Auf dieser Seite sind Cookies, sowie Cookies von Dritten aktiviert, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten sowie Informationen und Angebote unterbreiten zu können. Durch die Nutzung der Internetseiten von Helvetia erklären Sie sich damit einverstanden und stimmen der Datenverarbeitung durch Helvetia zu. Weitere Informationen - auch dazu wie man Cookies deaktiviert - finden sie in den Hinweisen zum Datenschutz.

  • Mich interessieren
    Bitte prüfen Sie Ihre Internetverbindung
    Leider haben wir keine passenden Einträge gefunden.
    Nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf. Zum Kontaktformular
Engagement
Schaden
Wirtschaft

Brand von Glarus: Die Geburts­stunde von Helvetia

Im Mai 1861 zerstörte ein Feuer den grössten Teil der Schweizer Ortschaft Glarus. Die Verwüstung des Industriestandorts gilt als wichtiges Ereignis im Schweizer Versicherungswesen – so auch für Helvetia.

14. August 2015, Text: Fabian Weidmann

In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 1861 stand Glarus in Flammen. Der Kantonshauptort brannte in nur wenigen Stunden zu zwei Dritteln nieder. Mehrere Hundert Gebäude wurden Opfer des Brandes, zahlreiche Bewohner obdachlos. Die Ursache des Feuers ist bis heute nicht abschliessend geklärt. Anfänglich vermutete man die Nachlässigkeit eines Scheunenbesitzers als Ausgangspunkt des Unglücks – gepaart mit dem starken Föhn, der wesentlich zur schnellen und grossflächigen Ausbreitung des Feuers beitrug. Die Häuser waren zudem meist aus Holz gebaut und somit leichte Beute des Flammenmeers.

Nach neuem Muster aufgebaut

Heute gibt es Theorien, wonach das Feuer absichtlich gelegt worden sein soll (siehe «Stadt in Flammen» von Walter Hauser). Die polizeilichen Ermittlungen jedenfalls wurden nur drei Wochen nach dem Brand eingestellt. Der Brand von Glarus jedoch ging um die Welt. Die damals aufkommenden Zeitungen, Eisenbahnen, Telegrafenämter und Fotografien machten das Geschehnis weit über die Region zum Medienereignis. Zudem löste der Brand eine zu dieser Zeit ungewöhnliche Welle der Solidarität in der Schweiz wie auch im Ausland aus: Lebensmittel, Kleider und Möbel wurden von weit weg herbeigeschafft und den Bewohnern gespendet.

Im Laufe der Zeit wurde der Brand auch als Chance betrachtet: Nach der Verwüstung wurde der Stadtkern nach völlig neuen Plänen wieder aufgebaut. Die engen Gassen wichen einer Stadt in Form eines Schachbrettmusters mit breiten Strassen, grossen Hausinseln und stattlichen Gebäuden. Für einen florierenden Industriestandort, wie es Glarus damals war, die perfekten Bedingungen, um weiter zu gedeihen.

Die Wurzeln von Helvetia

Die meisten Gebäudebesitzer waren seinerzeit nicht versichert und verloren sämtliches Hab und Gut. Selbst Versicherte gingen teilweise leer aus, denn die Gebäudeversicherungen verfügten nicht über genügend finanzielle Mittel, um alle Schäden zu decken. Diese verheerende Tatsache führte schweizweit zur Entstehung verschiedener Feuer- und Sachversicherungen, so auch von «Helvetia Feuer».

Helvetia als Versicherung war zwar bereits drei Jahre zuvor in St.Gallen als «Allgemeine Versicherungs-Gesellschaft Helvetia» gegründet worden – der Brand von Glarus aber war Anlass dazu, eine private Feuer-Versicherungsgesellschaft ins Leben zu rufen. Zuvor verfügten die kantonalen Gebäudeversicherungen meist über Monopole, die einen Risikoausgleich verunmöglichten.

Erst im Jahr 1974, mehr als 100 Jahre nach dem Brand, fusionierten die «Helvetia Feuer» und die «Helvetia Allgemeine» und nannten sich ab dann nur noch Helvetia Feuer. Im Oktober 1988 beschlossen die Aktionäre an einer ausserordentlichen Generalversammlung die vollständige Trennung der beiden Partnergesellschaften «Helvetia Feuer» und «Helvetia Unfall». Während Helvetia Unfall zu Elvia (heute Allianz Global Assistance) umbenannt wurde, nimmt Helvetia Feuer den Namen «Helvetia Versicherungen» an und erhielt ein neues Leit- und Erscheinungsbild: das dreidimensionale Dreieckssymbol, welches heute noch verwendet wird.

Diese Seite weiterempfehlen
Bitte überprüfen Sie Ihre Verbindung

Weitere Stories