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Start-ups: die zukünftigen Organisatoren der Ecosystem Welt

Business Ecosystems werden die Wirtschaft nachhaltig verändern. Dank Vernetzung können Firmen in Ecosystems überlegene Produkte und Dienstleistungen anbieten. Doch wer organisiert ein solches Ecosystem? Unsere Forschung im Helvetia Innovation Lab hat überraschendes ergeben: Start-ups bringen ideale Voraussetzungen mit, um als Orchestratoren aufzutreten.

30. September, Text: Bernhard Lingens (Leiter Helvetia Innovation Lab), Foto: Helvetia

Auf dem Bild ist Bernhard Lingens. Er ist der Leiter des Helvetia Innovation Lab.
Bernhard Lingens, Leiter Helvetia Innovation Lab

Business Ecosystems sind in aller Munde und in der Wirtschaftswelt auf dem Vormarsch – Das beweisen nicht nur die permanente Nennung dieses Themas auf den einschlägigen Innovationskonferenzen, sondern auch eine Vielzahl von Studien zu diesem Thema. Kein Wunder, denn Ecosystems erlauben es Firmen, in enger Vernetzung mit anderen Unternehmen überlegene Produkte auf den Markt zu bringen, die sie alleine nicht erstellen könnten. Das schafft Wachstumspotentiale jenseits der ausgetretenen Pfade bisher üblicher Wachstumsstrategien, die üblicherweise die einzelne Firma und ihre Ressourcen und Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellen. Der dominante Player in einem Ecosystem ist der Orchestrator – diese Firma koordiniert die Partner und richtet deren Aktivitäten auf das gemeinsame Produkt oder Service aus.

Apple, Amazon oder Helvetia

Es ist keine Überraschung, dass die meisten Praktiker, Berater und Forscher davon ausgehen, dass der Orchestrator üblicherweise ein grosses Unternehmen ist – Apple, Amazon oder Helvetia scheinen die logischen Mittelpunkte von Ecosystems zu sein. Sie haben alles was ein Orchestrator zu brauchen scheint – Ressourcen, Bekanntheit, Netzwerk, Stärke. Abseits dieser prominenten Beispiele zeigt unsere Forschung jedoch ein ganz anderes Bild: Über die Hälfte der von uns beobachteten Ecosystems haben ein Start-up als Orchestrator. Zum Beispiel disruptiert Dacadoo das ureigenste Geschäft der Krankenversicherungen, Tradeplus24 schafft neue Kreditmöglichkeiten für KMU und Tailored Fits stellt 3D-gedruckte Sohlen und Skischuhe her, mit denen das Geschäft der grossen Sportartikelhersteller attackiert wird.

Paradox: Start-ups dirigieren Ecosystems

Das ist paradox, zeichnen sich Start-ups doch durch Ressourcenmangel, eine geringe Überlebenswahrscheinlichkeit und fehlende Bekanntheit am Markt aus. Aber: Start-ups haben sehr positive Eigenschaften, die sie zu guten Orchestratoren machen. Ihre flexiblen Strukturen erlauben es ihnen, sich ihren Ecosystem Partnern anzupassen – Sie haben kaum interne Vorgaben und Compliance, rechtliche Hürden oder grosse Hierarchieebenen, die zu überzeugen und zu koordinieren sind. Sie agieren quasi auf der grünen Wiese, was ideale Bedingungen sind, um die Ecsoystem Partner zu managen. Hinzu kommen die „traditionellen“ Stärken von Start-ups, die auch in einer Ecosystem Welt relevant sind – Geschwindigkeit der Produktentwicklung, Innovativität und den „Drive“ von hoch motivierten Mitarbeitern. Unsere Forschungen im Helvetia Innovation Lab zeigen, dass diese Vorteile die oben genannten Nachteile überwiegen.

Einstellung zu Start-ups überdenken

Das heisst für grosse Unternehmen: Sie dürfen sich nicht überlegen fühlen, sondern müssen verstehen, dass Start-ups nicht nur potentielle Investmentobjekte oder kleine Kooperationspartner sind. Start-ups sind schon in frühesten Phasen sehr gute Ecosystem Orchestratoren, die über die Integration von Corporates in ihr Ecosystem sehr schnell einen relevanten Marktanteil gewinnen können. Tailored Fits hat eineinhalb Jahre gebraucht, um ihre Produkte auf den Markt zu bringen und in marktfähiger Qualität und der nötigen Quantität zu produzieren. Dies war möglich über die Integration eines grossen 3D-Print Spezialisten in ihr Ecosystem. Damit ist Tailored Fits nicht einfach nur das 2-Mann-Start-up in einem Luzerner Vorort. Mit einem passenden Partner in ihren Ecosystem haben sie die Kapazitäten und das Wissen, um die Grossen der Branche herauszufordern. Wie lange brauchen die grossen Sportartikelhersteller dieser Welt, um ein solches Produkt zu entwickeln und die nötigen Kompetenzen intern aufzubauen?

Das Ecosystem ist entscheidend

Nicht die Firma ist entscheidend, sondern das Ecosystem hinter ihr! Und aus dieser Sicht ist ein kleines Start-up dank des Ecosystems schnell in der Lage, auf Augenhöhe mit einem Grossunternehmen zu agieren. Dies zieht eine noch grössere Implikation nach sich: Wenn Start-ups in relativ kurzer Zeit Ecosystems aus spezialisierten Partnern aufbauen und mit Grossunternehmen auf Augenhöhe agieren können, was ist dann die Rolle des Grossunternehmens in einer von Ecosystems dominierten Welt? Zulieferer in einem von Start-ups orchestrierten Ecosystem? Wir wissen es nicht. Was wir jedoch sagen können ist, dass Start-ups sich ihrer Potenziale in der Ecosystem Welt bewusst sein und diese nutzen sollten. Und dass traditionelle Unternehmen sich klarmachen müssen, dass die Wirtschaft der Zukunft nicht mehr vom einzelnen Konzern, sondern von Ecosystems dominiert werden – orchestriert durch etablierte Firmen wie auch Start-ups.

Helvetia Innovation Lab

Helvetia und die Universität St. Gallen haben im Mai 2017 gemeinsam das Helvetia Innovation Lab gegründet. Dieses forscht zu neuen Geschäftsmodellen und Eco-Systemen in der Versicherungswirtschaft. Im Helvetia Innovation Lab arbeiten derzeit 4 Doktoranden und ein Leiter des Labs Der aktuelle Schwerpunkt liegt bei der Kernaufgabe, der Unterstützung der Ecosystem HOME Aktivitäten der Helvetia. Parallel dazu werden Forschungen und Kooperationen mit einer Vielzahl namhafter Firmenpartner zur Erforschung des Phänomens Ecosystem im Generellen betrieben.

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