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Rechtsschutz-​Tipp #15: Spezial­reinigung der Miet­wohnung

Darf ein Vermieter verlangen, dass man seine Wohnung vor dem Auszug einer Spezialreinigung unterzieht – nur weil der Nachmieter Allergiker ist? Ob diese Forderung rechtlich zulässig ist und wer die Kosten trägt, klärt die Mietrechts-Expertin von Coop Rechtsschutz.

11. Februar 2016, Text: Martina Frei, Foto: iStock

Eine Putzkraft führt mit einem Hochleistungs-Staubsauger die Endreinigung in einer Wohnung durch.
Kann ein Mieter zu einer Spezialreinigung seiner Wohnung auf eigene Kosten verpflichtet werden? Die Mietrechts-Expertin von Coop Rechtsschutz weiss Bescheid.

«Muss ich die Mietwohnung wirklich auf meine Kosten derart speziell reinigen lassen?» Mit dieser Frage wendete sich ein Kunde an Coop Rechtsschutz. Er hatte seine Wohnung ordentlich gekündigt und mit seinem Vermieter über die Details der Wohnungsabgabe gesprochen. Der Vermieter erklärte ihm dabei, dass der neue Mieter Allergiker sei und deshalb nur nach einer Spezialreinigung in diese Wohnung einziehen könne. Die Reinigungskosten würden nun mal zu Lasten des Vormieters gehen.

Coop Rechtsschutz konsultierte das Mietrecht. Dieses ist im Obligationenrecht geregelt und hält unter Artikel 267a fest, dass «der Mieter die Sache in dem Zustand zurückgeben muss, der sich aus dem vertragsgemässen Gebrauch ergibt.» Entsprechend muss der Versicherungsnehmer die Wohnung und alle dazugehörigen Nebenräume zum Zeitpunkt der Beendigung des Mietverhältnisses gründlich gereinigt und in sauberem Zustand abgeben.

Mit der Forderung nach einer Spezialreinigung hingegen ging der Vermieter im aktuellen Beispiel klar zu weit. Dazu kann der Mieter nicht verpflichtet werden. Der Schweizerische Mieterinnen- und Mieterverband hält ausdrücklich fest: «Der Mieter muss die gründliche Reinigung und die Instandstellungsarbeiten nur soweit übernehmen, als er das selber erledigen kann. Verlangt der Vermieter eine Spezialbehandlung durch eine Fachperson, so kann der Mieter das ablehnen.» Ebenfalls kann ein Vermieter keine gefährlichen Reinigungen verlangen.

Anders würde es sich verhalten, wenn im Mietvertrag eine Reinigungspauschale vereinbart ist. In diesem Fall hat der Mieter die Wohnung «besenrein» zu hinterlassen. Dies bedeutet, dass der Mieter die Küche und das Bad gründlich reinigen sowie die Böden staubsaugen oder nass aufnehmen muss. Die Reinigung der Fenster, Fensterrahmen und Rollläden übernimmt der Vermieter.

Der Versicherte hat nach der Beratung von Coop Rechtsschutz den Vermieter nochmals kontaktiert. Dieser liess sich von der Argumentation überzeugen und hat auf die Verrechnung der Spezialreinigung verzichtet.

In der Serie «Alles, was Recht ist!» bloggen die Juristen von Coop Rechtsschutz über aktuelle Fälle und geben nützliche Tipps rund um Rechtsfragen im Alltag. Die Helvetia arbeitet seit rund zwanzig Jahren mit Coop Rechtsschutz als eigenständige Partnerin zusammen. Mehr über Coop Rechtsschutz erfahren Sie in diesem Beitrag.

Die Expertin

Martina Frei ist seit 2002 bei der Coop Rechtsschutz AG im Rechtsdienst tätig. Sie ist CAS Paralegal / Juristische Sachbearbeiterin und Mitglied des Kaders. Martina Frei ist stellvertretende Leiterin des Front Teams. Ihr Spezialgebiet sind Fälle aus dem Mietrecht.

www.cooprecht.ch

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