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Helvetia Innovation Lab vereint Forschung und Praxis

Helvetia und die Universität St. Gallen haben im Mai 2017 gemeinsam das Helvetia Innovation Lab gegründet. Dieses forscht zu neuen Geschäftsmodellen und Eco-Systemen in der Versicherungswirtschaft. Dr. Bernhard Lingens, Leiter des Labors, erörtert im Interview, warum Eco-Systeme die Art und Weise wie Unternehmen funktionieren, verändern wird.

18. Februar 2018, Autor: Fabian Weidmann, Foto: Natascha Fabian

Ein Mann sitzt auf einem grünen Sofa.
Bernhard Lingens ist überzeugt: Helvetia-Kunden profitieren von einem starken, vertrauenswürdigen Eco-System bzw. Partnernetzwerk.

Bernhard Lingens, was sind die Ziele des gemeinsamen Innovationslabors von der Universität St. Gallen und Helvetia?

Helvetia möchte ein sogenanntes Eco-System «Home» aufbauen. Wir unterstützen Helvetia in diesem Vorhaben operativ und durch unsere Expertise. Wir stellen die Verbindung zur HSG und deren Studenten her: 80 Master-Studenten des Studiengangs Business Model Innovation arbeiten an Fällen rund um Eco-System «Home» – das gibt viele frische Inputs. Auch die Forschungsergebnisse unserer Doktoranden fliessen in den Aufbau ein.

Was ist ein Eco-System?

Es gibt verschiedene Typen von Ökosystemen. Wir arbeiten mit Helvetia an einem sogenannten Business-Eco-System. Dort geht es um die Kooperation mehrerer Firmen, die zusammen an einem Produkt, einem Service, einer Dienstleistung oder einem Geschäftsmodell arbeiten, dass sie alleine so nicht hinkriegen würden. Wir reden hier also von einem Partnernetzwerk. Die Idee dahinter: Die neuartige Leistung soll mehr sein als nur die Summe der Einzelteile jedes Partners. Sie soll für den Kunden einen Mehrwert schaffen.

Was bedeutet das im Kontext von Helvetia?

Im Eco-System «Home» geht es darum, dass man nicht in einzelnen Dienstleistungen denkt, sondern den Fächer breiter öffnet. Helvetia würde nicht nur Hausratversicherungen anbieten, sondern zusammen mit Partnern alles was zum Wohnen gehört: Wohnungssuche, Umzug, Versicherung, Sharing-Dienstleistungen etc. Im Eco-System begleitet man einen Kunden entlang all seiner Bedürfnisse – der «Customer Journey». Der Kunde erhält alles aus einer Hand, was für ihn einen deutlichen Mehrwert darstellt.

Inwiefern verändern Eco-Systeme die Art und Weise wie Unternehmen funktionieren?

Die Denkweise der Geschäftstätigkeit ändert sich dadurch grundlegend: Ziel des Eco-Systems ist es, durch die Kompetenzen der verschiedenen Partner ein besseres Produkt zu entwickeln, als das, was eine Firma alleine erzielen könnte. Gelingt dies, entsteht ein grosser Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Zudem können Firmen in Felder vorstossen und dort Geschäfte machen, in denen sie vorher nicht tätig waren.

Bedeutet das, dass in ein paar Jahren möglicherweise auch Unternehmen wie Google oder Amazon Versicherungen verkaufen werden?

In der Denkweise von Eco-Systemen brauchen diese Unternehmen nicht als einzelne Akteure Versicherungen zu verkaufen, denn ihre Kernkompetenz liegt nicht im Versicherungsmarkt. Um als Firma in neuen Feldern kompetitiv zu werden, braucht es aber Investitionen. Das Unternehmen muss sich Wissen und Kompetenzen aneignen, die es vorher nicht hatte. Eine Partnerschaft mit einer Versicherung in einem Eco-System könnte aber durchaus Sinn machen – wenn für den Kunden dadurch ein Mehrwert entsteht. Generell gilt: Wer in Eco-Systemen denkt, hört auf in Branchen zu denken. Es gibt nicht mehr nur den reinen Versicherer, die Suchplattform oder das Tech-Unternehmen. Durch die Digitalisierung werden Industriegrenzen immer fluider.

Auch andere Unternehmen arbeiten an Eco-Systemen. Ist das die Zukunft unserer Wirtschaft?

Vermutlich wird es immer Leistungen geben, die von einem einzelnen Unternehmen angeboten werden. Ein zentraler Punkt spielt dabei die Marge: Bei einem Produkt mit geringer Marge ist es schwierig, Partner zu involvieren und ein Eco-System aufzubauen, weil es nicht viel Geld zu verdienen gibt. Das ist eine natürliche Grenze des Eco-Systems. Eine andere Grenze sind Transaktionskosten: Sind diese zwischen den Partnern zu hoch, lohnt sich der Aufbau eines Eco-Systems ebenfalls nicht. Aber es stimmt: Viele andere Firmen bauen ebenfalls Eco-Systeme auf, schaffen Mehrwerte, neue Arbeitsplätze und lernen laufend dazu. Es ist ein grosser Trend in der Praxis und auch in der Forschung.

Helvetia möchte für ihre Kunden einfacher werden. Gelingt ihr das mit dem Aufbau des Ecosystem Home?

Ja, auf alle Fälle. Bisher müssen Kunden im Zusammenhang mit Wohnen verschiedene Leistungen von unterschiedlichen Unternehmen beziehen. Neu soll er durch cleveres und branchenübergreifendes Zusammenwirken der Partner wie z. B. einer gemeinsamen IT-Plattform, alles lückenlos und convenient «aus einer Hand» erhalten. Gerade im Home-Bereich, wo Entscheidungen oft langfristig getroffen werden, profitieren Kunden von einem starken, vertrauenswürdigen Eco-System bzw. Partnernetzwerk.

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