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Schellen­schmied: Der Mann hinter den Silvester­chläusen

Andreas Keller schmiedet Schellen für Silvesterchläuse nach traditionellem Verfahren. Mit seiner Arbeit möchte der Helvetia Kunde die über dreihundert Jahre alte Appenzeller und Toggenburger Tradition erhalten.

19. Juli 2016, Text: Fabian Weidmann, Fotos: Katrin Meier, Video: Michael Bolliger

Obwohl Andreas Keller persönlich nichts mit dem Brauchtum des «Silvesterchlausens» verbindet, steht er auf seine Weise ganz nahe am Geschehen: Er schmiedet die «Schellen» und «Rollen», mit denen die Silvesterchläuse in Appenzell Ausserrhoden und im Toggenburg von Haus zu Haus ziehen.

Bis zu 1600 Grad Celsius

Andreas Keller schmiedet die Schellen oder Rollen jeweils als zwei voneinander getrennte Hälften, bevor er sie in einen Lehm-Mantel steckt. Im Feuer, bei bis zu 1'600 Grad Celsius, vereinigen sich die Hälften zu einer ganzen Schelle: «Vermessingen» nennt sich dieser spektakuläre Prozess. Nach der Abkühlung entfernt Keller den Lehm-Mantel und poliert die Rollen auf Hochglanz.

300 Jahre alte Tradition

«Heute könnte man die Hälften auch zusammenschweissen», sagt Andreas Keller. Es sei jedoch gerade die traditionelle Herstellungsweise, die ihn fasziniere: «Die Klangkörper wurden schon vor 300 Jahren im Tirol auf die gleiche Weise produziert», erklärt er. Andreas Keller war der erste in der Ostschweiz, der Schellen mit diesem traditionellen Verfahren herstellte. Heute ist er einer von zwei Schellenschmieden in der Region.

In seinen Bann zog Andreas Keller das traditionelle Handwerk vor über 20 Jahren. Der gelernte Mechaniker erfuhr von dem speziellen Verfahren durch einen Freund – und war sofort begeistert. Den aufwändigen Prozess des Schellenschmiedens brachte er sich vorwiegend selbst bei. Auch den Ofen, in dem die Glocken «vermessingt» werden, hat Andreas Keller selbst konstruiert. Mehrere Hundert Rollen und Schellen hat Andreas Keller mittlerweile hergestellt, jede mit ihrem unverkennbaren Klang.

Den einzigartigen Brauch erhalten

Von seinem Handwerk kann Andreas Keller nicht leben, weshalb er einen Nebenjob ausübt. Es ist ohnehin nicht das Finanzielle, das ihn am Schellenschmieden reizt. Neben der Begeisterung für das einzigartige Handwerk macht es ihn auch stolz, seine Schellen an den Silvester-Umzügen im Einsatz zu sehen, denen er jeweils als Zuschauer beiwohnt. «Das Weiterleben dieses schönen Brauchs liegt mir am Herzen», sagt er. Auch dieses Jahr, wenn die Chläuse das neue Jahr einläuten, werden Kellers Schellen wieder ihren einzigartigen Klang verbreiten.

Eine fertige Schelle von Andrea Keller.

Der «alte Silvester»

Die Appenzell Ausserrhoder und Toggenburger feiern zweimal Silvester: Ihre traditionellen Silvesterchläuse sind nicht nur am 31. Dezember unterwegs, sondern auch am 13. Januar – dem Tag, an dem vor der gregorianischen Kalenderreform Silvester gefeiert wurde. Als der heute weltweit verbreitete gregorianische Kalender Ende des 16. Jahrhunderts durch Papst Gregor XIII verordnet wurde, kam es zu Widerstand in der Ausserrhoder Bevölkerung – sie liessen sich nicht vorschreiben, wann sie ihre Feste zu feiern hätten und hielten am «alten Silvester» fest.

www.appenzellerland.ch  

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