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Unterwegs mit dem Baum­experten Matthias Brunner

So wie andere Schaufensterauslagen bestaunen, geht sein Blick hinauf zu den Baumkronen: Baumexperte Matthias Brunner weiss fast alles über «die gigantischen Naturwunder». Zusammen mit der Helvetia hat er Sicherheitszertifikate und Versicherungen für Bäume entwickelt.

7. Juli 2014, Text: Isabella Awad, Video: Michael Bolliger

«Schon als Kind kraxelte ich immer auf alle möglichen Bäume», sagt Matthias Brunner und schwingt sich gleich auf einen der gewundenen Äste der Trauerbuche. Der zirka 150-jährige Baum im Parc de l'Hermitage sei einer der schönsten in ganz Lausanne.

Eigene Ideen verwirklichen

Matthias Brunner studierte an der ETH Forstwissenschaften. Nach dem Studium war für ihn klar: Er wollte «etwas mit Bäumen machen», selbstständig arbeiten und eigene Ideen verwirklichen. Das Unternehmen Matthias Brunner AG, das als «One-Man-Show» begann, feiert 2015 mit sechs Mitarbeitenden das 20-Jahr-Jubiläum. Vieles hat sich verändert – gleich geblieben ist Matthias Brunners Leidenschaft für Bäume.

Dem Baum ins «Gesicht» schauen

Matthias Brunner untersucht Bäume, macht Expertisen, berät Private und die öffentliche Hand. Er vergleicht seinen Job mit der Arbeit eines Arztes, der seine Patienten «durchcheckt». Er schaut auf die Körpergestalt bei der Wurzel, am Stamm und in der Krone. Stimmt die Höhe im Verhältnis zum Umfang? Die Rinde sei «das Gesicht» des Baumes: Der Experte achtet auf Risse, farbliche Veränderungen, Beulen. Das könnten Indikatoren für Schädlinge oder Pilze sein. Ein Baum sei umso vitaler, je mehr Laub und je weniger tote Äste er trage.

Ultraschall schafft Klarheit

Oft lässt sich ein Problem nicht mit einer rein optischen Beurteilung lokalisieren, denn eine Aussenansicht kann immer täuschen. Matthias Brunner bedient sich diverser Hilfsmittel, um der Sache auf den Grund zu gehen. Er klopft die Rinde mit einem Hammer ab, nimmt Holzproben, berechnet die Statik, identifiziert Pilze und Schädlinge unter dem Mikroskop. Eindrücklich ist auch der Ultraschall: Er liefert Klarheit darüber, ob ein Baum im Innern gesund oder bereits verfault ist: Letzteres kann bedeuten, dass der Baum umsturzgefährdet ist und damit ein Risiko für sein Umfeld darstellt. Auf dieser Basis erstellt Matthias Brunner einen Bericht und schlägt dem Kunden Massnahmen vor. «Die Sicherheit der Bäume steht im Siedlungsraum im Vordergrund», sagt der Baumexperte.

Was ihn krank macht

Der grösste Feind des Baumes ist der Mensch: Beschädigungen und Erschütterungen von Bauarbeiten, zu dichte und falsche Umgebungsgestaltung oder ein unfachmännischer Schnitt können einen Baum krank machen. In Europa ist auch das Thema der «invasiven Schädlinge» aktuell. Diese gelangen über den Gütertransport aus Übersee zu uns und machen sich breit, da ihre natürlichen Feinde fehlen. «Die Massnahmen, um diese Schädlinge zu bekämpfen, sind sehr teuer.

Ein «Perpetuum mobile»

«Bäume sind ein Naturwunder: Aus Sonnenlicht, Wasser, Kohlendioxid und Blattgrün machen sie Zucker, den sie zum Wachsen brauchen, und Sauerstoff für uns Menschen – ein Perpetuum mobile», schwärmt Matthias Brunner. Im Siedlungsraum setzen Bäume, neben der Architektur, den einzig sichtbaren Akzent und prägen so die Umgebung. Es gibt keine andere naturgeschaffene Pflanze, die solche Dimensionen erreicht. Zudem werden Bäume viel älter als Menschen – und wer möchte im Sommer ihren Schatten missen? «Vermutlich ist es diese Kombination von Raum und Zeit, die uns alle fasziniert», schätzt der Baumfreund.

Nachhaltig für 150 Jahre

Aktuell erheben Matthias Brunner und seine Mitarbeiter für Schweizer Städte die Baumbestände. Die «Inventur» verläuft nach genau definierten Kriterien. Es gilt, auf 100 bis 150 Jahre hinaus die Nachhaltigkeit der Bestände zu prüfen und zu sichern. In einem Park muss das Verhältnis stimmen zwischen 20-, 40-, 60-jährigen und noch älteren Bäumen. «Im Siedlungsraum ist das extrem anspruchsvoll», sagt Matthias Brunner. «Neben den hohen Kosten gibt es städtebaulich immer wieder Veränderungen, die diese Planung stören.»

Wie lange es die wunderschöne Trauerbuche im Parc de l'Hermitage noch gibt, weiss niemand. Der untere Teil des Stammes ist innen hohl, an einigen Stellen müssen die Äste mit Metallstäben abgestützt werden. Sonst hat sie die mindestens 150 Jahre gut überstanden. Und Matthias Brunner sagt es auf seiner Website mit einem arabischen Sprichwort: «Fälle nie einen Baum, der dir Schatten spendet.»

Matthias Brunner untersucht einen Baum.

Matthias Brunner

Matthias Brunner ist Kunde der Helvetia. Aber nicht nur: Seit 2003 bietet er zusammen mit der Helvetia seinen Kunden ein «Sicherheitszertifikat für Bäume» an, für das er den Zustand der Bäume prüft, Pflegemassnahmen vorschlägt und die Risiken von Elementarschäden absichert. «Das ist keine Police im herkömmlichen Sinn; der Kunde sieht das Zertifikat eher als Inventarliste, die kostengünstig Sicherheit verschafft», sagt Matthias Brunner. Daneben erstellt er für das Helvetia Schadencenter Expertisen und berät Baumbesitzer beim Abschluss von Baumversicherungen aller Art.

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