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Expertentipps
Wassersport

Faszination „Kiten“: Mit Drachen im Meer

Hochgefühl, Rausch, Freiheit – diese Worte benutzen Kitesurfer, um die emotionale Seite ihres Lieblingssports zu beschreiben.

Text: Christiane Gagel, Fotos: iStock

Kiten: Ein emotionaler Sport

Beim Anblick der vielen Boards und Kitedrachen, die lustig übers Wasser gleiten, bekommt man auch als bloßer Beobachter eine Ahnung davon, welchen Spaß die Kombination aus Surfen und Fliegen bringt. Adrenalinschübe sind sicher, wenn man eben noch über das Wasser gleitet und im nächsten Augenblick in die Luft gehoben wird.

Segeln oder Drachenfliegen? Beides!

Das "Kiten" oder "Kitesurfen" ist, wie der Name schon verrät, aus dem Segeln entstanden. Schon im Jahr 1820 wurde experimentiert Kutschen durch Segel antreiben zu lassen. Dem englischen Lehrer George Pocock wird nachgesagt, dass er dabei schon ein 4-Leinen-System zur Lenkung einsetzte, ähnlich dem, wie es heute verwendet wird. Das ursprüngliche System wurde über die Jahrzehnte durch verschiedene Personen weiterentwickelt. Die Entwicklung von Aramid- und hochfesten Polyethylenfasern ermöglichten den Siegeszug des Kites, wie wir ihn heute immer noch an den angesagten Spots rund um die Welt sehen.

Extremsport goes Mainstream

Seit ungefähr zehn Jahren entwickelt sich der ehemalige Extremsport „Kitesurfen“ mehr und mehr zum ähnlich beliebten Wassersport wie Jet-Skifahren oder Windsurfen. Weiterentwicklungen des genutzten Equipments und eine wachsende Fangemeinde machen den Sport auch für immer mehr „Urlaubssportler“ attraktiv.

An den meisten angesagten Spots kann man während des Urlaubs einen Kurs absolvieren. Wichtigste Voraussetzung ist natürlich wie immer das passende Equipment dazu. Und das ist heute vielfältig. Von sogenannten Twintips oder Directional Boards kann der Kiter von heute das für ihn passende nutzen. Da der Auftrieb beim Kite-Board erst bei der Fahrt über Wasser erzeugt wird, gibt es eine große Anzahl verschiedener Boards je nach Können, Windstärke, Größe und Gewicht des Kiters

Ein weiterer wichtiger Teil der Ausstattung nennt sich "Bar" und verbindet den Kiter über lange Sicherheitsleinen mit dem Kiteschirm. Die Control-Bar dient hauptsächlich der Lenkung des Schirms. Da solch ein Schirm natürlich unheimlichen Winddruck erzeugt (man sieht es ja daran, wie leicht die Kiter ihre Kunststücke umsetzen können und über das Wasser flitzen) braucht es natürlich auch Sicherheitsmechanismen, um den Schirm und den Kiter voneinander zu trennen. Diesen Mechanismus nennt man "Quickrelease". Wird er ausgelöst, fällt der Schirm drucklos aufs Wasser und kann danach wieder eingesammelt werden.

Last but not least: Der Schirm. Hier gibt es mittlerweile wahre Hi-Tec Wunder, die bei stärkerem Wind (Stärke 6 aufwärts) in der Lage sind mehrere Personen aus dem Wasser in die Luft zu ziehen. Man sollte die dahintersteckenden Kräfte also niemals unterschätzen und als Anfänger lieber kleinere Drachen verwenden, die einen Lenkfehler besser verzeihen. Natürlich wird jede gute Kite-Schule darauf achten, den Schüler entsprechend seiner Fähigkeiten auszustatten

Immer das eigene Können realistisch einschätzen

Falls man allerdings schon den einen oder anderen Kurs absolviert hat und denkt, man könnte sich nun mal allein in die Lüfte schwingen, sollte man verschiedene Sicherheitsmaßnahmen beachten:

  • Neben Schirm, Board und Kite-Bar ist das Trapez das wichtigste Zubehör. Beim Kiten entwickeln sich enorme Zugkräfte, die man ohne Trapez nicht halten kann. Das Trapez schnallt sich der Sportler um die Hüfte. Die Bar wird daran eingehängt und somit auch am Kite.
  • Die Boardleash ist eine Leine, die verhindert, dass das Brett nach einem Sturz wegtreibt. Sie wird mit dem Trapez oder dem Fuß verbunden. Sie kann allerdings zu schweren Verletzungen führen, wenn der Kiter von seinem Brett getroffen wird. Von daher sollte man bei Verwendung der Boardleash immer einen Helm und einen Prallschutz tragen.
  • Um das Verletzungsrisiko oder ein zurückgeschleudertes Board zu minimieren, sollte man einen Helm tragen. Aber bitte einen speziell zum Kitesurfen gedachten und nicht etwa einen Fahrrad- oder Motorradhelm.
  • Beim Springen bzw. den hohen Geschwindigkeiten auf dem Wasser kann ein Anprall auf dem Wasser sehr hart werden. Eine Prallschutzweste minimiert das Verletzungsrisiko, wenn man beim Springen aufs Wasser prallt oder durch ein Board getroffen wird. Sie ist jedoch keine eine Rettungsweste, die bei Bewusstlosigkeit über Wasser hält. Dessen sollte man sich immer bewußt sein.
  • Spezielle Schuhe schützen vor Schnittverletzungen und halten die Füße warm.
  • Eine Sonnenbrille ist sinnvoll und verhindert das Augen verblitzen, das durch spiegelnde Wasseroberfläche entstehen kann. Sie sollte allerdings mit einem Kopfband ausgestattet sein, damit man sie nicht verliert. 

Kitesurfen ist ein faszinierender Sport, der immer mehr Anhänger findet. Bei allem Hochgefühl gilt es natürlich den gesunden Menschenverstand nicht zu verlieren und die eigenen Grenzen zu kennen. Wie jede Wasser- oder Flugsportart gibt es Risiken, die man kennen und nicht unterschätzen sollte. Deswegen gilt, am besten erst mal tüchtig lernen und Kurse absolvieren, bis man ausreichend Kenntnisse hat. Dann kann man das "Fliegen auf dem Wasser" am besten geniessen.    

Falls Sie im letzten Urlaub das „Kiten“ für sich entdeckt haben, gibt es gute Nachrichten: Der Komfortschutz der Helvetia Privat-Haftpflichtversicherung deckt nun auch die Nutzung von Kitesurfbrettern und -drachen ab.
 


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