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Erfolg­reiches Start-up: «Rap Genius» aus Brooklyn

Sie sind clever, rotzig und steinreich: Die drei Gründer des Internet-Portals «Rap Genius» leben in New York den Traum, den viele junge Tech-Nerds auch in der Schweiz träumen.

17. September 2013, Text: Michaël Jarjour, Video: Michaël Jarjour

Als 15 Millionen Dollar auf seinem Konto waren, ging Tom Lehman los und kaufte sich neue Hosen. Eine Menge und in vielen Farben. So jedenfalls geht die Legende. Das Hauptquartier seiner Firma «Rap Genius» ist im Epizentrum des globalen Cool, im gentrifizierten Brooklyn in Williamsburg, New York. Wenn er spricht, kann man sich von seinem «Swag» kaum erholen, der betonten Coolness, teilweise bemüht, immer sympathisch. Er trägt heute mit Blumen bedruckte Shorts und spielt Ball, während er mit mir spricht.

Dass dieser Mann so viel Geld in die Hand gedrückt bekam, hat in den USA einige überrascht. Dass die Millionen von zweien der berühmtesten Tech-Investoren des Landes kamen, noch mehr. Über Nacht war aus dem Hobbyprojekt von ihm und seinen Co-Gründern eines der heissesten Start-ups Amerikas geworden.

Von Amateuren bis Snoop Dogg

Die Idee ist einfach: «Rap-Genies» erklären Rap-Texte. Auf der Plattform kann jeder, der möchte und es kann, Zeilen aus Rap-Texten annotieren, Referenzen zu Marken erklären, in einen historischen Kontext stellen oder Geschichten von der Entstehung der Songs aufschreiben. Teilweise machen das die Rapper selbst. Snoop Dogg, heute Snoop Lion, ist einer von ihnen.

25 Millionen Menschen kommen angeblich jeden Monat auf die Seite. Das sind mehr als doppelt so viele wie zu Beginn des Jahres. Dennoch sind die Jungs mit ihrem Unternehmen erst am Anfang. Die Investoren der Firma Andreessen Horowitz wollen, dass auf «Rap Genius» auch Popsongs, Gedichte und nachrichtliche Texte erklärt werden können.

Nackt im Büro eingebunkert

Der «Swag» alleine hat dieses Konzept nicht zum Erfolg gebracht. Tom Lehman und seine zwei Co-Gründer, Abgänger der Yale-Universität, hätten sich oft tage- und nächtelang in ihrem Büro eingebunkert und am Code für die Seite gefeilt – nackt, damit sie gar nicht auf die Idee kommen, das Haus zu verlassen. Irgendwann, es dauerte drei Jahre, haben sie jedem, auch Rappern, verboten, im Büro Drogen zu nehmen, erzählte einer der Angestellten kürzlich kichernd an einer Konferenz in San Francisco.

Tom Lehman und seine Co-Gründer haben in den vier Jahren der Entstehung von «Rap Genius» viel Mühe darauf verwendet, ihrem Produkt ein cooles Image und sich selbst den Ruf von Draufgängern zu geben. Doch als Lehman erfuhr, dass ich für Helvetia schreibe, sagte er: «Ich liebe Versicherungen!» Diese seien zentral gewesen, von Anfang an: «Die haben auch einen psychischen Effekt: Versicherungen erlauben dir einfach, dich genau auf das zu konzentrieren, was für dein Unternehmen wichtig ist.»

Lothar Arnold ist bei Helvetia der Mann, der Menschen wie Tom in der Schweiz den Kopf fürs Wesentliche freihält. Zu lange warten sollten Firmengründer nicht, rät er. «Das Thema Versicherungen muss bereits auf der Ebene des Businessplans verankert sein. Kurz vor dem ‹Go To Market› sind geeignete Lösungen immer etwas schwierig.»

Bei der Wahl der Versicherungen müssen oft harte Entscheidungen gefällt werden, denn bevor der 15-Millionen-Scheck in der Post ist, sind die Mittel oft knapp. Eine optimierte Altersvorsorge für Gründer liegt da oft nicht drin, aber das Produkt muss gesichert sein. Was, wenn die Software bei einem Kunden einen Verlust auslöst? Was, wenn der Server überlastet und das Produkt nicht verfügbar ist?

«Da müsste man im Rahmen der Haftpflichtversicherung auch eine Deckungserweiterung für Folgeschäden aus fehlerhafter Programmierung denken.» Alles, was an die Existenz gehen kann, sollte versichert werden, denn auch dann bleibt noch genug Risiko, sagt Arnold. «Innovation ist einerseits eine Chance reich zu werden, andererseits aber eben auch eine Gefahr zum Untergang.»

«Rap Genius» ist vom Untergang weit entfernt. Dieses Jahr konnten sie ihre Büros vergrössern, mehr Leute einstellen und täglich kommen neue Nutzer auf die Seite. Zu Snoop Dogg gesellte sich im Mai Sheryl Sandberg, die Facebook-Managerin. Für all dies habe sich das Risiko gelohnt, ein eigenes Unternehmen zu gründen, sagt Tom. Und dafür einen Job zu haben, den man liebt. Und natürlich auch für die vielen neuen Skinny Jeans.

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