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Oldtimer mit defekter Antriebs­welle: Haftet der Verkäufer?

Oldtimer mit offener Motorhaube
Nach dem Kauf ist die Freude am schönen Oldtimer ist schnell verflogen, wenn dieser nicht fahrtüchtig ist – was tun?
Ich habe bei einer Garage einen amerikanischen Oldtimer gekauft. Nach der Lieferung stellte ein befreundeter Mechaniker fest, dass die Antriebswelle defekt ist. Als Laie habe ich das nicht erkannt. Der Verkäufer behauptet nun, dass er davon auch nichts gewusst habe. Im schriftlichen Kaufvertrag ist die Garantie für Mängel explizit ausgeschlossen. Kann ich die Reparaturkosten vom Verkäufer trotzdem zurückverlangen? Ich muss anfügen, dass ich vor dem Kauf Fotos erhalten habe von der Antriebswelle; mein Mechaniker sagt, dass der Riss darauf deutlich sichtbar war und die Garage den Mangel ebenfalls hätte erkennen müssen.
Gefragt von Lea B., Lugano 17.05.2016

Franziska Schmitt, lic.iur. Rechtsanwältin, Rechtsdienst, Helvetia Versicherungen
24.05.2016

Sehr geehrte Frau B.

Grundsätzlich haftet der Verkäufer dafür, dass die verkaufte Sache – in diesem Fall der Oldtimer – keine Mängel aufweist, die den Wert mindern könnten oder den vorgesehenen Gebrauch verunmöglichen (Art. 197 OR). Das heisst also: Wenn Sie beim Kauf klar gemacht haben, dass Sie mit dem Auto auch fahren möchten oder Ihnen der Verkäufer die Fahrtüchtigkeit gar zugesichert hat und sie gleichzeitig einen entsprechenden Preis dafür gezahlt haben, liegt ein Sachmangel vor.

Die zentrale Frage ist in diesem Fall: Hat die Garage gewusst, dass die Antriebswelle defekt ist, und Ihnen den Schaden bewusst verschwiegen? Falls ja, hätte der Verkäufer arglistig gehandelt und müsste für die Mängel einstehen.

Nun hat die Garage aber die Gewährleistung für Mängel im Kaufvertrag explizit ausgeschlossen. Das ist grundsätzlich zulässig – solange die Garage beim Verkauf wirklich nichts gewusst hat von einem Mangel. Hat Ihnen der Verkäufer aber den Bruch der Antriebswelle arglistig verschwiegen, ist eine solche Klausel ungültig, und die Garage ist für den Schaden haftbar (Art. 199 OR).

Dass der Verkäufer den Schaden gekannt und Ihnen arglistig verschwiegen hat, ist dann anzunehmen, wenn offensichtlich ist, dass Sie bei Kenntnis des Mangels das Fahrzeug nicht gekauft hätten – oder nicht zu diesem Preis. Die Fotos, die Sie erwähnen, könnten als Beweis dienen, dass der Verkäufer den Mangel gekannt haben muss.

Wir raten Ihnen, den Mangel sofort und schriftlich beim Verkäufer zur Anzeige zu bringen. Liegt in Ihrem Fall aufgrund aller Umstände ein Sachmangel vor und können Sie dessen arglistige Verschweigung durch den Verkäufer beweisen, so können Sie eine angemessene Reduktion des Kaufpreises geltend machen.

Bei juristischen Fragen oder Rechtsstreitigkeiten sind Sie mit einer Rechtsschutzversicherung gut abgesichert. Nebst juristischer Beratung durch Experten übernimmt die Rechtsschutzversicherung auch Anwalts-, Gerichts- und Verfahrenskosten sowie Prozessentschädigungen.

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