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Schutzwald Enga­gement «Rovine di Osco» (TI)

Schutzwald Rovine di Osco Panorama

Der Schutzwald im Tessin

Seit 1983 ist das Waldsterben auch in der Schweiz ein Thema: Bei Bund und Kantonen stieg die Aufmerksamkeit für die Schutzwaldpflege zunehmend; heute zeigen sich allmählich die Ergebnisse.
Offensichtlich handelt es sich hierbei um Langzeitprojekte. Um langfristig befriedigende Bedingungen für Baumgruppen zu schaffen, muss die Kontinuität der Waldbewirtschaftung sichergestellt sein.
Eine einheitliche Schutzwalddefinition zählt zu den wichtigen, im Laufe der letzten zehn Jahre entwickelten Instrumente in diesem Zusammenhang: Ein Schutzwald ist ein Wald, welcher vor Lawinen, Steinschlag, Hangrutsch und Erosion schützt. Der Schutzwald verhindert das Entstehen solcher Naturgefahren oder bremst diese ab. Schutzwälder mit direkter Schutzwirkung («Bannwälder») haben eine unmittelbare Auswirkung auf Wohnstätten, Handwerks- und Produktionsbetriebe sowie Kommunikationswege.
Dank dieser Analyse war es möglich, die Standorte der betreffenden Waldkomplexe zu identifizieren und sie anhand ihre Stabilität in Klassen einzuteilen. Anschliessend konnte so der Handlungsbedarf priorisiert werden. Für einen bewussten und intelligenten Einsatz der verfügbaren Finanzmittel ist diese Priorisierung unabdingbar.
Die tendenzielle Stabilisierung der Schutzwälder lässt sich in erster Linie auf gezielte forstwirtschaftliche Massnahmen zurückführen, die sich anders als bei der Holzerzeugung grundsätzlich auf ein Minimum beschränken und den Wald nach Möglichkeit sich selbst überlassen.
Als waldreichster Kanton der Schweiz, dessen Schutzwälder über 50% der gesamten Waldfläche ausmachen, hat das Tessin selbstverständlich die Entwicklungen auf Bundesebene aufgenommen und dank finanzieller Hilfe und technischer Unterstützung eine Reihe von Projekten zur Pflege des Schutzwaldes durchgeführt.
Die im schweizerischen Landesforstinventar erfassten Ergebnisse zeigen, dass der Aufwärtstrend der Schweizer Wälder sich auch im Tessin manifestiert. Es liegt auf der Hand, dass die Tessiner Wälder aufgrund ihrer Lage auf der Südseite der Alpen äusserst interessante Eigenschaften und Besonderheiten aufweisen. Nicht selten sind diese in der Schweiz sogar einzigartig und daher von grossem biologischem, landschaftlichem und wirtschaftlichem Wert.

Selbstverständlich umfasst der kantonale Waldplan zu Recht nicht nur Strategien im Zusammenhang mit der Schutzwaldpflege, sondern ist darauf ausgelegt, aktiv sämtliche Funktionen zu fördern und aufzuwerten, die der Wald heutzutage für die Gemeinschaft erfüllt.
Zu den wichtigsten solchen Funktionen gehören unter anderem die Artenvielfalt, die Funktion als Erholungsgebiet und die Produktion.
Auf dem Gebiet der Artenvielfalt hat der Kanton in den letzten Jahren grosse Anstrengungen zur Aufforstung und Aufwertung der Kastanienwälder, der Lärchen-Weidewälder sowie zur Förderung der Waldreserven auf Kantonsgebiet unternommen und entsprechende Vereinbarungen mit den Eigentümern dieser Wälder unterzeichnet. Die betreffenden Waldreserven zählen zum Teil zu den grössten der Schweiz.

Die Artenvielfalt und die Funktion des Waldes als Erholungsgebiet stehen in enger Wechselwirkung. Immer mehr Menschen suchen im Wald nach Erholung und Freizeitmöglichkeiten, nicht zuletzt, da die zunehmende Verstädterung bei ihnen das Bedürfnis weckt, sich in engem Kontakt mit der Natur zu regenerieren und Wälder bekanntlich zu den wichtigsten Erholungsgebieten zählen.

Letztlich spielt auch die Holzproduktion eine wesentliche Rolle, da sie auch nach dem aus waldpflegerischen Gründen unabdingbaren Fällen der Bäume zu Wertschöpfung führt.
Die Tessiner Wälder haben ein hohes Produktionspotenzial. Daher befasst sich die Sektion Forstwirtschaft derzeit intensiv mit der Erfassung der zur Produktion geeigneten Wälder zwecks Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des gesamten Forstsektors, angefangen bei den Waldbesitzern bis hin zum Ende der Wertschöpfungskette.

Es zeigt sich somit, dass der vom Staatsrat im Dezember 2007 verabschiedete kantonale Waldplan für uns ein grundlegendes strategisches Instrument zur Festlegung von Prioritäten darstellt. Zudem ist er ein Schlüsselelement in der Zielerreichungskontrolle auf strategischer und finanzieller Ebene.

Detaillierte Infos über die aufgeforsteten Gebiete im Tessin finden Sie hier.