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Engagement
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Neue Schutz­wälder bringen Sicher­heit für Jahr­zehnte

Der Erhalt der Schutzwälder ist ein stetiger Kampf gegen die Kräfte der Natur. Permanent müssen Forstwarte auf schwierigem Terrain alte und beschädigte Bäume ersetzen. «Das Engagement der Helvetia im Berner Oberland nützt deshalb allen und ist eine Vorsorge für die Zukunft», sagt Rudolf Zumstein, der Leiter der Waldabteilung 1.

19. November 2012, Text: Andreas Notter, Foto: Helvetia/Markus Aebischer

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Oberförster Rudolf Zumstein im Wald

Rudolf Zumstein, welche Bedeutung haben Schutzwälder in Berggebieten?

Wald verhindert das Anreissen von Lawinen, bremst und stoppt herunterfallende Steine, dämpft den Hochwasserabfluss und die Erosion des Bodens. Die Wurzeln der Bäume armieren den Boden, entwässern ihn und verlangsamen Rutschbewegungen. Genau diese Wirkungen gegen Naturgefahren erlauben dem Menschen, im Berggebiet zu wohnen, zu arbeiten und Verkehrswege zu benützen. Auch unsere in- und ausländischen Gäste profitieren davon, indem sie die Bergwelt sicher erleben und geniessen können.

Wie unterscheidet sich die Pflege eines Schutzwaldes von der einer «herkömmlichen» Waldfläche?

Die Kräfte der Natur beanspruchen den Schutzwald stark und verletzen ihn, zum Beispiel durch Steine. Die beschädigten Bäume verlieren an Schutzwirkung. Daher müssen sie durch junge Bäume ersetzt werden. Waldbesitzer, die Sicherheitsverantwortliche Stelle (SiV) und der Forstdienst bestimmen, wo ein Eingriff besonders dringend ist. Der Waldbesitzer fällt dann die alten Bäume; es gelangt wieder Licht und Wärme auf den Boden und junge Bäume können nachwachsen. Der Eingriff erfolgt so, dass immer eine Schutzwirkung vorhanden ist. Beim Steinschlag-Schutzwald beispielsweise wird so eingegriffen, dass in der Falllinie keine grossen Lücken entstehen und keine Steine ungebremst herunterfallen können.

Die Helvetia beteiligt sich mit 10'000 Bäumen an der Aufforstung von insgesamt 18 Schutzwald-Gebieten im östlichen Berner Oberland. Weshalb sind die Lücken entstanden?

In den meisten Fällen durch Pflegeeingriffe. Dort pflanzt man nun Bäume, weil man schneller Nachwuchs oder andere Baumarten möchte, welche die Stabilität des Waldes erhöhen. Es sind aber auch Flächen dabei, wo der Wald durch Stürme zerstört wurde.

Für welche Fläche reichen 10'000 Bäume aus?

Weil nicht flächig sondern stützpunktartig gesetzt wird, rechne ich, dass maximal 2000 Pflanzen pro Hektare gebraucht werden und die Bäume so für mehr als 5 Hektaren Schutzwald ausreichen.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf die Schutzwälder aus und was können die Förster dagegen unternehmen?

Für den Schutzwald in den hohen Lagen wird die Situation günstiger. Durch die zunehmende Wärme kann er länger und schneller wachsen. In den tieferen Lagen jedoch könnten die Baumarten unter Trockenheit und Hitze leiden, so dass verschiedene Arten ausfallen und neue Fuss fassen müssen. Der Förster unterstützt diesen Prozess, indem er bestimmte Baumarten pflanzt und bei der Pflege auf eine Vielfalt der Baumarten achtet.

Wie lange dauert es, bis die jungen Bäume ihre volle Schutzwirkung entfalten können?

In Bezug auf Lawinenschutz müssen die Bäume etwa anderthalb Mal so gross sein wie die maximale Schneemenge in diesem Gebiet. Das Wachstum und die Schneehöhe sind aber stark abhängig von der Höhenlage. In tiefen Lagen reichen daher 10 Jahre und in den höheren braucht es wahrscheinlich 50 Jahre. Viel wichtiger als das Alter ist die Vitalität der Bäume. Die Schutzwirkung ist dann am besten, wenn der Wald stabil ist. Und dass dies so bleibt, müssen wir die nun gesetzten Bäume regelmässig pflegen.

Nach dem Engadin leistet die Helvetia nun im Berner Oberland einen Beitrag an die Sicherheit von Menschen und Verkehrswegen. Was halten Sie vom Schutzwald-Engagement der Helvetia? Und was versprechen Sie sich davon?

Ich finde es eine sehr gute Idee, sich für den Schutzwald einzusetzen: Das Engagement nützt allen und ist eine Vorsorge für die Zukunft. Für mich ist es eine Chance, den Leuten wieder bewusst zu machen, was die Waldbesitzer, die Sicherheitsverantwortliche Stelle und der Forstdienst für ihre Sicherheit leisten. Allerdings ist die Pflanzung von Bäumen nur der erste Schritt in einem langen Prozess. Die Stabilität des Schutzwaldes muss durch regelmässige Pflege immer wieder gestärkt werden – und dies kostet viel Geld.

Bräuchte der Schutzwald mehr Aufmerksamkeit in der Gesellschaft/Öffentlichkeit?

In unserer schnelllebigen Zeit geht der Unterhalt der «lebendigen Verbauung» Wald gerne vergessen. Viele sind sich nicht bewusst über den grossen Aufwand, der über Jahrzehnte geleistet werden muss, damit ein Schutzwald die erwarteten Leistungen erbringen kann. Die Schutz-Erwartungen steigen, die Kenntnisse der Bevölkerung nicht. Das Engagement der Helvetia ist für uns ein Anlass, die wichtigen Leistungen des Schutzwaldes einem breiteren Kreis wieder in Erinnerung zu rufen.

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