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Expertentipps
Tierkrankenversicherung

Was gehört zu einer artgerechten Katzenhaltung

Katzen sind eigen. Das weiß jeder Katzenbesitzer, aber was wenn die kleine Marotte zum ausgewachsenen Problem wird?

Text: Christiane Gagel, Fotos: Helvetia

Kurioses aus der Versicherungspraxis: Katze mit Kleptomanie

Was Tierbesitzer schon immer wussten, zeigt sich beim Blick in die Kuriositätenliste der Versicherungsunternehmen, jedes Tier ist anders und jedes hat seinen eigenen Charakter. Manche entwickeln auch ganz spezielle Vorlieben.

So zum Beispiel der Fall des britischen Katers "Oscar". Erst waren es nur Gartenhandschuhe, die er mit nach Hause brachte, später spezialisierte er sich dann auf Wäschestücke. Dabei ganz oben auf der Beliebtheitsskala: Damenunterwäsche. Aus Angst ins Visier von polizeilichen Ermittlungen zu geraten, zeigten die Besitzer ihren Kater schließlich selbst bei der Polizei an, denn die kleine Langkralle aus Southampton an der Südküste Englands hatte innerhalb weniger Wochen 70 Wäschestücke aus der Nachbarschaft geklaut.

Der aus dem Tierschutz adoptierte Kater stibitzte dabei nicht nur Damenunterhosen, Socken und Kinderunterwäsche aus den benachbarten Gärten, er trug sie auch alle brav heim zu seinen Besitzern.

Was gehört zu einer artgerechten Haltung?

Kleine Schrulligkeit oder handfeste Neurose?

Fakt ist, Katzen sind eigenwilige Charaktere und nicht alles was sie den Tag über treiben, hat gleich neurotische Züge. Handlungsbedarf entsteht dann, wenn das Tier oder die Besitzer darunter leiden. Bei Unsauberkeit oder unkontrolliertem Schreien wird der Leidensdruck schnell sehr gross. In vielen Fällen hilft dann eine Überprüfung der Haltungsbedingungen. Schon kleine Veränderungen im Umfeld haben oft eine große Wirkung. Wenn man selbst nicht herausfindet, was der Grund für auffälliges Verhalten ist, spricht nichts dagegen einen Experten für Tierverhalten, quasi einen Verhaltenstherapeuten für Tiere, hinzuzuziehen. Manchmal ist das eigene Verhalten der Auslöser für eine Verhaltensweise des Tieres. Und mit fachkundiger Anleitung ist das Problem schnell gelöst.

Katzen allein halten?

Der erste Mythos mit dem man aufräumen muss: Katzen sind naturgemäß keine Einzelgänger. Im Regelfall haben Sie gern Gesellschaft, speziell wenn es sich um reine Wohnungskatzen handelt, deren Menschen den ganzen Tag unterwegs sind. Bei der Anschaffung also gut überlegen, ob man nicht gleich zwei Stubentiger zusammenhält. Bei älteren Katzen sollte eine Vergesellschaftung wohlüberlegt und gut geplant in Angriff genommen werden, sonst schafft man sich mit der gutgemeinten Anschaffung eines Kumpels möglichweise erst recht Probleme. Wer etwas Gutes tun will, kann sich gleich ein eingespieltes Pärchen aus dem Tierheim holen.

Meine Katze bestraft mich

Der nächste Mythos hängt mit der Erziehung zusammen. Auch Katzen kann man erziehen, aber nicht wie einen Hund. Katzen sind neugierig und auf Abenteuer aus. Erziehung funktioniert dann, wenn sie spielerisch abläuft und dem Tier Spaß macht. Natürlich erzieht man auch einen Hund nicht durch Schläge, doch Katzen reagieren auf Strafen wie Nase in Häufchen stupsen oder verbale Zurechtweisung viel empfindlicher als Hunde. Mit zu viel Härte erreicht man bei ihnen genau das Gegenteil von dem, was man wollte. Viele Besitzer glauben, ihre Katze wolle sie für etwas "bestrafen". Aber Unsauberkeit resultiert beispielsweise oft daraus, dass die Katze eine unangenehme Situation mit Ihrem Katzenklo verbindet und es fortan meidet. Katzentoiletten müssen immer sauber sein und es sollte immer eine mehr da sein, als Katzen im Haus sind. Katzen sind saubere Tiere und reagieren auch auf Gerüche empfindlich. Eine ungereinigte Toilette kann dazu führen, dass das Geschäft dann eben woanders erledigt wird - vielleicht in den Schuhen, die irgendwo rumstehen.

Freigang ein Muss?

Ohne Zweifel ist eine Großstadt mit viel Autoverkehr nicht die richtige Umgebung für ein Tier das gern seine Umgebung erkundet. Aber es hat auch nicht jeder Katzenbesitzer die Möglichkeit in einem idyllischen Dorf im Grünen zu leben, in dem Samtpfote den lieben langen Tag stromern gehen kann. Außerdem können Krankheiten wie FIV eine Katze zu reinem Wohnungsleben verurteilen. Mit etwas Kreativität kann man auch dann ein artgerechtes Leben ermöglichen, indem man Verstecke, Klettermöglichkeiten und erhöhte Sitz- und Liegeflächen bietet. Auch ein robuster Kratzbaum ist angeraten, sonst schärft Kitty die Krallen an der Tapete. Falls ein Balkon vorhanden ist, kann man diesen durch ein Schutznetz absichern (sollte man unbedingt tun: glauben Sie dem Autor, früher oder später versuchen sie alle auf dem Geländer zu balancieren). Ein gesicherter Balkon, mit Kletter- und Liegemöglichkeiten ausgestattet, bietet gleich mehrere Vorteile: die Katze ist sicher, sie ist an der frischen Luft, sie kann sich alles von oben betrachten und sie kann ihre Neugier ausleben.   

Was braucht die Katze bzw. der Besitzer fürs Zusammenleben?

Folgende Dinge sollten Sie sich vor dem Einzug einer oder mehrerer Katzen zulegen:

Transportbox

Eine gute und stabile Transportbox ist esentiell. Am besten kann man den Deckel komplett abnehmen, denn geht es zum Tierarzt will die Katze erst nicht hinein und dann nicht hinaus. Außerdem sind Katzen wahre Entfesslungskünstler. Als Besitzer kann man oft nicht glauben, durch welche Ritzen und Öffnungen ein acht Kilo schwerer Kater durchpasst.

Katzentoilette und Streu

Ob mit oder ohne Deckel, darüber scheiden sich die Geister. Für den Menschen haben die Deckel Vorteile, für die Katzen sind sie oftmals der Grund, das Geschäft lieber woanders zu verrichten. Auch das Streu ist eine Wissenschaft für sich. Erfahrungswerte zeigen, viele Katzen mögen es nicht, wenn die Krümel zwischen den Pfoten hängen und als Besitzer mag man es auch nicht, wenn sie auf der Couch kleben. Hier muss man ein bisschen forschen, sollte aber auch nicht auf jeden Marketing-Gag anspringen.

Futternapf und Wasserschale

Auch hier sind viele Katzen wählerisch, sowohl beim Napf als auch dem Inhalt. Das Angebot an Nass- und Trockenfutter ist mittlerweile unüberschaubar und im Endeffekt muss man herausfinden, was der eigenen Katze schmeckt. Wichtig ist, beim Futter auf die Zusammensetzung zu achten. Bestimmte Zusätze brauchen Katzen, andere wiederum nicht. Hier kann man sich ein Beispiel an der menschlichen Ernährung nehmen. Uns schadet ein "Zuviel" an bestimmten Inhaltsstoffen und so ist es auch bei Tieren.

Mit der Anschaffung dieser Utensilien haben Sie die Grundausstattung. Alles weitere findet sich von selbst, da die Erfahrung zeigt, verschiedene Katzenschlaftkörbe, Decken, Spielzeuge, Leckerlies, Bürsten etc. etc. finden wie von selbst den Weg ins gemeinsame Heim und um es gleich zu sagen, sie können noch so schöne kuschelige Körbchen für die Katze besorgen, am liebsten liegen sie im Wäschekorb mit der Schmutzwäsche.

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