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Gotthard-​Basistunnel: 57 Kilometer Schweizer Geschichte

Mit dem Fahrplanwechsel im Dezember wird der Gotthard-Basistunnel regulär in Betrieb genommen. Helvetia war einer von zwei Versicherern der Erstellung dieses Jahrhundertbauwerks. Im Gespräch blickt Harald Scheer, Head Construction Engineering Large & Special Risks und verantwortlich für die Gotthard-Police, zurück auf ein monumentales Grossrisiko.

6. Dezember 2016, Text: Jonas Grossniklaus, Foto: Markus Scholz

Harald Scheer wirkt winzig vor dem wuchtigen Schneidrad der Tunnelbohrmaschine.
Harald Scheer wirkt winzig vor dem wuchtigen Schneidrad der Tunnelbohrmaschine.

Mit dem Fahrplanwechsel am 11. Dezember 2016 wird die Reise per Zug ins Tessin merklich schneller, wird doch an diesem Datum der Gotthard-Basistunnel in Betrieb genommen, mit 57 Kilometern der längste Eisenbahntunnel der Welt. Nationale Suisse, die sich inzwischen mit Helvetia Versicherungen zusammengeschlossen hat, war seit Beginn für die Umsetzung der Versicherung des Neat-Projekts verantwortlich. Das Versicherungspaket umfasste Bauwesen-, Montage-, Besucherunfall- sowie Haftpflichtpolicen für Sach-, Personen- und Vermögensschäden. Harald Scheer, bei Helvetia für das Gotthard-Projekt verantwortlich, blickt im Gespräch mit dem Helvetia Blog auf die Versicherung dieses Jahrhundertbauwerks zurück.

Harald Scheer, was überwiegt nun: die Freude, dass das Gotthard-Projekt erfolgreich abgeschlossen ist, oder die Wehmut, weil es kaum ein zweites solches Projekt vor der eigenen Haustüre geben wird?

Harald Scheer: Wir waren sehr oft dort, in über 100 Risikobesichtigungen involviert – das Projekt ist uns sehr ans Herz gewachsen. Ein bisschen wehmütig bin ich schon. Und wie Sie richtig sagen, es ist leider kein vergleichbares Projekt in Sicht. Aber: Wir schlossen das Projekt erfolgreich ab. Dieses tolle Ergebnis freut uns sehr und macht uns stolz.

Gab es beim Gotthard-Basistunnel-Bau einen Moment, bei dem klar war, dass das Projekt ein Erfolg wird?

Es liegt bei uns in der Natur der Sache, dass bis zum Schluss immer ein gewisses Risiko besteht, noch einen grösseren Schaden zu erleben. Aber es gibt je nach Projekt beziehungsweise Risikoart bestimmte Bauphasen, in denen ein besonders hohes Risiko besteht. In diesem Fall waren das die Ausbrucharbeiten im Tunnel. Wenn die Ausbrucharbeiten beendet sind und die Innenschale trägt, ist die höchste Hürde genommen.

Sie sind ja auch wegen der Gotthard-Police zur damaligen Nationale Suisse gekommen. Haben sich Ihre Erwartungen erfüllt?

Es stimmt, meine Stelle wurde damals hauptsächlich wegen des Gotthard-Projekts geschaffen. Die Aussicht darauf, an diesem Projekt mitzuarbeiten, war für mich einer der Hauptgründe, nach Basel zu kommen. Meine Erwartungen haben sich ganz und gar erfüllt, ja, sie wurden sogar übertroffen. Die Entwicklungsmöglichkeiten im Laufe der Jahre entpuppten sich als noch interessanter und erfüllender, als ich gedacht hatte.

Sie versichern weltweit grosse Bauprojekte. Wie funktioniert dieses Geschäft?

Die Geldgeber für derartige Grossprojekte fordern in der Regel die Absicherung über eine Versicherungspolice. Nun ist es wichtig, dass uns die führenden Broker als qualifizierten Partner erkennen und wir die Ausschreibung erhalten. Grundlage für eine Beteiligung ist es, das Risiko technisch zu verstehen, dafür beschäftigen wir Ingenieure. Teil unserer Risikoanalyse ist das Pricing, für das uns Tools, aber auch unsere eigene Erfahrung zu Verfügung stehen. Welchen Anteil wir zeichnen, hängt davon ab, wie viel Kapazität wir beim einzelnen Risiko platzieren möchten.

Wenn Sie einmal durch den Gotthard-Basistunnel fahren, welche Anekdote werden Sie den Mitreisenden erzählen?

Vielleicht sollte ich nichts davon erzählen, dass es Niederbrüche gab und so starke Verformungen, dass selbst Stahlträger verbogen wurden. Vielleicht auch nichts davon, dass man in der Stille einer Arbeitspause bei einer Gebirgsüberdeckung von mehr als 2000 Metern das Gebirge «arbeiten» und knacken hört. Manchmal knallen Steinbrocken mit einem Geräusch wie ein Pistolenschuss vom Felsen ab. Vielleicht würde ich eher von etwas beruhigendem wie dem kühnen Plan einer Porta Alpina erzählen, der leider nicht verwirklicht wurde. Viel Zeit zum Erzählen gibt es sowieso nicht, da die Fahrdauer, wie ich selbst anlässlich einer Sonderfahrt bei der Einweihungsfeier erleben durfte, lediglich 20 Minuten beträgt.

Ein weiteres Interview mit Harald Scheer gibt es in folgendem Radiobeitrag: «Gotthard-Eröffnung: Helvetia als Bauplatzversicherer».

Harald Scheer

Harald Scheer

Harald Scheer betreut die Neat-Versicherung bei Helvetia. Mehr Infos:

www.helvetia.com/technische-versicherung

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