Auf dieser Seite sind Cookies, sowie Cookies von Dritten aktiviert, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten sowie Informationen und Angebote unterbreiten zu können. Durch die Nutzung der Internetseiten von Helvetia erklären Sie sich damit einverstanden und stimmen der Datenverarbeitung durch Helvetia zu. Weitere Informationen - auch dazu wie man Cookies deaktiviert - finden sie in den Hinweisen zum Datenschutz.

  • Mich interessieren
    Bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung
    Leider haben wir keine passenden Einträge gefunden.
    Nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Zum Kontaktformular
Expertentipps
Privatkunden
Wohnen & Eigentum
Videos

Tipps von der Tier­ärztin: Zecken und Mäuse­gerste

Kaum ein Hunde- oder Katzenbesitzer kommt durch den Sommer, ohne sich mit Zecken und Mäusegerste auseinandersetzen zu müssen. Welche Gefahr diese Plagegeister für unsere Tiere mit sich bringen und wie man ihnen vorbeugen kann, erklärt die österreichische Tierärztin Ines Nowotny.

12. August 2014, Text: Ines Nowotny, Video: Manfred Asperger für Helvetia Blog Österreich

Warum ist Mäusegerste für den Hund so gefährlich?

Die Mäusegerste ist eine getreideähnliche Pflanze, die häufig am Wegrand und auf Feldern wächst. Das Tückische an der Pflanze sind Grannen, die bis zu 2,5 cm lang werden können: Sie haben kleine Widerhaken, die sich leicht in Fell und Hautfalten verfangen. Die Grannen können zerbrechen und sogar wandern, wenn sie nicht rechtzeitig entfernt werden. Oft sind Ohren, Nase oder Augen betroffen, aber auch der Zwischenzehenbereich und das Fell.

Welche Symptome zeigt mein Tier?

Meist beginnen die Symptome des Hundes kurz nach dem Spaziergang. Sie können sich auf unterschiedliche Weise äussern:

  • Haben sich die Grannen im Ohrbereich festgesetzt, zeigt das Tier typischerweise plötzliches, starkes Kopfschütteln, Kopfschiefhaltung oder Kratzen. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Verletzung des Trommelfells und einer Mittelohrentzündung kommen.
  • Im Augenbereich wird meist das Lid zusammengekniffen und das Auge beginnt stark zu tränen. Bei Katzen entdeckt man des Öfteren Grannen hinter dem dritten Augenlid. Die Reibung auf der klaren Hornhaut kann es zu einer Trübung des Auges bis hin zu tiefen Gewebedefekten führen.
  • Im Nase- und Rachenbereich kann es zu plötzlichem Niesen und Würgen kommen. Schlimmstenfalls kommt es zu Nasenausfluss, der eitrig bis blutig werden kann; im Rachenbereich zu Husten und Würgen mit Auswurf.
  • Im Zwischenzehenbereich zeigen Hunde häufig Lahmheiten ohne bekanntem Trauma und schlecken an der entsprechenden Stelle. Ist die Mäusegerste bereits durch die Haut eingedrungen, sieht man von aussen oft nur noch ein kleines, nässendes Loch, das sich auch wieder verschliessen kann. Nach einigen Tagen kommt es oft einige Zentimeter weiter zur Bildung einer kleinen, mit Schleim, Blut und Eiter gefüllten Blase. Das Bein kann heiss und schmerzhaft werden; der Hund lahmt.

Was ist beim Verdacht auf Mäusegerste zu tun?

In jedem Fall sollte der Tierarzt konsultiert werden. Je eher das Tier behandelt wird, desto einfacher sind die Grannen zu entfernen. Je nachdem, wie tief die Mäusegerste eingedrungen ist, kann eine Narkose nötig sein. Gerade wenn das Trommelfell betroffen ist, die Granne tief im Auge steckt oder bereits im Zwischenzehenbereich ins Bindegewebe vorgedrungen ist.

Wie kann man vorbeugen?

Ganz vorbeugen kann man leider nie. Vorsorglich sollte man bei Hunden mit langem, dichtem Fell die Zwischenzehenräume und die Ohrinnenflächen scheren lassen. So können die Grannen nicht am Haarkleid entlang wandern und sind leichter zu sehen. Manche Hundebesitzer ziehen ihren Vierbeinen auch dichte Haarnetze oder Strumpfhosen über den Kopf und verwenden Hundeschuhe, der Effekt hält sich dabei aber in Grenzen. Hundebesitzer sollten nach allen Spaziergängen in den Sommermonaten Ihren Hund absuchen und gegebenenfalls die Grannen gleich aus dem Fell entfernen.

Achtung vor Zecken!

Zecken sind blutsaugende Parasiten – für ihr Wachstum brauchen die Larven eine «Blutmahlzeit», ebenso die Weibchen zur Eiablage. Daher lauern die Zecken auf niedrigen Gräsern und kleinen Pflanzen, bis ein Wirt vorbeistreift. Zecken können beim Saugen Viren und Krankheiten übertragen. Dazu gehören Babesien, Borrelien, Acathocheilonema (Filarien-Würmer), Bartonellen, Ehrlichien, Anaplasmen, Rickettsien, und Flaviviren (FSME-Erreger). Diese Krankheitserreger führen teilweise zu schweren, akuten Krankheitsverläufen oder manifestieren sich als chronisch, persitierende Infektionen.

Was kann ich bei einem Zeckenbefall tun?

Wird eine Zecke auf dem Tier entdeckt, sollte diese umgehend entfernt werden. Je nach Erreger kann es einige Zeit dauern, bis er von der Zecke auf den Hund übertragen wird. Allerdings sollte man sich nicht nur auf diesen Zeitfaktor verlassen. Zur Entfernung der Zecke sollten ausschliesslich geeignete Zeckenzangen verwendet werden, da diese einem Quetschen der Zecke vorbeugen. Beim Quetschen der Zecke könnte es nämlich zu einer gesteigerten Erreger-Übertragung kommen, da Zeckeninhalt in den Stichkanal gedrückt werden kann. Keinesfalls sollte die Zecke mit Salben oder Ölen behandelt werden, da auch das zu einer Art Erbrechen der Zecke in die Wunde führen kann. Am besten entfernt man die Zecke durch sehr langsamen Zug nach oben. Ein Drehen wird sehr kontrovers diskutiert. Anschliessend sollte ein Parasitenmittel aufgetropft werden, das alle anderen Zecken und deren Entwicklungsstadien am Tier sicher abtötet.

Wie schütze ich mein Tier vor Zecken?

Es sind sehr viele Präparate zum Schutz vor Zecken auf dem Markt. Die meisten wirken gleichzeitig auch gegen Flöhe oder andere Parasiten. Man sollte sich hierfür in der Tierarztpraxis beraten lassen, da die Präparate von Tier zu Tier unterschiedlich gut und lange wirken können. Ferner ist zu beachten, dass manche Präparate nicht auf Katzen angewendet werden dürfen.

Das ideale Antiparasitikum wehrt den Biss der Zecke ab und tötet sie (repellierend und akarizid). Die meisten Präparate müssen dafür strikt alle vier Wochen, bei Reisen sogar alle zwei Wochen aufgetragen werden. Zusätzlich sollte der Hund nach jedem langen Spaziergang gründlich auf Zeckenbefall untersucht werden. Typische Stellen sind Kopf, Kehlkopfbereich, Nacken, Schultern und Brust.

Seinen Hund vor Zecken zu schützen, ist also ein Muss für jeden verantwortungsvollen Tierhalter. Katzen scheinen weitaus weniger empfänglich für durch Zecken übertragene Krankheiten zu sein, jedoch sollte man auch hier kein unnötiges Risiko eingehen und jeden Freiläufer regelmässig schützen.

Tierärztin mag. med. vet. Ines Nowotny

Mag. med. vet. Ines Nowotny

Ines Nowotny ist Tierärztin in der Tierklinik Dr. Hutter in Wien. Ihre Spezialgebiete sind bildgebende Diagnostik, Interne Medizin und Weichteilchirurgie. Die Video-Serie produzierte das Helvetia-Team in Wien für den Helvetia Blog Österreich.

www.tierklinik-hutter.at

Diese Seite weiterempfehlen
Bitte überprüfen Sie Ihre Verbindung

Weitere Stories