarden Franken. Zudem können starke Beben nach neuen Erkenntnissen der ETH Zürich auch in anderen dicht besiedelten Gebieten wie zum Beispiel Zürich auftreten.

Neuwert versichert

Ab Oktober dieses Jahres werden alle Gebäude und Objekte im Stockwerkeigentum bis zu einem Neuwert von 5 Mio. Franken, die von der BLKB durch eine Hypothek oder einen Baukredit mitfinanziert werden, automatisch gegen Erdbeben versichert sein. Versichert ist im Schadenfall nicht nur die Hypothekarschuld gegenüber der Bank, sondern der Wiederaufbau oder die Reparatur einschliesslich der Aufräumkosten. Somit ist auch das Eigenkapital des Eigentümers der Liegenschaft versichert. Die Eigentümer tragen einen Selbstbehalt von 7,5 Prozent des Gebäudewerts, mindestens aber 25'000 Franken.

Nicht nur Gebäude betroffen

Durch das neue Angebot der BLKB werden im Baselbiet über 30'000 Gebäude mit einem Versicherungswert von 20,4 Mrd. Franken gegen Erdbeben versichert.

Bei einem Jahrhundertbeben in der Schweiz wären jedoch nicht nur Schäden an Gebäuden und Infrastruktur zu beklagen. Auch das tägliche Funktionieren von Wirtschaft und Gesellschaft wären infrage gestellt. Deshalb bietet Helvetia über eine Zusatzversicherung Schutz vor weiteren Risiken wie Betriebsunterbrechung und Mietertragsausfall.

Obwohl die Schweiz nicht als traditioneller Hot Spot für grosse Erdbeben gilt, stellt sich die Frage, ob es sich ein Land mit einer so hohen Dichte an High-Tech-Anlagen und sensiblen Systemen leisten kann, das nächste Grossbeben unvorbereitet auf sich zukommen zu lassen. Nicht von ungefähr kommt eine innovative Lösung aus einer der am stärksten gefährdeten Regionen der Schweiz. Es würde aber wenig erstaunen, wenn das Beispiel der BLKB in anderen Regionen zu ähnlichen Lösungen inspirieren würde.

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