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Rechtsschutz-​Tipp #5: Wenn der Kurs das Geld nicht wert ist

Sylvia S. will sich als Nageldesignerin weiterbilden und bucht einen teuren Kurs. Schon am ersten Tag merkt sie, dass die Versprechen aus der Kursbeschreibung nicht eingehalten werden. Zudem fühlt sie sich unterfordert. Kann sie das Geld zurückverlangen?

11. Juni 2014, Text: Gabriela Bata, Foto: iStock

Nageldesignerin lackiert Fingernägel einer Kundin mit rotem Lack.

Sylvia S. buchte einen Kurs als Nageldesignerin. Der siebentägige Lehrgang kostete 850 Franken. Im Kurspreis sei nebst der fundierten Ausbildung auch das Material, stand in der Kursbeschreibung. Sylvia S. war überzeugt und bezahlte den Betrag fristgerecht ein. Schon in der ersten Lektion bemerkte sie jedoch, dass den Teilnehmern nur wenig Material zur Verfügung stand. Schnell war klar, dass die angehenden Nageldesignerinnen das Material selbst beschaffen mussten.

Wäre der Kursinhalt spannend und für sie wertvoll gewesen, hätte Sylvia S. darüber hinweggesehen. Leider war sie aber vom Kurs enttäuscht; die ersten fünf Tage waren für sie nicht sehr ergiebig. Sie hatte das Gefühl, an diesem Kurs nichts dazu zu lernen. Auch Kursunterlagen wurden keine abgegeben.

Vertrag nicht erfüllt

Daraufhin meldete sich Sylvia S. bei Coop Rechtsschutz. Sie wollte das Kursgeld zurückverlangen und bat um Unterstützung. Unser Jurist erkundigte sich nach dem genauen Wortlaut des Kursvertrages und liess sich eine Kopie davon zustellen. Im Vertrag stand tatsächlich und unmissverständlich, dass alles Material zur Verfügung gestellt werde. Dass von den Teilnehmern verlangt wurde, Material einzukaufen (Frau Steiner hatte dafür rund 500 Franken ausgegeben), war deshalb nicht rechtens.

Unser Jurist riet Sylvia S. deshalb, den ganzen Betrag vom Veranstalter zurückzufordern. In einem eingeschriebenen Brief sollte sie die Rückforderung kurz begründen und eine Frist zur Rückerstattung des Betrages setzen – unter Androhung der Einleitung von rechtlichen Schritten, falls das Geld nicht fristgerecht eintreffen würde.

Ende gut, alles gut

Das gesamte Kursgeld würde sie aber wohl nicht zurückerhalten. Der Kursinhalt entsprach dem Kursprogramm voll und ganz, was Sylvia S. vor Kursantritt bekannt war. Für den persönlichen Lernerfolg haftet der Kursveranstalter in diesem Fall nicht. Vielleicht hätte Frau Steiner sich besser für einen Kurs für Fortgeschrittene angemeldet. Hier konnten wir nur empfehlen, sich beim nächsten Kursbesuch vorab genau über den Anbieter und die Dozenten und vor allem über den Kursinhalt und das Ausbildungsniveau zu informieren.

Immerhin hatte uns Frau S. nach einiger Zeit freudig mitgeteilt, dass sie das Geld für das Material vom Veranstalter diskussionslos und innert Frist zurück erhielt.

Autorin Gabriela Bata

Die Autorin

Gabriela Bata ist seit 2005 bei der Coop Rechtsschutz im Rechtsdienst tätig. Sie ist Rechtsanwältin und leitet das Kompetenzzentrum Konsumentenrecht.

In der Serie «Alles, was Recht ist!» bloggen die Juristen von Coop Rechtsschutz über aktuelle Fälle und geben nützliche Tipps rund um Rechtsfragen im Alltag. Helvetia arbeitet seit rund zwanzig Jahren mit Coop Rechtsschutz als eigenständige Partnerin zusammen.

www.cooprecht.ch

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