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Werden Fahrzeug­halter trotz Raser­delikt und Schaden­fall versichert?

Zwei Autos fahren mit sehr hoher Geschwindigkeit.
Können Fahrzeughalter trotz Raserdelikt und mehreren Schadenfällen eine Motorfahrzeugpolice abschliessen?
Meinem Sohn wurde wegen Geschwindigkeitsübertretung der Führerausweis für 12 Monate entzogen. Davor hatte er bereits vier Schadenfälle. Nun lehnen Versicherungen ihn als Motorfahrzeug-Kunden ab. Bekommt er trotz allenfalls höherem Selbstbehalt keine Versicherung? Was wären die Konsequenzen, wenn wir Eltern eine Police für ihn abschliessen?
Gefragt von Alain T. 24.05.2015

Peter Plachel-Ehrismann
Peter Plachel, Leiter Fahrzeugversicherungen, Helvetia Versicherungen
St. Gallen 24.05.2015

Sehr geehrter Herr T.

Grundsätzlich besteht für einen Versicherer keine Verpflichtung, ein Risiko zu zeichnen. Ob ein Kunde mit Führerausweisentzug wegen eines Raserdelikts und mehrerer Schadenfälle trotzdem versichert werden kann, hängt von der Beurteilung seiner Vorfälle und seiner Vergehen im Einzelfall durch den Versicherer ab.

Denkbar ist es, dass ein Versicherer je nach Einzelfallbeurteilung Hand bietet, aber sicher mit erheblichen Einschränkungen bis hin zum Ausschluss von Kaskodeckungen. Das heisst, es wird nur die obligatorische Haftpflichtdeckung angeboten. Je nach Schwere der bisherigen Vorfälle und Beurteilung des zukünftigen Verhaltensrisikos kann es aber durchaus sein, dass der Versicherer für ein Risiko gar keine Versicherungsdeckung mehr abgeben wird. Dies auch aus Rücksicht und Fairness gegenüber den anderen Versicherten.

Die Umgehung durch eine «Falscheinlösung» über Eltern oder Freunde gilt als falsche Antragsdeklaration und hat zur Folge, dass die Schadenleistungen in der Haftpflichtversicherung zurückgefordert oder in der Kaskoversicherung abgelehnt werden. Von einer solchen Lösung ist daher dringend abzuraten.

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