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Helvetia Kunstpreis-Träger performt an der LISTE – Art Fair Basel

Der Helvetia Kunstpreis-Träger Dijan Kahrimanovic zeigt an der LISTE – Art Fair Basel zwei Arbeiten. Sie reflektieren die Selbstfindung eines jungen Künstlers mit Migrationshintergrund und lassen erahnen, dass Grosses folgen wird. Helvetia trifft mit ihrer Auszeichnung des noch unbekannten Künstlers den Nerv der Zeit.

26. Juni 2015, Text: Margrith Mermet, Video: Gabriel Huber

«Von wo bin ich und woher komme ich. Wo stehe ich und wo befinde ich mich. Ich fühle mich, als wäre ich gefangen.» Der junge Künstler Dijan Kahrimanovic stellt diese Fragen täglich im Rahmen seiner beeindruckenden Performance an der LISTE - Art Fair Basel, die ihm den Helvetia Kunstpreis 2015 einbrachte. Am Anfang seiner Schau spannt er eine kleine Leinwand auf, platziert davor einen braunen Klapptisch mit Diaprojektor und legt darin ein Magazin mit unzähligen Dias ein. Für seine Arbeit sammelte Dijan Kahrimanovic alte Negative, die er entwickeln liess. Die Bilder zeigen banale Szenen aus dem Leben, wie sie oft fürs Familienalbum inszeniert werden. Der 26-jährige Künstler kreist um den ratternden Diaprojektor, zeigt Bild für Bild und spricht abwechselnd auf Schweizerdeutsch und Bosnisch seine Gedanken dazu. Er findet sich in den Bildern wieder, stellt Assoziationen zu seinem Leben und seiner Kindheit her.

Weder hier noch dort

Dijan Kahrmimanovics Lebensgeschichte verwebt sich stark mit seiner preisgekrönten Performance. In Bosnien geboren wanderte er wenig später mit seinen Eltern in die Schweiz aus. Das war kurz bevor in der damaligen jugoslawischen Republik der Krieg ausbrach. Sein Migrationshintergrund lässt ihn bis heute seine wahre Identität suchen. «Mich hat das Gefühl geprägt, nirgends richtig dazu zu gehören», erklärt Dijan Kahrimanovic. «Ich bin sowohl in der Schweiz als auch in Bosnien ein Fremder.»

Marionette wildfremder Menschen

Für seine zweite Arbeit, die er an der Liste ausstellt, liess er sich seine Identität von ihm wildfremden Menschen auferlegen. Zusammen mit unzähligen Kleidungsstücken, seiner Kamera und Verpflegung zog er sich in ein Zimmer zurück und arbeitete während drei Wochen, manchmal bis 20 Stunden am Stück, an seinem Projekt. Er wählte irgendwelche Festnetznummern und erklärte den Menschen, dass er vor einer Kamera stehe und ein Foto von sich machen wolle. «Wie soll ich darauf aussehen?» fragte er und bat sie um Anleitung für ein Selbstportrait. Die Reaktionen der 1764 Menschen, die er am Telefon hatte, waren sehr unterschiedlich. Er stiess auf Skepsis, Neugier, wurde beschimpft oder in ein Gespräch verwickelt, das auch mal über eine Stunde dauerte. Einige riefen ihn etwas später zurück um zu fragen, ob das gerade real war oder einfach ein Spass. Es entstanden 278 Selbstportraits, die von Menschen bestimmt wurden, die Dijan Kahrimanovic nie gesehen hatten.

Sprungbrett für junge Künstler

«Natürlich freut es mich unheimlich, den Helvetia Kunstpreis gewonnen zu haben», strahlt Dijan Kahrimanovic. Gerechnet hat er überhaupt nicht damit und es ist die erste Auszeichnung, die er für seine Arbeit erhielt. Die Soloausstellung an der LISTE – Art Fair Basel ist Teil des Helvetia Kunstpreises. An der Kunstmesse treffen sich Museumsleute, Galeristen und Sammler der Welt – sie ist die perfekte Plattform, sich als junger Künstler zu präsentieren. Eine bessere Audienz kann man in der Kunstszene nicht finden.

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