ONLINE-MOBBING

Und raus bist du: Cybermobbing zerstört Menschen

Cybermobbing, Cyber-Bully: Viele Eltern verstehen bei solchen Begriffen nur Bahnhof. Wir klären auf.
Cybermobbing, Cyber-Bully: Viele Eltern verstehen bei solchen Begriffen nur Bahnhof. Wir klären auf.

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Kinder wachsen heute mit dem Internet auf. Ihre Kindheit ist dadurch eine ganz andere als jene vor 20 Jahren. Doch eines bleibt gleich: Kinder mobben! Früher geschah es auf dem Schulhof, heute über die Sozialen Netzwerke. Eltern wissen oft nicht so genau, was ihre Kids im Netz so erleben. Wir klären auf, was Cybermobbing bedeutet und wie man dagegen vorgehen kann.
8. März 2017, Text: David Eckert, Fotos: fotolia

Was ist Cybermobbing?
Unter Cybermobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer über einen längeren Zeitraum in den digitalen Medien. Beleidigungen werden zum Beispiel auf Facebook gepostet, kompromittierendes Bildmaterial wird unerlaubt hochgeladen oder es werden Fake-Profile angelegt. Die meisten Täter, auch Cyber-Bullies genannt, handeln zwar online anonym, doch in den meisten Fällen kennen die Opfer ihre Peiniger aus dem realen Umfeld, etwa dem Schulhof oder dem Arbeitsplatz. Das „Offline-Mobbing“ wird quasi online fortgesetzt.

Was macht Cybermobbing besonders gefährlich?
Mobbing rund um die Uhr
Cybermobbing ist besonders grausam, da es jederzeit praktiziert werden und man ihm kaum entkommen kann. Es endet nicht nach der Schule, denn die Cyber-Bullies können das Opfer durch Smartphone und Internet rund um die Uhr erreichen. Das Opfer hat keinen Rückzugsort.

Täter agieren anonym
Die Anonymität im Internet ermutigt viele Menschen, ihre Meinung zu sagen. Die Hemmschwelle sinkt. Die Cyber-Bullies nutzen das gnadenlos aus. Sie wiegen sich ihrer Anonymität in Sicherheit.  Für die Opfer ist es beängstigend, nicht (definitiv) zu wissen, wer sie terrorisiert – das verstärkt die Unsicherheit, das Gedankenkarussell dreht sich ununterbrochen. 

Riesiges Publikum
Allein in Deutschland nutzen 28 Millionen Menschen Facebook. Wird dort ein peinliches oder beleidigendes Foto veröffentlicht, ist das potentielle Publikum unfassbar groß. Die öffentliche Demütigung vor allen Freunden, Bekannten oder  auch Unbekannten ist in hohem Maße verletzend für das Opfer. Es hat das Gefühl, nichts mehr kontrollieren zu können, an keinem Ort der Welt mehr sicher zu sein

Vermeiden der persönlichen Konfrontation
Während die Bullies im realen Leben unmittelbar die Reaktion des Opfers miterleben, bleibt dies im Internet aus. Das Ausmaß seiner Aktionen ist dem Täter meist gar nicht bewusst – gerade deshalb sind die Beleidigungen online oft besonders grausam: Es kann sich keinerlei Mitleid oder Empathie beim Täter für das Opfer einstellen. Häufig werden die Bedrohungen immer schlimmer.

Was kann man gegen Cybermobbing tun?
Konflikte unter Kindern sind normal. Online ist die Grenze zwischen einer kleinen Auseinandersetzung und Cybermobbing zudem schwer zu erkennen. Eltern sollten mit ihrem Kind im ständigen Kontakt darüber sein, was es im Internet erlebt, auf welchen Seiten es sich bewegt, mit wem es sich online austauscht. Als Elternteil sollte man allerdings nie so weit gehen, das Online-Verhalten des Sohns oder der Tochter auszuspionieren.  Vertrauen bei gleichzeitiger Wachsamkeit ist hier der richtige Weg. Angemessene Verhaltensregeln im Internet sind zudem folgende:

Respektvoller Umgang
Auch online gilt: Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest!

Keine Gegenbeleidigung
Das hetzt einen Streit nur noch mehr an. Auseinandersetzungen oder Diskussionen sollten nicht öffentlich geklärt werden, sondern lieber im privaten Chat oder am besten persönlich.

Persönliche Daten schützen
Private Fotos oder Videos sollten nicht leichtfertig veröffentlicht oder anderen geschickt werden. Das Internet vergisst nichts! Fotos und Videos können nach der Veröffentlichung von jedem heruntergeladen und sogar dann noch gesehen werden, wenn sie offiziell gelöscht sind.

Bullies ignorieren und blockieren
Am besten schon bei Verdacht auf Mobbing unerwünschte Beiträge und Personen blockieren oder bei der Plattform als missbräuchlich melden.

Kommunizieren der Probleme
Wird man tatsächlich im Internet gemobbt hilft das, was auch im „richtigen Leben“ für Entlastung sorgt: Man sollte die Familie oder die engsten Freunde in die Situation einbeziehen. Nichts ist schlimmer, als sich tatsächlich wie das einsame „Opfer“ zu fühlen – damit hätten die Cyber-Bullies nur ihr Ziel erreicht. Bei schweren Fällen sollte man sich außerdem Hilfe bei Anwälten und der Polizei suchen.

Zusätzliche Unterstützung
Mit unserem AddOn Baustein "Web@ktiv"  schützen Sie sich und Ihre Familie vor den Gefahren im Internet. Wenn Sie von Cybermobbing betroffen sind, werden Sie dabei unterstützt, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Kosten der Strafanzeige werden außerdem erstattet. 

Dieser Artikel erschien in  Versicherungen

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