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Expertentipps

Selbstfahrende Autos: Wer trägt die Verantwortung: Fahrer oder Technik?

Ins Auto steigen und entspannt eine Serie gucken – es klingt zu schön um wahr zu sein, aber solche Zukunftsszenarien sind vielleicht nicht mehr weit entfernt. Autohersteller kommen der Umsetzung vom selbstfahrenden Auto immer näher. Aber wer haftet bei einem Unfall: Fahrer oder Autohersteller?

 

Für Autohersteller, aber auch für Google und Apple ist es das Produkt der Zukunft: ein autonomes Fahrzeug, das ganz ohne menschliches Einwirken fährt. Das Bedürfnis danach ist da – die Zahl der Pendler steigt und kilometerlange Staus bilden sich täglich. Wer wünscht sich da nicht, das Lenkrad abgeben zu können, um sich mit anderen Dingen als dem nervigen Fahrverhalten des Vordermanns zu beschäftigen? Nicht nur zur Bequemlichkeit sollen die selbstfahrenden Wagen beitragen, auch die Verkehrssicherheit soll laut Experten drastisch erhöht werden. Die Argumente klingen durchaus plausibel, denn Computer können schneller reagieren als Menschen, außerdem betrachten sie Situationen emotionslos und fallen nicht in Sekundenschlaf.

Wie funktioniert ein selbstfahrendes Auto?

Viele notwenigen Komponenten der Technik gibt es bereits. Fahrzeuge, die eigenständig Gas geben und bremsen, sind schon seit einigen Jahren auf dem Markt. Damit das Auto allerdings komplett selbstständig fahren kann, bedarf es verschiedenster Sensoren, die miteinander vernetzt sein müssen, um von Computern ausgewertet werden zu können. Ein vollautomatisierter Wagen scannt die Umgebung mittels Sensoren und Kameras in 360 Grad um das Auto herum. Der Computer soll durch die gesammelten Daten in der Lage sein, zuverlässige Entscheidungen zu treffen – beispielsweise, ob ein Spurwechsel möglich ist. Viele Testmodelle können schon jetzt Verkehrsregeln beachten und auf der Autobahn am Verkehr teilnehmen. Ganz ausgereift scheint die Technik aber noch nicht zu sein, denn die großen deutschen Autohersteller rechnen erst in ein paar Jahren mit einer Öffnung des Markts. Es ist sicher sinnvoll, notwendige Prüfungen und Tests abzuwarten, denn Unfälle, wie der des kürzlich erst tödlich verunglückten Fahrers eines selbstfahrenden Tesla Autos, dürfen sich nicht wiederholen.
Einen interessanten Einblick in die Technik von selbstfahrenden Autos liefert das folgende Video.

Die Verantwortung bleibt beim Menschen

Wer haftet, wenn ein selbstfahrendes Auto einen Unfall baut? Zur Klärung dieser umstrittenen Frage hat das Bundeskabinett einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, der das Zusammenspiel von Fahrer und hoch-, beziehungsweise vollautomatisierten Systemen regelt. Der Fahrer darf dem technischen System in bestimmten Situationen die Fahrzeugsteuerung übergeben – allerdings muss der Fahrer jederzeit in der Lage sein, die Steuerung zu übernehmen. Im Klartext bedeutet das: Die Verantwortung liegt weiterhin beim Menschen. Schaut der Fahrer einen Film, während das automatisierte System einen Unfall baut, haftet der Fahrer. Blickt er aufmerksam auf die Straße, und das automatische System baut trotzdem einen Unfall, soll der Hersteller die Verantwortung übernehmen. Hilfe bei der Schuldfrage wird eine sogenannte Blackbox sein, welche die wichtigsten Daten der Fahrt aufzeichnet. Eine gewisse Bequemlichkeit hält das Autofahren der Zukunft für uns bereit, und auch zur allgemeinen Verkehrssicherheit kann es beitragen, sobald die Technik ausgereift ist. Doch ganz wird man sich vom Lenkrad wohl nie abwenden können – zu Recht.

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