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Frauen­kloster Sarnen: Zwischen Tradition und Moderne

Benediktinerinnen leben und beten in Klausur. Diesen Glaubensgrundsatz aufrecht zu erhalten, war für die kleine Schwesterngemeinschaft im Kloster Sarnen in den letzten Jahren schwierig. Wegen des verheerenden Hochwassers im Jahr 2005 mussten sie ihre Türen öffnen und Hilfe von aussen annehmen. Eine Wende, die jedoch auch viel Positives brachte.

18. Juli 2014, Text: Margrith Mermet, Fotos: Monika Höfler / zvG

Das Frauenkloster St. Andreas in Sarnen feiert im kommenden Jahr sein 400-jähriges Bestehen. 1615 waren die Benediktiner- innen vom Kloster Engelberg nach Sarnen übergesiedelt. Da nur noch sieben Schwestern in der Gemeinschaft in Engelberg lebten, plante der damalige Abt von Einsiedeln, das Frauenkloster zu schliessen und die Schwestern auf andere Klöster zu verteilen. Die Frauen wehrten sich; sie wollten als Gemeinschaft zusammen bleiben.

Nachwuchs ist rar

Das Kloster hat seither viele Höhen und Tiefen erlebt. Von sieben wuchs die Gemeinschaft um 1940 auf rund 50 Schwestern an. Heute leben noch acht Benediktinerinnen im Kloster Sarnen. Sie sind zwischen 40 und 94 Jahre alt. «Zudem haben wir eine Kandidatin bei uns, die 25 ist», erzählt Schwester Rut-Maria. Es gibt sie also noch: junge Frauen, die den Schritt ins Kloster wagen. Ist es schwierig, sie zu finden? «Man kann sie nicht suchen und finden. Wir können höchstens geeignete Frauen darauf aufmerksam machen, dass es diesen Weg gibt», erklärt Schwester Rut-Maria. Das bedeutet, dass das Kloster im Alltag präsent sein muss. Ein ziemlicher Spagat: «Wir sind ein geschlossenes Kloster, das in Klausur lebt und betet. Trotzdem müssen wir uns gegen aussen öffnen, um wahrgenommen zu werden», erklärt Äbtissin Maria-Pia, die Vorsteherin des Klosters.

Schicksalsgemeinschaft

Zwangsläufig öffnen musste sich die Gemeinschaft, als 2005 das Hochwasser in Sarnen immensen Schaden an Gebäuden und Kulturgütern des Klosters anrichtete. Das Wasser beschädigte einen grossen Teil der bedeutenden Sammlung, die rund 400 Handschriften und Bücher, Gemälde, Skulpturen, liturgische Geräte, Textilien und Musiknoten umfasst. Im Kulturgüterraum im Keller, wo viele Stücke der Sammlung gelagert wurden, reichte das Wasser bis zur Decke.

Weltliche Hilfe

Das stellte die kleine Schwesterngemeinschaft auf eine harte Probe. Da unter anderem auch Kirche und Küche unter Wasser standen, mussten sie ihren klösterlichen Alltag komplett neu organisieren und viel improvisieren. «Ohne Hilfe von aussen hätten wir das nicht geschafft», erklärt die Äbtissin. Viele Freiwillige halfen bei den Aufräumarbeiten. «Wir öffneten unsere Türen, um zu zeigen, wie schlimm die Schäden sind.» Für die Restaurierung der vielen Kulturgüter war das Kloster auf Spendengelder angewiesen. Die Sammlung war nicht versichert. Ihr Wert ist so hoch, dass die Prämie für das Kloster unbezahlbar wäre.

Der ganzen Tragik war aber auch Positives abzugewinnen. Das Ereignis brachte viele wertvolle Begegnungen und vermischte für einen Moment das geistliche und weltliche Leben in Sarnen. Die Klosterfrauen mussten sich plötzlich mit Themen wie Fundraising auseinandersetzen, die sonst in ihrem Alltag keine Rolle spielen. «Wir wehrten uns anfänglich gegen einen Spendenaufruf», erzählt Äbtissin Maria Pia. Bis die Schwestern das Ausmass der Schäden realisiert hatten und ihnen bewusst wurde, dass das Kloster niemals allein für die Restauration der Kulturgüter aufkommen kann.

Zerstörtes Buch als Zeitdokument

Die Renovationsarbeiten an den Gebäuden sind längst abgeschlossen. Ein neuer Kulturgüterraum, der die Schätze vor Wasser, Erdbeben und Feuer schützt, ist gebaut. In den Vitrinen und Schubladen glänzen die restaurierten Sammelstücke. Verbleibende Schäden vom Wasser sieht nur das geübte Auge. Knapp zehn Jahre danach erinnert für Aussenstehende fast nichts mehr an das Hochwasser. Der Eindruck täuscht jedoch. «Wir sind bis heute mit der Restauration der Bücher und Musiknoten beschäftigt», erklärt Schwester Rut-Maria, die die Arbeiten koordiniert. «Ein Buch, das weniger bedeutend ist, werden wir nicht restaurieren.» Es soll als Zeitdokument für Besucher und nachkommende Nonnen dienen. Denn die Benediktinerinnen, die 2005 im Kloster Sarnen lebten, werden das verheerende Wasser und die lange Zeit der Aufräumarbeiten nie vergessen.

Helvetia Kundenberater Gerhard Durrer

Der Kundenberater

Gerhard Durrer von der Helvetia Hauptagentur Sarnen betreut das Benediktinerinnenkloster St. Andreas in Sarnen als Kundenberater. Das Kloster hat bei der Helvetia eine Gebäude- versicherung abgeschlossen. Die Versicherung deckt Feuer-, Elementar- und Wasserschäden sowie Glasbruch am Gebäude.

Helvetia Hauptagentur Sarnen

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