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Eigenheim: Ist die Hypothek auch mit der Rente tragbar?

Ein älteres Paar sitzt auf einer Bank.
Eigentumswohnung nach der Pensionierung: Wer die Finanzierung seiner Hypothek langfristig plant, kann sich Wohneigentum auch mit der Rente bis ins hohe Alter leisten.
Ich bin 50, meine Frau ist 48. Wir möchten eine Eigentumswohnung kaufen. Worauf müssen wir achten, damit wir uns die Wohnung bis ins hohe Alter leisten können?
Gefragt von Hannes W., Solothurn 07.06.2017

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Stéphane Meusy, Ressortleiter Hypotheken, Helvetia Versicherungen
13.06.2017

Lieber Herr W.

Die Renten aus AHV und Pensionskasse betragen in der Regel nicht mehr als 60 Prozent des Einkommens, welches über das BVG-Obligatorium versichert werden kann. Um den gewohnten Lebensstandard halten zu können, benötigen Rentnerinnen und Rentner erfahrungsgemäss jedoch etwa 80 Prozent des bisherigen Einkommens. Diese Lücke müssen Sie durch die 3. Säule schliessen. Mit dem Hauskauf binden Sie aber möglicherweise genau jene Mittel, die Sie später für den täglichen Bedarf benötigen.

Bei einem eventuellen Vorbezug von Pensionskassengeldern für den Immobilienkauf sollten Sie deshalb vor allem auch die damit verbundenen Kürzungen Ihrer künftigen Rente beachten. Falls Sie diesen Finanzierungsweg wählen, sollten Sie die dadurch entstehende Vorsorgelücke möglichst schnell durch Einzahlungen wieder schliessen.

Wichtig ist, dass Ihre Versicherung oder Bank Ihre Hypothek auch nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben als tragbar einstuft: Die Hypozinsen und die Unterhaltskosten dürfen einen Drittel des Renteneinkommens nicht überschreiten. Dies auch dann, wenn der Hypothekarzins auf fünf Prozent steigen würde. Erfüllen Sie die Tragbarkeitsregel nach der Pensionierung nicht mehr, riskieren Sie die Kündigung der Hypothek und einen Zwangsverkauf.

Bevor Sie sich auf die Suche nach einer Eigentumswohnung machen, sollten Sie also wissen, wie viel diese maximal kosten darf, damit Sie auch in der dritten Lebensphase darin wohnen können. Nutzen Sie für die langfristige Einschätzung Ihrer finanziellen Möglichkeiten das Know-how eines Vorsorgeberaters. Dieser berechnet für Sie, wie stark Sie Ihre Hypothek bis zum Rücktritt aus dem Berufsleben abgebaut haben müssen und wie Sie dabei möglichst effizient vorgehen: etwa durch eine indirekte Amortisation mit der steuerlich begünstigten Säule 3a oder mit zusätzliche Mitteln der freien Vorsorge. Ferner kann ein Vorsorgeberater auch abschätzen, ob Sie für die Bedienung Ihrer Hypothek zusätzlichen Versicherungsschutz beim Todes- oder Erwerbsausfall von Ihnen oder Ihrer Partnerin benötigen.

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