Je nachdem, wie man das Fahrzeug laden möchte, kann der Ladevorgang zwei bis vier Stunden dauern – über eine Haushaltssteckdose sogar bis zu acht Stunden. Neben der langsamen Ladezeit des Elektroautos stellt das Laden über die Steckdose zudem ein Sicherheitsrisiko dar – eine Wallbox für zu Hause ist definitiv die bessere Wahl für Ihr Auto. Wie lange es dauert ein Elektrofahrzeug zu laden und was es dabei zu beachten gibt, erklären wir Ihnen hier.
Inhaltsverzeichnis
Die Reichweite von Elektroautos
Wie lange ist die Ladezeit von E-Autos?
» Elektroauto an einer Haushaltssteckdose laden
» Aufladen an einer Wallbox
» Öffentliches Laden eines E-Autos
Wie kann man die Ladezeit von E-Autos berechnen?
Die wichtigsten Faktoren der Ladezeit von E-Autos
Die richtige Ladetechnik: Wechselstrom vs. Gleichstrom
Weitere häufig gestellte Fragen zum Thema Ladezeit von E-Autos
Die größte Sorge vieler potentieller Käufer ist die Reichweite von E-Autos. Während sich die Reichweite von E-Autos im Allgemeinen verbessert, hängt diese in der Praxis von verschiedenen Faktoren ab, wie zum Beispiel der Fahrweise oder dem Modell des Fahrzeuges. Für längere Fahrten, welche die Reichweite einer Ladung übersteigen, stellt sich vor allem die Frage, wie oft man das Elektroauto laden muss und wie lange die Ladezeit ist. Durch den Ausbau der Ladeinfrastruktur und die steigenden Batteriekapazitäten werden Langstrecken allerdings immer angenehmer mit einem Elektroauto zu fahren.
Die Ladedauer eines E-Autos hängt vor allem von der Batteriekapazität und der Ladeleistung ab. Zum Laden gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am schnellsten ist das Laden an einer Schnellladestation, mit einer Dauer von etwa 30 bis 60 Minuten. An einer normalen Ladesäule oder Wallbox zu Hause liegt die Ladezeit in der Regel zwischen zwei und sechs Stunden. Am langsamsten ist das Aufladen an der Haushaltssteckdose, dies kann über acht Stunden dauern.
Art der Ladesäule | Ladeleistung | Beschreibung | Ladedauer der Batterie |
---|---|---|---|
Haushaltssteckdose | Bis zu 3,6 kW | Langsames Laden an Steckdose im Haushalt (nur im Notfall empfohlen) | 8 bis 14 Stunden |
Wallbox für zu Hause | 3,6 bis 22 kW | Private Ladestation für das Eigenheim mit Steckverbindung für das Ladekabel | 2 bis 6 Stunden |
Öffentliche Ladesäule | Bis 43 kW | Öffentliche Ladestation mit Wechselstrom | 2 bis 4 Stunden |
Öffentliche Ladesäule | Ab 50 kW | Öffentliche Schnellladestation mit Gleichstrom | 30 bis 60 Minuten |
Prinzipiell können Sie Ihr Elektroauto an einer Haushaltssteckdose laden. Am sinnvollsten ist es, das E-Auto über Nacht an der Steckdose zu laden, da die Ladeleistung von Haushaltssteckdosen nur bis zu 3,6 kWh beträgt. Je nach Kapazität der Batterie des Elektroautos kann die Ladezeit weit über acht Stunden liegen. Abgesehen davon, dass die Ladegeschwindigkeit von E-Autos an Haushaltssteckdosen sehr langsam ist, sollten Sie vorsichtig mit dem Ladevorgang an der Steckdose sein. Ob die Steckdose die hohe Leistung über mehrere Stunden überhaupt aushält, sollte im Vorfeld von einer Fachperson überprüft werden. Aus diesen Gründen sollten Sie das Laden über die Haushaltssteckdose auch lediglich als Notlösung in Betracht ziehen – das Laden an einer öffentlichen Ladestation oder privaten Wallbox ist deutlich ratsamer.
Die meisten Besitzer laden ihr Elektroauto an ihrer eigenen E-Auto Ladestation zu Hause. Die Installation einer Wallbox kann problemlos zu Hause durchgeführt werden – egal ob Sie Ihr Elektroauto in der Garage, unter einem Carport oder an einem freistehenden Stellplatz laden möchten. Die meisten Ladesäulen für das Eigenheim haben eine Ladeleistung von 11 kW oder 22 kW. Damit wird die Ladezeit für die E-Auto Batterie im Vergleich zur Haushaltssteckdose enorm verringert. Die Ladezeit des E-Autos mit einer 11 kW Wallbox beträgt in etwa nur ein Drittel der Ladezeit mit einer Haushaltssteckdose – bei einer 22 kW Wallbox sogar nur ein Sechstel. Somit kommt man auf eine durchschnittliche Ladezeit von zwei bis sechs Stunden für ein E-Auto.
An öffentlichen Ladestationen gibt es zwei mögliche Ladetechniken: Ladesäulen mit Wechselstrom und Ladestationen mit Gleichstrom.
Bei Wallboxen, die zu Hause installiert werden, handelt es sich um Ladesäulen mit Wechselstrom. Die Ladestationen mit Wechselstrom im öffentlichen Netz haben allerdings „nur“ eine Leistung von bis zu ca. 43 kW – die meisten weisen eine Ladeleistung von 22 kW auf.
Bei Ladestationen mit Gleichstrom handelt es sich um Schnellladestationen, die – wie der Name bereits vermuten lässt – zum Schnellladen dienen. Diese Ladestationen verfügen über eine Ladeleistung von mindestens 50 kW. Die Dauer, ein E-Auto an einer Ladesäule mit Wechselstrom zu laden, beträgt etwa zwei bis vier Stunden – die Schnellladung hingegen kann oftmals schon nach nur 30 Minuten abgeschlossen sein.
Die Ladedauer eines E-Autos geben Hersteller in den technischen Unterlagen zum jeweiligen Modell an. Jedoch kann man die Ladezeit eines Elektroautos auch mit einer simplen Formel berechnen:
Ladezeit = Batteriekapazität (in kWh) / Ladeleistung (in kW)
Da hier nur die Kapazität der Batterie sowie die Ladeleistung berücksichtigt werden – und weitere relevante Faktoren außen vorgelassen werden – handelt es sich um eine Faustformel, keine exakte Berechnung.
Geht man von einem Elektroauto aus, dessen Batterie über eine Kapazität von 55 kWh verfügt und mit einer Ladeleistung von 11 kW aufgeladen wird, erhält man folgende Ladezeit:
55 kWh / 11 kW = 5 Stunden
Die Ladezeit in diesem Beispiel beträgt also fünf Stunden. Würde man dasselbe E-Auto mit einer Ladestation mit einer Leistung von 22 kW laden, halbiert sich die Ladezeit auf zwei Stunden und 30 Minuten. Bei einer Schnellladung an einer Schnellladestation mit 50 kW Ladeleistung beträgt die Ladedauer nur noch eine Stunde und sechs Minuten.
Die wichtigsten Faktoren für die Ladedauer sind die Kapazität des Akkus und die Ladeleistung der Ladestation – deswegen werden die beiden Werte auch in der Faustformel zum Berechnen der Ladezeit von E-Autos verwendet. Prinzipiell gilt, je größer der Akku ist, desto mehr Energie kann er speichern und die Ladezeit erhöht sich. Bei der Ladeleistung verhält sich das ganze umgekehrt – je höher die Ladeleistung, desto geringer ist die Ladedauer des E-Autos. Steckdosen laden mit einer Leistung von bis zu 3,6 kW, Wallboxen in der Regel mit bis zu 22 kW und bei der Schnellladung beträgt die Ladeleistung mindestens 50 kW.
Weitere Faktoren, welche die Ladezeit für Elektroautos beeinflussen, sind die Außentemperatur und der Ladestand des Akkus. Die Batterien von E-Autos sind optimiert für eine Außentemperatur von etwa 20 Grad Celsius. Ist es im Sommer deutlich wärmer oder im Winter deutlich kälter, kann sich die Ladedauer der Batterie erhöhen. Befindet sich der Ladestand des Akkus zwischen 20 und 80 Prozent, ist die Ladegeschwindigkeit des E-Autos am höchsten. Bei einem Ladestand über 80 oder unter 20 Prozent, verringert die Bordelektronik die Ladegeschwindigkeit automatisch, um Schäden am Akku zu vermeiden.
Sowohl das Aufladen von Elektroautos mit Wechselstrom (AC = alternating current) als auch das Laden mit Gleichstrom (DC = direct current) haben ihre eigenen Vor- und Nachteile. Während das Laden mit Wechselstrom bequem von zu Hause aus möglich und an öffentlichen Ladestationen weitverbreitet ist, spricht für das das Aufladen mit Gleichstrom vor allem der Luxus der Schnellladung.
Für jedes Elektroauto möglich
Relativ gut ausgebautes Netz an Ladestationen
Laden von zu Hause möglich
Längere Ladedauer
Für Langstrecken nicht gut geeignet
Kurze Ladezeit
Gut geeignet für Langstrecken
Meist teurere Tarife zum Aufladen
Nicht mit jedem Elektroauto möglich
Häufiges Schnellladen kann Akku schädigen