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Säule 3a: Wann und wie mit Sparen be­ginnen?

Aller Unbeschwertheit zum Trotz: Bereits Jugendlichen und jungen Erwachsenen stellt sich früher oder später die Frage nach der langfristigen Vorsorge. Gibt es einen optimalen Zeitpunkt, um mit Sparen zu beginnen? Helvetia Experte Eric Gfüllner gibt Antworten auf diese und weitere Fragen.

30. November 2015, Text: Fabian Weidmann, Foto: Flickr

Eine Gruppe junger Menschen beim Feiern in einem Club.
Vor lauter Feiern noch nie an die Altersvorsorge gedacht? Bereits für junge Erwachsene stellt sich die Frage nach dem langfristigen Sparen.

Wer sich mit dem Drei-Säulen-System unserer Vorsorge auseinandersetzt, erkennt schnell, dass die Leistungen der ersten (AHV) und zweiten Säule (Pensionskasse) meist nur begrenzt erlauben, den gewohnten Lebensstil nach der Pensionierung weiterzuführen. Die demographische Entwicklung (steigende Lebenserwartung und niedrige Geburtenrate) setzt die Vorsorge zusätzlich unter Druck. Eine immer bedeutendere Rolle nimmt daher die dritte Säule ein, also die freiwillige, private Vorsorge. Dabei stehen eine Vielzahl an Spar- und Anlage-Möglichkeiten zur Verfügung. Eines haben aber alle gemeinsam: Sie sollen Lücken aus der obligatorischen Vorsorge schliessen.

Sparen ab dem ersten Lohn

Einen «richtigen» Zeitpunkt um mit Sparen zu beginnen gebe es nicht, sagt Eric Gfüllner, Vorsorge-Experte bei Helvetia. Grundsätzlich gelte jedoch: je früher desto besser. «Auf diese Weise nützt man den Zinseszins-Mechanismus am effektivsten aus und reduziert den Kapitaleinsatz», rät Gfüllner. Er empfiehlt deshalb, bereits vom ersten Lohn etwas auf die Seite zu legen. Wie viel Geld eingesetzt wird, ist zu Beginn sekundär: «Bereits 100 Franken pro Monat sind ein guter Start.»

Eine attraktive und weit verbreitete Art der privaten Vorsorge ist die Säule 3a. Der einbezahlte Betrag wird nicht nur verzinst, man darf ihn auch vom steuerbaren Einkommen abziehen. Ein Säule-3a-Konto kann jedoch nur eröffnen, wer über ein AHV-pflichtiges Einkommen verfügt. Der abzugsfähige Betrag für das Jahr 2017 beläuft sich auf 6'768 Franken.

Auch wer am Anfang seiner Berufskarriere steht, verfügt über die Möglichkeit, in die dritte Säule zu investieren. So können auch Lehrlinge und Studenten in die Säule 3a einzahlen und Steuern sparen. Dazu müssen sie über ein AHV-pflichtiges Einkommen verfügen und in der 2. Säule (Pensionskasse) versichert sein. Sind sie nur über die AHV, nicht aber über die Pensionskasse versichert, dürfen sie dennoch bis zu 20 Prozent des Einkommens in die gebundene Vorsorge einbezahlen – im Jahr 2017 maximal 33'840 Franken. Dies gilt im Übrigen für alle selbständig Erwerbenden.

Bezug nur in Ausnahmen möglich

Aber Achtung: Bei der Säule 3a handelt es sich um eine gebundene Vorsorge – Anlegern steht es nicht frei, das einbezahlte Kapital beliebig abzuheben. Das Geld darf nur vorzeitig beziehen, wer sich selbst genutztes Wohneigentum finanzieren möchte, sich beruflich selbständig macht, aus der Schweiz auswandert, bestehende Hypotheken zurückbezahlen möchte, eine ganze Invalidenrente bezieht oder sich in seine eigene Pensionskasse (berufliche Vorsorge) einkauft. Ansonsten gilt, dass das Kapital gesetzlich bis fünf Jahre vor dem Erreichen der Pensionierung gebunden bleibt.

Versicherung oder Bank?

Die Vorsorge mit der Säule 3a ist sowohl bei Versicherungen als auch bei Banken möglich. Bei der Banklösung bestimmt jeder selbst, wann und wie viel Geld auf das 3a-Konto einbezahlt wird. Diese Lösung ist flexibel und somit für jene jungen Erwachsenen interessant, die über einen überschaubaren Zeitraum in die Vorsorge einbezahlen möchten. Sei es, weil sie planen auszuwandern oder das Geld schon nach wenigen Jahren für Wohneigentum verwenden wollen.

Die Versicherungslösung eignet sich hingegen eher für Personen, die ihr Erspartes langfristig und sicher anlegen möchten. Diese Variante beinhaltet einen Versicherungsteil. Wer beispielsweise den Zusatz «Prämienbefreiung» integriert, erhält von der Versicherung die Garantie, dass diese die periodisch geschuldeten 3a-Prämien bis zum Vertragsende bezahlt, sollte die Person nach Krankheit oder Unfall ganz oder teilweise erwerbsunfähig werden.

Grössere Flexibilität dank mehrerer Konti

Laut Eric Gfüllner lohnt es sich, die Vorsorge auf mehrere Konti aufzuteilen. Dies führt zwar zu mehr administrativem Aufwand, bietet aber eine grössere Flexibilität in der Planung. Ein Säule-3a-Konto lässt sich jeweils nur als Ganzes auszahlen. «Wer mehrere Konti führt, hält sich die Option offen, das Geld gestaffelt zu beziehen. Dies kann helfen, die Steuerprogression zu brechen – sprich die Steuern zu optimieren.» Durchaus sinnvoll ist für Gfüllner auch eine Aufteilung der Ersparnisse auf Bank-, beziehungsweise Versicherungs-Modelle. Die Bank verspreche Flexibilität, während die Versicherung eine individuelle Konzeptlösung garantiere, so der Vorsorge-Experte.

Rendite trotz tiefer Zinsen

«Jugendliche und junge Erwachsene investieren grundsätzlich über eine längere Laufzeit, daher empfehle ich ein Produkt mit Anlagefonds», führt Gfüllner weiter aus. Mit einem solchen Fonds partizipiert man an der Entwicklung der Anlagemärkte. Das bedeutet, dass ein Teil der Einzahlungen in einen Fonds fliessen, der bis maximal 50 Prozent an Aktien gekoppelt ist. Der Säule-3a-Anlagefonds erreicht dadurch eine potenziell höhere Endauszahlung als ein Bankkonto oder eine klassische Lebensversicherung. «Diese höhere Rendite erarbeitet man sich jedoch mit einem höheren Risiko», sagt Gfüllner.

Die Zinsen im Finanzgeschäft sind zurzeit auf einem rekordverdächtig tiefen Niveau. Umso mehr lohne sich ein Vergleich zwischen den Anbietern, erläutert der Experte. Wer sein Geld jeweils zu den höchsten Zinsen anlegt, könne so über die Jahre hinweg deutlich mehr herausholen. Alternativ kann der Einsatz von Garantiefonds oder eines Produkts mit Basisgarantie in Betracht gezogen werden. «Obwohl bei längeren Laufzeiten Garantien nicht unbedingt notwendig sind, ist das ‹Bauch- und Sicherheitsgefühl› der Anleger nicht zu unterschätzen», weiss Gfüllner.

Ein Tipp erachtet Gfüllner als besonders wertvoll – denn er gilt für alle jungen Sparer gleichermassen: «Ich empfehle frühzeitig eine fundierte Beratung, damit eine individuell ideale Lösung gefunden werden kann.»

Eric Gfüllner, Key Account Manager im Bereich Private Vorsorge.

Eric Gfüllner

Eric Gfüllner ist Key Account Manager im Bereich Private Vorsorge. Der Vorsorge-Experte arbeitet am Hauptsitz von Helvetia Schweiz in Basel.

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