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Einkauf in die Pensions­kasse: Was gilt es zu beachten?

Freiwillige Vorsorge über die zweite statt über die dritte Säule? Diese Frage stellt sich Sparern angesichts des aktuellen Tiefzinsumfelds zunehmend. Aber wann lohnt sich ein PK-Einkauf tatsächlich? Und was gilt es dabei zu beachten? Helvetia Experte Reto Kleiner gibt Auskunft.

28. Januar 2016, Interview: Jan Söntgerath, Foto: istockphoto

Ein älterer Mann segelt im Sonnenuntergang auf einer Segelyacht auf einem See. Solche Träume kann man sich dank cleverer Vorsorge verwirklichen.

Herr Kleiner, mit freiwilligen Pensionskassen-Beiträgen lässt sich unter Umständen die Altersrente deutlich verbessern. Wann ist ein solcher Pensionskasseneinkauf sinnvoll?

Falls die Pensionskasse einen guten Deckungsgrad hat und die versicherte Person langfristig auf Spargelder verzichten kann, lohnt sich der Gedanke eines Einkaufs in die Pensionskasse in jedem Fall.

Ist ein PK-Einkauf gerade im heutigen Zinsumfeld ratsam?

Der obligatorische Pensionskassenteil unterliegt einer Mindestverzinsung, welche vom Bundesrat jährlich festgelegt wird. Tendenziell liegt dieser Zinssatz im Verhältnis zur gebotenen Anlagesicherheit über den marktüblichen Zinssätzen. Wenn man dann noch die Steuereinsparung mitrechnet und die relativ hohe Sicherheit berücksichtigt – gerade bei Sammelstiftungen – so dürfte ein PK-Einkauf in der Tat seinen Reiz haben. Das Geld ist in der Regel jedoch mittel- bis langfristig gebunden. Bei einem längerfristigen Anlagehorizont empfiehlt es sich, je nach Anlegerprofil der Kundschaft, allfällige Alternativen wie zum Beispiel Wertschriftenfonds zu prüfen.

Welche Faktoren beeinflussen die Rendite eines Pensionskasseneinkaufs?

Es gibt zwei Renditeberechnungen, welche bei einem Einkauf relevant sind. Die Investitionssumme kann vollumfänglich vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden und löst somit eine reduzierte Steuerrechnung aus. Zusätzlich rentiert das Geld innerhalb des BVGs per 1. Januar 2016 mit einer Mindestverzinsung von 1,25 Prozent. Je nach Anlageerfolg kann die Rendite auch höher sein. Falls die Pensionskasse ihre versicherten Personen über das Obligatorium hinaus versichert, so kann dieser überobligatorische Teil aber auch unter dem BVG-Mindestzins verzinst werden.

Können Sie hierzu ein konkretes Zahlenbeispiel machen?

Angenommen eine Familie mit zwei Kindern und einem steuerbaren Einkommen von 100'000 Franken investiert 20'000 Franken in eine Pensionskasse. Damit reduziert sie das steuerbare Einkommen auf 80'000 Franken. Dies macht eine konkrete Steuereinsparung von 5'000 Franken aus. Die Familie bezahlt insgesamt nur noch rund die Hälfte der vorherigen Steuerlast.

Mit einer Einzahlung von 20'000 Franken kann eine vierköpfige Familie bis zu 5'000 Franken Steuern sparen (Berechnungsquelle: Analyse-Tool 3C von SBI – offizielles Hilfsmittel der Helvetia).

Gibt es Limiten bezüglich der minimalen oder maximalen Einkaufssumme?

Die maximale Einkaufssumme ist im Pensionskassenausweis aufgeführt. Diese Zahl entspricht der Lücke zwischen dem vorhandenen Altersguthaben und dem maximal möglichen Altersguthaben der versicherten Person gemäss Vorsorgereglement. Eine minimale Einkaufssumme ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Bei sehr tiefen Einkäufen in die Pensionskasse greifen die Vorteile höherer Leistungen und tieferer Steuern jedoch kaum.
Das Einkaufspotenzial ergibt sich aus der Differenz zwischen vorhandenem und maximalem Altersguthaben. (Quelle: Dokumentation Helvetia «Mit dem freiwilligen Einkauf in die Pensionskasse Vorsorgelücken schliessen».)

Welche gesetzlichen Vorschriften müssen beachtet werden?

Bevor Einkäufe steuerlich wirksam gemacht werden können, müssen allfällige Vorbezüge für Wohneigentum zurückbezahlt sein. Drei Jahre vor Entstehung des Anspruchs auf Altersleistungen ist die Rückzahlung nicht mehr zulässig. Bis drei Jahre vor der der Pensionierung können Einkäufe nur steuerlich abgesetzt werden, wenn bei der Pensionierung die Altersrente bezogen wird – also keine Kapitalbezugsmöglichkeit, ausser wenn damit durch Scheidung verursachte Vorsorgelücken aufgefüllt werden.

Wie kann man mit einem Einkauf in die Pensionskasse die Steuerprogression vermindern?

Anstelle einer einmaligen grossen Investition, werden die Gelder über mehrere Jahre in kleineren Tranchen einbezahlt.

Worin liegen die Vorteile gegenüber dem Sparen mit der 3. Säule?

Die maximale Einzahlung in die gebundene Vorsorge der Säule 3a ist für pensionskassenversicherte Personen für das Jahr 2017 auf CHF 6'768 beschränkt. Mit zusätzlichen Einkäufen in die 2. Säule können Angestellte die Vorsorgesituation steuerwirksam optimieren und vorwärts treiben.

Was raten Sie Ehepaaren, die über zwei Pensionskassen verfügen?

Auf alle Fälle sollte das Ehepaar Ihre Vorsorgesituation von einem Experten analysieren lassen und in eine oder zwei Säulen 3a investieren. Unter Umständen lohnt es sich auch mittels gestaffelten Einkäufen in die Pensionskasse steuerwirksam vorzusorgen. Die Auszahlungen sollten zwischen dem Alter 60 und 65 über mehrere Jahre verteilt erfolgen. Damit wird die Steuerprogression bei Ablauf optimiert, weil bei Kapitalauszahlungen aus der 2. und 3. Säule reduzierte Steuern fällig werden. Auch empfehle ich ein individuelles Anlegerprofil von einem Experten erstellen zu lassen, damit die Anlageform kundengerecht zusammengestellt werden kann.

Können Gelder, die für einen PK-Einkauf gezahlt worden sind, vor der Pensionierung bezogen werden?

Je nach Vorsorgereglement dürfen Altersleistungen vor Alter 64 bei Frauen beziehungsweise 65 bei Männern bezogen werden. Aber Vorsicht: Ein Kapitalbezug aus der 2. Säule bedeutet immer auch eine Reduktion von Vorsorgeleistungen. Gerade deshalb muss die Ehepartnerin oder der Ehepartner beziehungsweise die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner schriftlich zustimmen.

Welche Kriterien gelten dabei?

Gelder aus der 2. Säule dürfen bezogen werden, wenn sich ein Arbeitnehmer selbständig macht oder die versicherte Person die Schweiz endgültig verlässt. Falls die Person ausserhalb der EU lebt, darf sie das gesamte Kapital beziehen, ansonsten nur den überobligatorischen Teil. Zudem für selbstbewohntes Wohneigentum. Jedoch erst drei Jahre nach dem letzten Einkauf in die Pensionskasse. Ansonsten wird dieses Vorgehen als Steuerumgehung taxiert. Für diesen Bezugszweck müssen mindestens 20'000 Franken bezogen werden und das Vorgehen darf nur alle fünf Jahre wiederholt werden.

Worauf gilt es sonst noch zu achten?

Bis Alter 50 kann die gesamte Freizügigkeitsleistung bezogen werden. Ab diesem Alter wird geprüft, welche Freizügigkeitsleistung höher ist – diejenige mit Alter 50 oder die Hälfte des aktuellen Freizügigkeitsguthabens.

Reto Kleiner, Leiter Key Account Management im Bereich Private Vorsorge.

Reto Kleiner

Reto Kleiner ist Leiter Key Account Management für den Bereich Private Vorsorge. Er arbeitet am Hauptsitz der Helvetia Schweiz in Basel.

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