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Rechtsschutz-​Tipp #11: Falsches Estrich­abteil geräumt

Eine Umzugsfirma räumt aus Versehen das falsche Estrichabteil und entsorgt den wertvollen Besitz der Nachbarn. Muss das Unternehmen trotz fristgerechter und gewissenhafter Arbeit für den Schaden aufkommen? Die Experten von Coop Rechtsschutz geben Rat.

13. Mai 2015, Text: Christina Imsand, Foto: iStock

Zwei Männer beladen einen Umzugswagen.
Gewissenhaft und zügig das Estrichabteil geräumt – leider aber das falsche erwischt. Wer haftet?

Beauftragt wurde die Räumungsfirma von der Schwester einer verstorbenen Frau. Die Wohnung hatte sie zu einem grossen Teil schon selbst geräumt und gereinigt. Nur das Estrichabteil war dafür zu aufwendig. Deshalb beschloss sie, diese Arbeit extern zu vergeben. Der Auftrag ging an ein bei der Coop Rechtsschutz AG versichertes Räumungsunternehmen.

Nach Erhalt des Auftrages hat sich der Geschäftsführer persönlich mit der Hausverwaltung in Verbindung gesetzt. Diese nahm die Räumung zur Kenntnis und erklärte sich bereit, der Umzugsfirma Zugang zum Estrichabteil Nr. 7 zu gewähren. Deren Mitarbeitende machten sich sogleich an die Arbeit.

Was weder die Schwester der Verstorbenen noch die Hausverwaltung wussten: Die Verstorbene hatte ihr Estrichabteil längst mit ihren Nachbarn getauscht. Ihr Raum war etwas grösser als derjenige nebenan. Sie verstand daher, dass die Nachbarn mit ihren zwei Kindern mehr Platz benötigten als sie und war schnell mit dem Wechsel einverstanden.

So kam es, dass die Räumungsfirma zwar effizient wie immer ihre Arbeit verrichtete – dabei aber das falsche Abteil räumte. Die Sachen wurden direkt zu den diversen Entsorgungsstellen gebracht. Als einige Tage später die Verwechslung erkannt wurde, war es nicht mehr möglich, sie zurückzuholen.

Die betroffenen Parteien haben sich auf Anraten der Coop Rechtsschutz daraufhin vor Ort getroffen, um den Fall persönlich zu besprechen. Die Nachbarn liessen ihrem Unmut freien Lauf. Es sei ja wohl offensichtlich gewesen, dass es sich nicht um den Estrich einer 75-jährigen Frau handeln konnte. Der Schaden belaufe sich auf über 20'000 Franken.

Dem Geschäftsführer der Räumungsfirma war die Situation sehr unangenehm, jedoch konnte er glaubwürdig erklären, dass seine Mitarbeitenden den Auftrag gewissenhaft erfüllt hatten. Denn gemäss Gesetz ist lediglich ein «sorgfältiges Tätigwerden» und kein «Erfolg» geschuldet. Bei der Arbeit einer Räumungsfirma kommt es insbesondere auf die Schnelligkeit und absolute Verlässlichkeit an.

Zusammen mit der Coop Rechtsschutz konnte nach intensivem Gespräch mit allen Parteien eine Einigung gefunden werden. Die Verstorbene und die Nachbarsfamilie hätten den Wechsel der Estrichabteile der Hausverwaltung melden müssen. Damit hätte sich der Schaden vermeiden lassen. Der Räumungsfirma kann keine «Schlechterfüllung» ihres Auftrags vorgeworfen werden. Sie hat diesen korrekt ausgeführt und somit Anspruch auf vollständige Bezahlung ihrer Rechnung. Die Nachbarn und die Erbin kamen deshalb überein, je 50 Prozent des Schadensbetrages zu tragen.

In der Serie «Alles, was Recht ist!» bloggen die Juristen von Coop Rechtsschutz über aktuelle Fälle und geben nützliche Tipps rund um Rechtsfragen im Alltag. Die Helvetia arbeitet seit rund zwanzig Jahren mit Coop Rechtsschutz als eigenständige Partnerin zusammen. Mehr über Coop Rechtsschutz erfahren Sie in diesem Beitrag.

Christina Imsand

Christina Imsand

Christina Imsand ist seit 1. Juni 2014 bei der Coop Rechtsschutz AG im Rechtsdienst tätig. Sie ist Master of Law und arbeitet als Juristin am Hauptsitz in Aarau. Zu ihren Spezialgebieten gehören das Arbeits- und Sozialversicherungsrecht.

www.cooprecht.ch  

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