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Rechtsschutz-​Tipp #12: Zahn­unfall

Muss die Unfallversicherung zahlen, wenn man sich am Wasserhahn die Zähne stösst und eine teure Behandlung braucht? In einem umstrittenen Fall konnten die Experten von Coop Rechtsschutz mit ihrer Intervention einen positiven Bescheid der Versicherung erwirken.

3. Juni 2015, Text: Tobias Mani, Foto: iStock

Ein Junge am Waschbecken
Tobias Mani, Anwalt von Coop Rechtsschutz, erläutert den umstrittenen Fall einer Zahnverletzung am Wasserhahn und erklärt, wer für die Behandlung aufkommen muss.

Der Sohn einer bei Coop Rechtsschutz versicherten Familie ging während der Pause in der Schule auf die Toilette, um am Lavabo Wasser zu trinken. Dabei stiess er sich unglücklich die Vorderzähne am Wasserhahn und musste zum Zahnarzt. Für die Eltern des Knaben war klar, dass es sich hierbei um einen Unfall handelt. Sie meldeten das Ereignis ihrer Unfallversicherung.

Diese lehnte die Kostenübernahme für die Zahnbehandlung jedoch ab. Es handle sich vorliegend nicht um einen versicherten Fall. Gemäss Bundesgesetz gilt als Unfall «die plötzliche, nicht beabsichtigte schädigende Einwirkung eines ungewöhnlichen äusseren Faktors auf den menschlichen Körper, die eine Beeinträchtigung der körperlichen, geistigen oder psychischen Gesundheit oder den Tod zur Folge hat» (Art. 4 ATSG). Im vorliegenden Fall würde ein Hinweis auf einen «ungewöhnlichen äusseren Faktor» fehlen. Ein solcher wäre zum Beispiel gegeben, wenn der Knabe gestolpert ist oder geschupst wurde. Es bliebe somit lediglich die Krankenversicherung. Doch auch diese lehnte eine Entschädigung der Zahnbehandlungskosten ab, da die Familie keine entsprechende Zusatzversicherung abgeschlossen hatte. Somit blieben die Zahnbehandlungskosten an den Versicherten hängen. Die Eltern haben sich deshalb an Coop Rechtsschutz gewendet.

Zwei von Coop Rechtsschutz angefragte Sozialversicherungsexperten waren sich nach dem Studium der Unterlagen einig: Es könne streng juristisch betrachtet tatsächlich nicht von einem Unfall gesprochen werden. Die Ablehnung der Unfallversicherung müsse akzeptiert werden.

Ein vorhersehbares Missgeschick?

Trotzdem haben die Experten von Coop Rechtsschutz mit der Unfallversicherung Kontakt aufgenommen. Sie haben schriftlich argumentiert, dass der «ungewöhnliche Faktor» auch dann vorliegt, wenn ein Umstand den natürlichen Ablauf einer Körperbewegung «programmwidrig» - also unvorhersehbar - beeinflusst. Um eine solche Störung handle es sich bereits dann, wenn der Verunfallte sich an einem Gegenstand anstosse. Dabei stützte sich Coop Rechtsschutz auf ein Bundesgerichtsurteil, welches in einem anderen Zusammenhang diese These aufstellte.

Die Unfallversicherung hat auf den Einwand reagiert und darauf hingewiesen, dass es sich beim erwähnten Bundesgerichtsurteil um das Anstossen an einer Verkehrstafel anstelle eines Wasserhahns handelt und dieser Fall mit dem vorliegenden nicht verglichen werden könne. Der Sohn habe die Aktion, die zum Missgeschick geführt hatte - nämlich das Trinken am Wasserhahn - gewollt. Weil es bei einem Kind aber tendenziell zu unkoordinierten Bewegungen kommen könne, war die Unfallversicherung trotzdem bereit, den Zahnschaden als Unfall anzuerkennen.

Die versicherte Familie war über den Entscheid erleichtert; die Kosten der Zahnbehandlung wurden vollumfänglich von ihrer Unfallversicherung übernommen.

In der Serie «Alles, was Recht ist!» bloggen die Juristen von Coop Rechtsschutz über aktuelle Fälle und geben nützliche Tipps rund um Rechtsfragen im Alltag. Die Helvetia arbeitet seit rund zwanzig Jahren mit Coop Rechtsschutz als eigenständige Partnerin zusammen. Mehr über Coop Rechtsschutz erfahren Sie in diesem Beitrag.

Tobias Mani

Tobias Mani

Tobias Mani ist seit 2013 bei der Coop Rechtsschutz AG im Rechtsdienst tätig. Er ist lic. iur., Rechtsanwalt und leitet am Hauptsitz in Aarau ein Juristenteam.

www.cooprecht.ch  

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