EINMAL ÜBER DIE ALPEN

Von München nach Venedig

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Unsere Kollegin Katrin Thänert arbeitet seit knapp zwei Jahren als Aktuarin bei der Helvetia. Was niemand ahnt: In ihrer Freizeit scheut sie kein Abenteuer. Gemeinsam mit ihrem Partner ging es diesen August auf eine 9-tägige Radtour. Aber nicht im gewöhnlichen Sinne.
7. Oktober 2013, Text: Katja Brand, Fotos: Katrin Thänert

An einem sehr frühen Samstagmorgen standen die beiden mit ihrem Mountainbike in München auf dem Marienplatz – auf dem Rücken ein Rucksack gefüllt mit dem Nötigsten. Das große Ziel: in sieben Tagen über die Alpen nach Venedig

Die Inspiration dazu gab ihnen Andreas Albrecht, auch bekannt als „Dr. rad“. Er macht seit 1994 MTB-Touren durch die Alpen und hat seine Transalp-Touren umfangreich dokumentiert. An der Route München – Venedig hat er vier Jahre getüftelt und anschließend ein Buch dazu veröffentlicht („Transalp Roadbook 10: Von München nach Venedig“).

„Ich war schon Wochen vor der Tour sehr aufgeregt, da ich nicht einschätzen konnte, ob ich ideal vorbereitet bin“, berichtet Katrin. Zusammen mit ihrem Partner hat sie für die Tour trainiert. Fuhren immer wieder den 880m hohen Feldberg hinauf. Im April reisten sie nach Mallorca, um dort die Serra de Tramuntana mit dem Rad zu überqueren.

Insgesamt war die Tour über die Alpen 500km lang und es waren 9000 Höhenmeter zu bewältigen. Die ersten drei Tage der Tour führten entlang des Karwendelgebirges zum Achensee, weiter zum Schlegeisspeicher, dem Pfitscher Joch und dem Pfunderer Joch. Katrin erzählt: „Die ersten drei Tage waren sehr anstrengend. Die Anstiege waren sehr steil und ich bin insbesondere auf dem Weg zum 2.568 m hohen Pfunderer Joch an meine Grenzen gestoßen. Der Weg über das Pfunderer Joch war mein persönliches Highlight der Tour. Die Strecke erfordert eine sehr gute Kondition und gilt gleichzeitig als eine der schönsten MTB-Pässe in den Alpen. Am höchsten Punkt erwartete uns ein großes Schneefeld und ein grandioses Panorama.“

Die Tour ging weiter durch die Dolomiten zur touristischen Stadt Cortina d'Ampezzo, zur Forcella d’Ambrizzola und dann weiter zum Passo Duran. „Mit dem Erreichen des Passo Duran war ich überglücklich, da die eigentliche Alpen-Überquerung geschafft war.“ Nach 1,5 Tagen erreichten sie Venedig. Dort wurde zwei Tage entspannt.

Beide berichten, dass vieles anders war als sie erwartet hatten: „Wir hatten nicht damit gerechnet, dass wir in den Bergen nahezu niemanden treffen würden. Es gab Tage, an denen wir stundenlang keinen Menschen gesehen haben. An manchen Stellen waren die Pfade kaum zu erkennen und man musste hoffen, dass man richtig ist. Wir mussten auch durch viele Rinderherden hindurch, wobei die Bullen zum Teil sehr aggressiv waren.“

„Es war ein einzigartiges Erlebnis bei dem alle Gefühle dabei waren. Man braucht einen sehr starken Willen und muss sich darauf einstellen, an seine körperlichen Grenzen zu stoßen. Belohnt wird man dafür mit einer wundervollen Aussicht auf die schönsten Ecken der Alpen, herrliche Abfahrten und einer unglaublichen Ruhe.“

Wir sind gespannt und freuen uns schon auf die nächste Tour der Beiden. Denn bekanntlich geht es ja immer höher und weiter.

Dieser Artikel erschien in  work@helvetia, Deutschland

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EVI
01.12.13, 17:41
Von München nach Venedig nicht nur eine starke Leistung von den beiden ,ich meine das man mit einfachen Mitteln sich selbst und die Natur und Welt erkennt sowie sich sportlich arrangiert. Wir wünschen den beiden weiterhin noch schöne Touren
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