HELVETIA-MITARBEITER AUF REISEN

Andreas Bolzern: zu Fuss die Alpen bezwingen

Helvetia-Mitarbeiter Andreas Bolzern, CFO Schweiz, lief von München aus 550 Kilometer Richtung Venedig – quer über die Alpen. Hier ist er auf dem Pfitscher Joch angekommen. (Fotos: Andreas Thürig)
Helvetia-Mitarbeiter Andreas Bolzern, CFO Schweiz, lief von München aus 550 Kilometer Richtung Venedig – quer über die Alpen. Hier ist er auf dem Pfitscher Joch angekommen. (Fotos: Andreas Thürig)
Mystischer Rundblick von der Nivea Scharte aus.
Mystischer Rundblick von der Nivea Scharte aus.
Schnee im Sommer: Andreas Bolzern auf dem Passo di Pordoi auf 2239 Meter.
Schnee im Sommer: Andreas Bolzern auf dem Passo di Pordoi auf 2239 Meter.
An schönen Aussichten mangelte es nicht … «Ich würde sofort wieder loslaufen und es auch anderen empfehlen», sagt Andreas Bolzern.
An schönen Aussichten mangelte es nicht … «Ich würde sofort wieder loslaufen und es auch anderen empfehlen», sagt Andreas Bolzern.

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Jeder hegt Träume von Dingen, die er schon immer einmal machen wollte. Irgendwann kommt der Moment: Helvetia-Mitarbeiter Andreas Bolzern, CFO Schweiz, nahm diesen Sommer 550 Kilometer unter die Füsse und erzählt von seinen Erfahrungen.
22. Januar 2015, Aufgezeichnet von: Isabella Awad

„In einem Buch hatte ich über den Traumpfad München-Venedig gelesen. Das faszinierte mich: die Alpen überqueren und hinunter ans Meer laufen. Die Idee, einmal eine dreimonatige Auszeit zu nehmen, entstand schon vor sechs Jahren. Jetzt, mit 51, wurde es möglich.

Ich entspanne mich und tanke am besten auf beim Wandern. Also passte es perfekt, die Route München-Venedig während dieser Auszeit in Angriff zu nehmen. Klar wollte ich mir auch beweisen, dass mein Körper das mitmacht – ich wusste ja nicht, wie er reagiert, wenn er plötzlich frei ist von Stress.

Im Februar begann ich mit dem Training. Jedes Wochenende wanderte ich mindestens 20 Kilometer. Zwischendurch fuhr ich Velo, um etwas abzuwechseln. Der Sommer nahte. Ich bestellte die Landkarten, um die Tagesrouten festzulegen. Zwischen fünf und zehn Stunden wollte ich täglich unterwegs sein – je nach Anzahl Höhenmeter. Dann reservierte ich die Übernachtungen in den 20 Hütten. Eine Hütte war nur über einen Umweg zu erreichen, aber beim Lesen der Speisekarte im Internet lief mir schon das Wasser im Munde zusammen …

Rucksack packen ist auch so ein Thema. Was nehme ich mit? Ich entschied: zehn Kilo und nicht mehr. Regenkleider, Wäsche zum Wechseln, Taschenlampe, iPad, iPhone, Akku, eine kleine Apotheke, den Schlafsack und die Gehörschutzpfropfen für die Nächte in den Hütten. Ein Freund hatte angekündigt, dass er sich in der zweiten Woche dazugesellen würde, um acht Tage mit mir zusammen zu laufen. Ein bisschen Begleitung zwischendurch, das gefiel mir.

Plötzlich entschied sich auch meine Tochter Ronja, sich mir die ersten sieben Tage anzuschliessen. Wir starteten am 1. August in Bad Tölz. Es war eine grosse Freude, endlich die Route unter die Füsse zu nehmen. Gleichzeitig hatte ich Respekt vor den 350 Kilometern und den 21.000 Höhenmetern. Der dritte Tag war die Königsetappe. Wir liefen zehn Stunden, oft über steile und rutschige Kieshänge. Ronja hatte am Folgetag so starken Muskelkater, dass sie aussteigen musste.

Ab dem vierten Tag liess mich das Wetter im Stich. In den frühen Morgenstunden machte die Sonne jeweils Hoffnung auf einen traumhaften Tag, dann wechselten sich Regen, Nebel, Sturm und Schnee ab. Ich bewegte mich immer auf einer Höhe zwischen 2.000 und 3.000 Metern. Wenn sich der Nebel verzog, kamen wunderschöne Landschaften zum Vorschein: satte Wiesen, Tannenwälder, karge Aufstiege zwischen den Felsen und dazwischen immer wieder klare Bergseen. Ich hielt inne, um Gämsen zu beobachten oder einfach den Gedanken nachzuhängen.

Die ausgestellten, unebenen Pfade erforderten Konzentration. Einmal hatten wir uns im Nebel verlaufen und standen plötzlich vor einem Abgrund. Tagsüber begegnete ich kaum jemandem, abends in der Hütte hingegen sass man zusammen. Leider fiel das gemütliche Abendbier vor der Hütte meist wortwörtlich ins Wasser, oder es war zu kalt.

Einer der schönsten Momente war der Aufstieg auf den Piz Boè auf 3.150 Meter. Den ganzen Tag liefen wir im Nebel, und dann bei Ankunft erstrahlte die Hütte im Sonnenlicht – das war magisch. Von dem anschliessenden feinen Abendessen gar nicht zu reden; der Umweg hatte sich gelohnt!

Trotzdem drückte das Wetter auf die Motivation. Die sagenhaften Dolomiten versteckten sich meist hinter einem Schleier. Nach 16 Tagen kam ich in Belluno an, und vor mir erstreckten sich noch fünf Tage Flachland – unter dem Regen. Darauf hatte ich keine Lust mehr, obwohl ich mich riesig darauf gefreut hatte, in Venedig „einzulaufen". Ich reiste zurück in die Schweiz und vertagte das Venedig-Wochenende auf Ende August.

Wenn ich zurückdenke, spüre ich Zufriedenheit. Ich würde sofort wieder loslaufen und es auch anderen empfehlen. Am meisten überrascht hatte mich, dass mein Körper so gut mitgemacht hat und dass es auf jeder Hütte ausgezeichneten Kafi gab!"

Dieser Artikel erschien in  Lifestyle, Portraits, work@helvetia, Schweiz

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