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Säule 3a: Kann man wirklich Steuern sparen?

Kann man mit der Investition in die Säule 3a wirklich Steuern sparen? Ja, sagt Helvetia-Experte Reto Kleiner. Im Interview erklärt er, warum sich die private Vorsorge lohnt und was der Unterschied zwischen einer Bank- und einer Versicherungslösung ist.

31. Oktober 2017, Text: Katrin Meier, Foto: Crafft

Ein Mann tippt den Maximalbeitrag für die Säule 3a in einen Rechner ein.
Regelmässig Geld auf die Seite zu legen lohnt sich – denn ohne private Vorsorge steht das Alterskapital auf wackligen Beinen.

Reto Kleiner, es heisst immer, dass man mit einer Säule-3a-Versicherung Steuern sparen kann. Stimmt das?

Reto Kleiner: Ja, man darf einen bestimmten Betrag von den Steuern abziehen. Konkret kann man als Arbeitnehmer pro Jahr maximal 6'768 Franken in die Säule 3a einzahlen. Diesen Beitrag darf man dann vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Wie sieht die Situation aus, wenn man selbstständig ist?

Selbstständig Erwerbende, die keiner 2. Säule angeschlossen sind, dürfen 20 Prozent ihres Erwerbseinkommens beziehungsweise maximal 33'840 Franken in die Säule 3a einzahlen. Diesen Betrag dürfen sie ebenfalls vom steuerbaren Einkommen abziehen.

Wenn ich pensioniert werde und die 3. Säule aufgelöst wird, muss ich das angesparte Kapital aber trotzdem versteuern. Handelt es sich nicht eher um einen Steuer-Aufschub als um eine Steuer-Ersparnis?

Kapitalauszahlungen aus einer «gebundenen» Vorsorge, wie sie die Säule 3a darstellt, werden beim Bund gesondert besteuert, nämlich mit einer Jahressteuer. Auch die Kantone, Gemeinden oder Kirchen erheben eine Steuer. Von einem Steueraufschub kann jedoch nicht gesprochen werden: Die Steuereinsparungen vor der Auszahlung waren und sind immer höher als die Besteuerung beim Kapitalbezug. Wie hoch die Differenz ist, hängt primär vom Steuerfuss und vom Wohnort ab. Genaue Steuerberechnungen können im Internet oder von einem Finanzberater gemacht werden.

Die 3. Säule dient der privaten Selbstvorsorge und ist freiwillig. Warum sollte man trotzdem auf diese Weise vorsorgen?

Ohne die dritte Säule steht die Altersvorsorge auf wackligen Beinen, nämlich «nur» auf zwei Säulen: der AHV und der Pensionskasse. Die AHV bezahlt eine relativ bescheidene Rente. Und weil die Lebenserwartung stetig steigt, müssen die Leistungen der Pensionskasse pro Person immer länger ausbezahlt werden. Das ist einer der Gründe, warum sich die Altersrente in Zukunft tendenziell verringern wird. Wer seinen gewohnten Lebensstandard auch nach der aktiven Erwerbsphase aufrechterhalten möchte, muss deshalb zwingend auf die dritte Säule bauen. Dazu kommt, dass die Säule 3a von der Rendite her im Verhältnis zum Risiko eine der interessantesten Anlagen ist, die man tätigen kann.

Zudem kann man Vorsorgelücken schliessen. Allerdings ist das Geld bis zur Pension unantastbar, was viele als Nachteil empfinden.

Man muss nicht unbedingt bis zur Pension warten, um 3a-Gelder beziehen zu können. Diese Mittel dürfen beispielsweise für den Erwerb und die Erstellung von Wohneigentum zum Eigenbedarf oder für die Rückzahlung von Hypothekardarlehen bezogen werden. Weitere Möglichkeiten ergeben sich bei einer Frühpensionierung – die 3a-Gelder können auch fünf Jahre vor dem ordentlichen Rentenalter der AHV ausgerichtet werden. Oder bei Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit – um nur einige der Fälle zu nennen.

Was ist das ideale Alter, um eine Säule 3a abzuschliessen?

Sobald man erwachsen ist und ein eigenes Einkommen hat, kann man in die Säule 3a einzahlen. Ich empfehle generell, so früh wie möglich zu beginnen. Das lohnt sich unter anderem wegen des Zinseszins-Effekts. Der Betrag kann am Anfang klein sein und später dem wachsenden Einkommen angepasst werden.

Man kann aber auch auf andere Arten sparen.

Natürlich. Sofern dies konsequent und mit einem gewissen Sicherheitskonzept gemacht wird, sehe ich kein Problem. Falls jemand aber überhaupt nicht spart, droht ihm das Risiko einer Altersarmut. Das heisst, er muss entweder seinen gewohnten Lebensstandard nach der Pensionierung senken. Oder er wird von Dritten abhängig, muss vom Staat oder von Verwandten und Bekannten unterstützt werden. Gemäss einer Studie der Pro Senectute benötigen in der Schweiz rund 12 Prozent der Pensionierten Ergänzungsleistungen.

Apropos Armut: Wer wenig verdient, kann auch nicht viel sparen – ist die private Vorsorge ein Privileg der Reichen?

Grundsätzlich ist es immer eine Frage des Budgets – also wie viel verdiene ich und wie viel gebe ich aus. Natürlich kann ein Familienvater mit einem tieferen Einkommen in absoluten Franken weniger sparen als ein einkommensstarker Familienvater. Der prozentuale Anteil des Einkommens, den man zum Sparen auf die Seite legt, sollte jedoch identisch sein. In der Praxis erleben wir es immer wieder, dass Menschen über ihre finanziellen Verhältnisse leben – auch gut verdienende Personen. In solchen Fällen empfiehlt sich dann eine Budgetberatung und Budgetplanung.

Nun kann man ein 3a-Konto ja sowohl bei einer Bank als auch bei einer Versicherung machen. Worin liegen die Unterschiede?

Die gesetzlichen Regelungen sind für beide Institutionen genau gleich. Die Versicherung bietet noch einen Versicherungsteil an. So kann man beispielsweise eine Prämienbefreiung integrieren. Hat man zum Beispiel einen Unfall und wird invalide, zahlt die Versicherung in diesem Fall die Prämien bis zum Vertragsende weiter ein. Der Sparprozess wird nicht unterbrochen, und das Sparziel ist garantiert. Möglich ist auch der Einbezug einer Todesfalldeckung. Verstirbt die versicherte Person, besteht ein direktes Forderungsrecht auf die Todesfallsumme. Das heisst, das vereinbarte Todesfallkapital wird an die begünstigte Person ausbezahlt – und zwar sofort. Selbst wenn man die Erbschaft ausschlägt.

Wie sieht das bei einer Banklösung aus?

Bei der Bank ist das etwas anders geregelt. Das angesparte 3a-Geld wird nach einem Todesfall zwar ebenfalls relativ rasch an die begünstigte Person ausbezahlt. Es ist aber nicht vor einer Herabsetzungsklage geschützt. Das heisst: Falls Pflichtteile verletzt wurden, hat die begünstigte Person unter Umständen nicht den Gesamtbetrag in den Händen, sondern muss einen Teil davon abgeben. Beim Banksparen wird der effektive Auszahlungsbetrag wie folgt errechnet: Sparbetrag plus Zins beziehungsweise Performance im Zeitpunkt des Todesfalls. Dieser Betrag ist auf jeden Fall kleiner als das Todesfallkapital bei einer Versicherung. Zudem hat die Lebensversicherung bei einer Herabsetzungsklage den Vorteil, dass bei ihr der Rückkaufwert immer tiefer ist als der angesparte Betrag plus Zinsen beziehungsweise Performance. Denn hier werden die nicht amortisierten Abschlusskosten noch abgezogen.

Für wen macht welche Lösung Sinn?

Die Banklösung ist vor allem für Personen interessant, die nur über wenige Jahre hinweg in eine Säule 3a einbezahlen möchten. Sei es, weil sie die Schweiz bald wieder verlassen werden oder das Geld schon nach wenigen Jahren für Wohneigentum verwenden wollen. Die Versicherungslösung ist eher für Personen geeignet, die eine langfristige und sichere Anlagemöglichkeit bevorzugen. Am besten sucht man das Gespräch mit einem Vorsorgespezialisten. Er kann die familiäre und finanzielle Situation individuell analysieren und so am besten aufzeigen, welche Lösung infrage kommt.

Reto Kleiner, Leiter Key Account Management im Bereich Private Vorsorge.

Reto Kleiner

Reto Kleiner ist Leiter Key Account Management für den Bereich Private Vorsorge. Er arbeitet am Hauptsitz Schweiz der Helvetia Versicherungen in Basel.

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