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Haftung & Recht

Rechtsschutz-Tipp #18: Wenn Kuhglocken die Lebensqualität beeinträchtigen

Ruhig und friedlich: So stellen sich viele das Landleben vor. Dass dem nicht immer so ist, beweist der Fall von einem Coop Rechtsschutz Kunden. Wegen den Glocken von weidenden Kühen kann er nicht mehr schlafen. Ob man die Kuhglocken in einem Wohngebiet verbieten kann, weiss die Coop Rechtsschutz.

01. September 2017, Autor: Petra Huser, Foto: iStock

Kühe grasen auf einer Wiese neben einem Wohngebiet.
Das Leben auf dem Land kann so idyllisch sein. Was aber wenn man wegen Kuhglocken-Lärm nicht mehr schlafen kann?

Ein Versicherter von Coop Rechtsschutz meldete, dass er sich seit einiger Zeit massiv in seiner Lebensqualität eingeschränkt fühle. Er könne keine Nacht mehr durchschlafen und sei deshalb während der Arbeit ständig müde. Und das wegen Kühen, die auf dem Nachbarsgrundstück weiden. Das Problem: Die Kühe tragen Glocken. Ein Gespräch mit dem Bauern blieb erfolglos. Die Glocken seien notwendig, damit er die Kühe wieder finden würde, sollten sie sich von der Weide entfernen. Der Gang vor die Gemeinde fruchtete ebenfalls nicht – solche Fälle seien in der Lärmschutz-Verordnung nicht speziell geregelt, hiess es.

Grundstück-Eigentümer müssen Lärm verhindern

Da es sich bei besagtem Fall um nachbarrechtliche Regelungen handelt, kommt das Zivilgesetzbuch zur Anwendung. Artikel 684 besagt, dass jeder bei der Ausübung seines Eigentums – namentlich beim Betrieb eines Gewerbes auf dem Grundstück – verpflichtet ist, «sich aller übermässigen Einwirkungen auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten. Verboten sind insbesondere alle schädlichen Einwirkungen durch Luftverunreinigung, üblen Geruch, Lärm, Erschütterung, oder den Entzug von Tageslicht.» Lässt der Bauer also seine Kühe auf seinem Grundstück weiden, hat er verpflichtend dafür zu sorgen, dass die Eigentümer der umliegenden Grundstücke nicht dadurch geschädigt werden.

Lärmeinwirkung klar belegbar

Für die Coop Rechtsschutz war schnell klar, dass es sich im vorliegenden Fall um eine übermässige Lärmeinwirkung handelt: «Der Lärm, der durch die Kuhglocken verursacht wird, wirkt sich in seiner Unregelmässigkeit und Lautstärke äusserst negativ auf die Lebensqualität in der Umgebung aus.» In einem Brief an den Bauern hat der zuständige Jurist auf den Artikel im Zivilgesetzbuch aufmerksam gemacht und ihn darauf hingewiesen, dass das Anbringen von Kuhglocken in einer Wohngegend nicht zwingend notwendig sei.

Ein paar Wochen später hat sich der Kunde beim Juristen gemeldet. Er erzählte, dass sich die Situation markant verbessert habe. Nur noch zwei kleine Kälber würden Glocken tragen, was aber nicht weiter störe. Nun könne er endlich wieder ungestört durchschlafen.

Petra Huser

Petra Huser

Petra Huser startete ihre Tätigkeit bei Coop Rechtsschutz im November 1999 als Assistentin im Rechtsdienst. Ab 2008 war sie Assistentin der Geschäftsleitung. Heute arbeitet sie als Kommunikationsverantwortliche für das Unternehmen und ist im Rahmen ihrer internen Fall-Recherche für das Kundenmagazin www.core-magazin.ch auf diesen interessanten Rechtsfall gestossen.
 

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