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Wer zahlt, wenn das Handy explodiert?

Immer wieder ist in den Schlagzeilen von explodierenden Handys zu lesen. Wie gefährlich ist Mobiltelefonieren wirklich? Kommt die Versicherung für die Schäden auf? Wie kann ich mich schützen?

13.03 2017, Text und Foto: Crafft

Defektes Handy mit ausgebranntem Akku.
Albtraum der «Generation Mobile»: brennende Handys.

Früher war das Telefon zuhause ans Kabel gebunden, und wenn jemand anrief, klingelt es einfach. Heute ist es überall, und es piept, quietscht, pfeift, schrillt, schreit, blinkt, vibriert und spielt aktuelle Hits, wenn es irgendetwas Neues gibt. Und manchmal knallt es auch. Für den letzten grossen Skandal sorgte Samsung im Herbst 2016 bei der Einführung des neuen Galaxy S7 Edge. Defekte Akkus sollen zu mehreren explodierten Geräten geführt haben. Samsung musste eine Rückrufaktion starten.

Auch in der Schweiz hört man immer wieder von solchen Vorfällen: «Horror für Fanny (18): Handy explodierte in ihrem Hosensack», titelte der «Blick». Sie habe einen Knall gehört wie von einem Feuerwerkskörper, erzählte die Maler-Lehrtochter aus La Chaux-de-Fonds (NE). Plötzlich sei es heiss geworden am Bein, und die Kleider hätten Feuer gefangen. Fanny Schlatter erlitt Verbrennungen dritten Grades am rechten Oberschenkel. Schuld war der Akku: Er hatte sich von selbst entzündet. Der «Blick» berichtete noch von weiteren Vorfällen: «Bei Anruf bumm!» lautete eine weitere Schlagzeile. Am Silvesterabend explodierte das Handy von Michele Crivelli mitten auf dem Tisch. Das Modell: Samsung Galaxy S4. «Wir waren rund 25 Personen», sagte Crivelli gegenüber Blick, «erst dachten alle, ich hätte eine Tischbombe organisiert.»

Explosion in der Hemdtasche

Auch im Kanton St.Gallen erwischte es einen Handynutzer vor einiger Zeit: Das Handy von Kurtishi (27) aus Heerbrugg explodierte in einer Tasche auf der Fahrt mit dem Roller in die Badi, wie «20 Minuten» exklusiv berichtete. Glücklicherweise sei dabei ein Loch in der Tube entstanden, und flüssige Sonnencreme habe den Brand gelöscht. Im Internet kursieren zahlreiche Gerüchte über explodierende Handys: Ein 23-jähriger Inder habe ein Telefonat mit dem Leben bezahlt; sein Handy sei mitten im Gespräch explodiert. Einem 22-Jährigen Chinesen habe die Druckwelle des explodierenden Akkus Rippen und Herz durchbohrt. Beim Versuch, ihr zuvor auf den Boden gefallenes Handy am Stromnetz aufzuladen, sei eine 24-jährige Finnin schwer verletzt worden. Ein Südkoreaner sei tot am Schreibtisch entdeckt worden; Tatwaffe: das geschmolzene Handy in der Brusttasche seines Hemdes.

Vorsicht bei Billig-Akkus

Wie glaubhaft sind diese Geschichten? Wie riskant ist es wirklich, ein Handy auf sich zu tragen? Dass defekte oder minderwertige Akkus überhitzen können, ist nicht neu. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Rückrufaktionen von Laptops und Digitalkameras, bei denen offenbar die Qualitätskontrolle versagt hatte. In Europa wurden erstmals 2003 mehrere Fälle von qualmenden, brennenden und explodierenden Handy-Akkus bekannt. Als Unfallursache wurden minderwertige Billig-Akkus identifiziert, worauf einige Handy-Hersteller ihre Original-Akkus mit Hologramm-Aufklebern kennzeichneten.

Kurzschluss im Gehäuse

Unfälle sind nach wie vor äusserst selten. Verursacher sind überhitzte Nickel-Metallhydrid-Akkus oder fehlerhafte Lithium-Ionen-Akkus, die in der Kommunikations- und Unterhaltungselektronik stark auf dem Vormarsch sind. Werden bei der Herstellung die mikroskopisch kleinen Metallteilchen verunreinigt, besteht die Gefahr, dass zwischen den Energiezellen auf der Membran ein Kurzschluss entsteht. Dabei wurden Temperaturen von bis zu 140 Grad gemessen – genug, um das Gehäuse schmelzen zu lassen und einen Brand zu entfachen. Kurzschlüsse drohen auch, wenn das Mobiltelefon herunterfällt und Leiterbahnen oder Kontakte brechen.

Vorsorgen ist besser

Wer zahlt, wenn einem das Handy um die Ohren fliegt? «Eine spezielle Versicherung muss nicht abgeschlossen werden», beruhigt Helvetia-Schadenexperte Romano Simeon. «Jede Sachversicherung übernimmt im Rahmen der Feuerdeckung Explosions-, Brand- oder Sengschäden.» Meistens handle es sich nicht um Explosionen, wie in den Medien dargestellt, sondern um Überhitzungen der Akkus, die Brand- oder Sengschäden auslösten. «Beides ist aber hinsichtlich Deckung gleichgestellt.» Für Personenschäden sei in erster Linie die Unfallversicherung zuständig. Schäden an Kleidern, Taschen und Mobiliar übernehme die Hausrat- bzw. die Gebäudeversicherung. Für Schäden am Fahrzeug komme die Motorfahrzeugversicherung auf. Falls Dritte betroffen sind, komme die Privathaftpflicht in Betracht. Zudem sei es allenfalls ratsam, beim Verkäufer oder beim Hersteller mögliche (Garantie-)Ansprüche im Rahmen der Produkthaftung geltend zu machen.

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