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«Mitarbeitende sollten nachhaltig denken»

Welches Mindset sollten Mitarbeitende, die in unser Asset Management kommen, mitbringen? Diese Frage klären wir mit Renate Schabus, Head Portfolio Management & Manager Selection. Die Antwort ist relativ simpel – oder eben doch nicht?

22. April 2021, Text: Senada Kadic, Foto: zVg. Renate Schabus

Frau sitzt im Garten
Renate Schabus, Head Portfolio Management and Manager Selection, sieht noch viel Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit – aber: Sie findet auch «der Weg ist das Ziel».

Liebe Renate, eine persönliche Frage vorweg: wieso hast du dich entschieden, Helvetia als Arbeitgeberin auszuwählen? Im Asset Management gibt es ja einige Karriere-Möglichkeiten, zum Beispiel auch bei einer Bank.

Für mich als Mitarbeiterin ist es zum einen sehr spannend, dass ich in einem Bereich arbeite, den ich mitgestalten kann. Es verändert sich viel, es entsteht viel Neues – hier kann man seine Ideen einbringen. Zum anderen haben wir im Asset Management bei Helvetia oft einen sehr langfristigen Horizont, was die Anlagen betrifft. Bei uns geht es nicht um kurzfristige Trading-Gewinne, was beispielsweise bei Banken oft viel zentraler ist. Die Langfristigkeit der Anlagen bedingt auch, dass wir uns stark mit dem Thema Nachhaltigkeit beim Anlegen beschäftigen.

Wie äussert sich das «nachhaltige Denken» im eurem Berufsalltag?

Bei uns im Portfolio Management äussert sich das so, dass wir bei jedem Anlageentscheid auch Umwelt-, Sozial- und Governance-Kriterien (auf Englisch Environmental, Social and Governance, kurz ESG) einfliessen lassen. Dabei orientieren wir uns an den ESG-Ratings des unabhängigen Anbieters MSCI, der mehr als 13'500 Unternehmen und Staaten in Bezug auf ihre Nachhaltigkeit bewertet. Wir werden anhand von 37 Kernthemen, die von Treibhausgasemissionen über Energieeffizienz, Governance und Arbeitssicherheit bis hin zu Korruption reichen, beurteilt. Auch das Thema «Dekarbonisierung» – sprich der CO2-Fussabdruck – wird uns immer intensiver beschäftigen. Das bedeutet, dass wir überlegen, wie wir mit CO2-intensiven Industrien wie z.B. der Kohleindustrie umgehen möchten. Die Auswirkungen auf Mensch und Umwelt in den nächsten Jahrzehnten gehen uns alle an. Gleichzeitig ist klar, dass von verschiedenen Seiten sehr viel Druck auf diese Industrien ausgeübt wird. Die Beurteilung der Werthaltigkeit dieser Anlagen spielt für uns daher eine zentrale Rolle.

Klingt im Fall von Kohle plausibel. Ist das immer so «einfach» oder ist es doch komplizierter als man denkt?

Du ahnst es – es ist etwas komplizierter. Denn die Frage ist oft: «Was versteht man genau unter Nachhaltigkeit?» Die Einstellung gegenüber Nachhaltigkeit hängt stark von der Definition ab. Auch die Wahl des Anbieters – bei uns MSCI – spielt eine Rolle. Deren Philosophie muss man genau verstehen und sich damit identifizieren können. Die verwendeten Kriterien und deren Gewichtung ergeben schlussendlich das Nachhaltigkeitsrating. So etwas wie einen «Industriestandard» gibt es nicht. Manche Anbieter gewichten beispielsweise kirchliche oder moralische Aspekte in ihrem Kriterienkatalog höher als andere. Daher ist es immer wieder eine Herausforderung, einheitlich «nachhaltig» zu denken.

Kannst du uns hier ein konkretes Beispiel geben?

Die Atomenergie ist ein gutes Beispiel. Aus CO2-Perspektive ist Atomenergie nachhaltig – aber würden wir sie deswegen als nachhaltig bezeichnen? Wohl kaum. Es gibt noch viele weitere solcher Dilemmas und deswegen brauchen wir Leute, die sich intensiv damit auseinandersetzen und für Helvetia laufend an der Nachhaltigkeitspolitik arbeiten.

Du bist seit 16 Jahren im Asset Management tätig. Wie hat sich die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit in der Branche entwickelt?

Die Berücksichtigung von ESG-Kriterien in Anlageentscheidungen hat in den letzten zehn Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Die Veränderungen in Umwelt, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft führen zu Risiken aber auch zu Chancen, die insbesondere bei einer langfristigen Ausrichtung der Kapitalanlagen eine entscheidende Rolle spielen. Zumindest in Europa kann und will sich heute kein grosser Asset Manager mehr dem Thema Nachhaltigkeit verschliessen.

Ist das für die Portfoliomanagerinnen und Portfoliomanager manchmal schwierig?

Bei Helvetia berücksichtigen wir ESG-Ratings schon seit Jahren in unserem Arbeitsalltag. Das beherrschen wir daher aus dem Effeff. Was den CO2-Fussabdruck betrifft sieht die Sache anders aus. Da ist noch ein Stück Weg zurückzulegen, um auch dieses Denken stärker zu verankern und in den täglichen Anlageentscheiden zu berücksichtigen. Da sind wir am Wissen und an den Erfahrungen unserer neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern interessiert. Wir haben beim Thema Nachhaltigkeit auf verschiedenen Ebenen noch zu tun und es entwickelt sich sehr viel in diesem Bereich. Der Weg ist hier das Ziel, denn der Weg dahin wird nie zu Ende sein. Ein ständiger Begleiter ist auch der technische Fortschritt. Mit der Digitalisierung kann man nachhaltiges Anlegen einfacher in den Arbeitsalltag integrieren und die Nachhaltigkeitskriterien rascher an veränderte Gegebenheiten anpassen.

Was bedeutet das konkret für euer Team? Wie hilft euch die Digitalisierung?

Das Team von Dominik Gurtner leistet einen wichtigen Beitrag. Sie bauen für uns die ideale Infrastruktur, damit wir noch effizienter und nachhaltiger arbeiten können. Es werden modernste Frontoffice-Lösungen für uns implementiert, um unsere Geschäfte möglichst automatisiert und effizient über Systeme abzuwickeln. Wir arbeiten bald mit einer zentralen Datenbank und haben dadurch alle die gleichen Informationen zur Verfügung. Das wird auch das nachhaltige Arbeiten vereinfachen.

Klingt nach einer grossen Herausforderung.

Das ist so – aber wir sind positiv gestimmt. Wir sind noch nicht in allen Bereichen da, wo wir sein wollen, aber wir geben alle unser Bestes, um gemeinsam unsere Ziele zu erreichen. Der Teamspirit stimmt und der Beitrag jedes Einzelnen ist wichtig und wird geschätzt. Auch das ist ein Grund, wieso ich bei Helvetia bin.

Willst auch du im Asset Management die Zukunft mitgestalten?

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