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Rechtsschutz-​Tipp #7: Wenn der Kammer­jäger unsorgfältig arbeitet

Remo Z. entdeckt in seiner Wohnung Bettwanzen. Er beauftragt einen Kammerjäger mit der Schädlingsbekämpfung. Bereits nach kurzer Zeit sind die ungebetenen Gäste jedoch zurück und haben auch noch die Nachbarswohnung befallen. Wer muss die Folgereinigung bezahlen?

28. Juli 2014, Text: Franco Faccioli, Foto: photocase

Was tun bei Bettwanzen?

Kurz nach der Rückkehr aus dem Urlaub entdeckt Remo Z. an seinem Körper juckende Stellen, die wie kleine Mückenstiche aussahen. Sein Bett war übersät mit kleinen, schwarzen Punkten. Bettwanzen! Diese winzigen Tiere können sich in kleinste Ritzen verkriechen und bekommen regelmässig Nachkommen (die selber ebenfalls schon nach bloss zwei Monaten fortpflanzungsfähig sind). Für ihn war sofort klar, dass er die Beseitigung dieser ungebetenen Gäste einem Spezialisten überlassen muss. Ebenfalls bewusst war er sich, dass er die Bekämpfung der Schädlinge selbst zu übernehmen hatte und nicht dem Vermieter abtreten konnte.

Remo Z. trat unverzüglich mit einem Kammerjäger in Kontakt. Auf Nachfrage bestätigte ihm dieser, dass er Mitglied des Verbands Schweizerischer Schädlingsbekämpfer (VSS) sei. Schnell einigten sich die beiden darauf, das ganze Zimmer in mehreren Etappen mit verschiedenen Methoden zu behandeln. Kostenpunkt: 1'600 Franken. Und Remo Z. durfte während rund drei Monaten nicht mehr im Zimmer übernachten.

Die Ruhe hält nur kurz

Danach hatte Remo Z. Ruhe und wieder erholsame Nächte. Bis zu dem Tag, als sich seine Nachbarin aus dem oberen Stock bei ihm meldete. Die Wanzen waren bei ihr eingezogen. Die Behandlung der Wohnung inklusive Endreinigung koste 2‘700 Franken, orientierte sie ihn. Sie meinte, es sei doch nur logisch, dass Remo Z. diese Kosten zu übernehmen habe. Ihm schwante Übles: Er inspizierte sein Schlafzimmer und prüfte die Ritzen und Spalten seiner Möbel. Und tatsächlich, die Plagegeister hatten sich auch bei ihm wieder eingenistet.

Damit war anzunehmen, dass der Kammerjäger Remo Z.s Zimmer wohl doch nicht erfolgreich zu Ende behandelt hatte. Darauf angesprochen, stritt der Kammerjäger jedoch jede Haftung ab. «Das ist unmöglich! Ich habe das Zimmer fachmännisch behandelt und die ordentliche Schlussprüfung gemacht. Es kann nicht sein, dass nach meiner Behandlung noch Wanzen im Zimmer waren», so seine Antwort. Man müsse ihm zuerst beweisen, dass es sich um dieselbe Population Wanzen handle, die nun in der Wohnung der Nachbarin aufgetaucht sind.

Manchmal wirkt das persönliche Gespräch Wunder

Der Unternehmer hat seine Arbeit grundsätzlich sorgfältig auszuführen (Art. 364 OR). An die Sorgfaltspflichten des Unternehmers sind höhere Anforderungen zu stellen als zum Beispiel an den Arbeitnehmer, weil er besonders fachkundig ist und seine Arbeit selbständig und nicht nach Anweisungen ausführt. Dabei haftet er auch für leichte Fahrlässigkeit.

Der Experte einer unabhängigen Fachstelle könnte das «unsorgfältige Tätigwerden des Beauftragten» in einem schriftlichen Gutachten feststellen. Die Kosten für diese Expertise wurden im Rahmen der Rechtsschutzversicherungsdeckung von der Coop Rechtsschutz bezahlt. Der Jurist von Coop Rechtsschutz empfahl Remo Z., gestützt auf die Expertise und trotz der negativen Haltung des Kammerjägers, nochmals eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Er hat den Versicherten auf das persönliche Gespräch mit dem Kammerjäger vorbereitet.

Tatsächlich konnten sich die beiden einigen. Dem Kammerjäger wurde klar, dass ihm die mangelhafte Vertragserfüllung nachgewiesen werden kann. Als Experte in der Schädlingsbekämpfung sowie eingetragenes Mitglied im Berufsverband entsprach er letztlich auch seinem Berufsethos, als er eine Nachbesserung vornahm und die befallenen Zimmer beider Wohnungen nochmals behandelte. Gründlich, intensiv – und kostenlos.

Remo Z. hat mit seiner bedachten und lösungsorientierten Vorgehensweise unnötige Streitereien – und zusätzliche Kosten – vermieden.

Der Autor

Franco Faccioli ist seit 21 Jahren bei der Coop Rechtsschutz im Rechtsdienst tätig. Er arbeitet als Jurist am Hauptsitz der Coop Rechtsschutz AG in Aarau. Zu seinen Spezialgebieten gehören vertragliche Rechtsstreitigkeiten aller Art.

In der Serie «Alles, was Recht ist!» bloggen die Juristen von Coop Rechtsschutz über aktuelle Fälle und geben nützliche Tipps rund um Rechtsfragen im Alltag. Die Helvetia arbeitet seit rund zwanzig Jahren mit Coop Rechtsschutz als eigenständige Partnerin zusammen.

www.cooprecht.ch

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