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Autokauf: Wer haftet für nach­trägliche Mängel?

Junger Mann lehnt an sein blaues Auto und hat die Motorhaube geöffnet. Er hatte offenbar eine Panne und telefoniert gerade.
Wer haftet für Schäden bei einem Occasions-Auto, das privat verkauft wird? Die Rechtsschutz-Experten geben Auskunft.
Ich habe ein Auto verkauft (200'000 Kilometer, Jahrgang 94). Das Auto wurde frisch vorgeführt, hat aber diverse Mängel, worüber ich den Kunden informierte. Einige Wochen nach dem Verkauf schickte er mir eine Liste mit angeblichen «versteckten Mängeln», welche meines Erachtens auch eine Laie erkannt hätte – wenn sie denn bereits bestanden hätten. Bin ich als Verkäufer verpflichtet, die Schäden zu beheben oder das Geld zurück zu erstatten?
Gefragt von Samuel K. 27.08.2015

Regula Weber
Regula Weber, Juristin, Coop Rechtsschutz AG
02.09.2015

Guten Tag Herr K.

Wie Ihre Reaktion ausfallen soll, hängt primär davon ab, ob zwischen Ihnen und dem Käufer vertragliche Regelungen getroffen wurden oder ob die gesetzliche Gewährleistung zum Zuge kommt. Wurde beim Kauf die Gewährleistung explizit ausgeschlossen, müssen Sie nur für Mängel einstehen, die Sie dem Käufer arglistig verschwiegen haben. Arglist ist beispielsweise gegeben, wenn Sie Fragen des Käufers absichtlich falsch beantwortet oder es absichtlich unterlassen haben, auf Ihnen bekannte Mängel hinzuweisen. Im Streitfall muss der Käufer mit hoher Wahrscheinlichkeit darlegen können, dass er von Ihnen getäuscht wurde. Offensichtliche Mängel – die sogar von einem Laien erkennbar sind – können nicht arglistig verschwiegen werden.

Liegt jedoch kein schriftlicher Vertrag vor, gilt die gesetzliche Gewährleistung für Mängel an der Kaufsache (gemäss Art. 197 Schweizerisches Obligationenrecht). Die Gewährleistung räumt dem Käufer die Möglichkeit der nachträglichen Preisminderung oder bei einem erheblichen Mangel sogar das Rücktrittsrecht ein.

Im Falle der gesetzlichen Gewährleistung haben Sie für zugesicherte Eigenschaften sowie auch für Mängel – die Sie weder selber verschuldet noch gekannt haben – einzustehen. Offensichtliche Mängel, die bereits beim Kauf bestanden haben und die der Käufer bei geforderter Aufmerksamkeit hätte erkennen müssen, können nicht zu einem späteren Zeitpunkt gerügt werden. Dem Käufer obliegt die Pflicht, das Auto beim Kauf zu prüfen und versteckte Mängel nach Kenntnisnahme umgehend zu rügen. Andernfalls verwirkt der Käufer seine Gewährleistungsansprüche. Im Streitfall hat der Käufer zu beweisen, dass die von ihm behaupteten Mängel bereits im Zeitpunkt des Vertragsschlusses bestanden haben und ihm nicht bekannt waren. Beim Kauf eines Gebrauchtwagens muss mit erhöhten Abnutzungserscheinungen, einer erhöhten Reparaturanfälligkeit und auch mit Mängeln gerechnet werden. Massgebend sind hauptsächlich das Alter des Autos, die Anzahl Kilometer beim Kauf sowie der Kaufpreis.

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