Das liebe Geld spielt bei der Gründung einer Firma und bei ihrem Ausbau eine zentrale Rolle. Ob für den Start oder gar davor schon ein Kredit das Richtige ist, ob es Investoren braucht, die sich am Unternehmen beteiligen, oder ob die Eigenmittel reichen, hängt von Ihrem konkreten Vorhaben ab. Ihr Finanzplan gibt Aufschluss darüber, welchen Finanzbedarf Sie für den Start und die ersten paar Jahre haben. Eine Designagentur lässt sich in der Regel aus eigenen Mitteln und «Krediten» von Familie und Freunden finanzieren. Wer als Produktionsbetrieb startet, braucht dagegen oft viel Kapital für Maschinen und Material. Die folgenden Kapitel zeigen Ihnen, wo und wie Sie Kapitalgeber finden.
Ob Sie einen Investor brauchen, hängt vom Kapitalbedarf Ihres Jungunternehmens und von Ihren eigenen Mitteln ab, die Sie einschiessen können und wollen. Die Höhe Ihres Kapitalbedarfs sollten Sie Ihrem Businessplan entnehmen können. Solange Sie den Finanzbedarf nicht kennen, müssen Sie noch nicht einmal über Investoren nachdenken. Wenn der Betrieb bereits aktiv ist und läuft, gibt die Investitionsplanung Aufschluss darüber, welche Ausgaben für die Weiterentwicklung künftig notwendig sind. Grundsätzlich gilt die Faustregel: Je höher der Kapital- und Investitionsbedarf, desto eher braucht es Investoren.
💡 Gut zu wissen
Einen Investor ins Boot zu holen, heisst, einen «Fremden» in der Firma zu haben, der oft auch noch Firmenanteile besitzt und zumindest teilweise mitentscheidet. Darum empfiehlt es sich, im Vorfeld genau zu prüfen, ob es einen Investor braucht oder ob es Alternativen bei der Kapitalbeschaffung gibt.
Je nach Entwicklungsstadium des Start-ups ändern sich der Finanzierungsbedarf und die Finanzierungswege. In der Seed-Phase, in der es vor allem um die Konkretisierung von Geschäftsmodell und Businessplan geht und die eigentliche Gründung vorbereitet wird, sind insbesondere externes Know-how, kritisches Feedback und Zugang zu Experten gefragt, der Kapitalbedarf bleibt jedoch überschaubar. In der Aufbauphase und erst recht in der Wachstumsphase wächst der Finanzbedarf schnell, aber auch die Bereitschaft, in ein Jungunternehmen zu investieren, weil die Erfolgsaussichten besser sind oder sich zumindest besser beurteilen lassen.
Eine weitere Liste möglicher Investoren finden Sie auf dem Schweizer Start-up-Radar startup.ch, einem Service von Venturelab. Nachfolgend stellen wir Ihnen die wichtigsten Arten von Investoren für Start-ups und Jungunternehmen vor.
Wenn einmal klar ist, welche Art von Investor zu Ihrem Vorhaben passt, sind Sie einen grossen Schritt weiter. Aber natürlich reicht das noch nicht. Denn nun stellt sich die Frage, wie und wo die Investoren zu finden sind. Bevor wir zu den Antworten kommen, müssen Sie wissen: Die Suche nach Investoren ist zeitaufwendig – und das in einer Phase, in der Sie mit der Firmengründung selbst mehr als ausreichend beschäftigt sind. Aber es gibt Mittel und Wege. Hier die wichtigsten.
Sie können potenzielle Investoren persönlich und direkt ansprechen. Das setzt voraus, dass Sie minutiös abklären, ob ein Investor oder ein Investitionsprogramm in Sachen Kapitalbedarf und Branchenkenntnis zu Ihrem Start-up passen. Tun sie es, stehen die Chancen sicher nicht schlecht.
Als einer der besten Wege, an mögliche Kapitalgeber heranzukommen, hat sich der Besuch von Events für Start-ups und Neugründungen erwiesen. Interessant sind unter anderem diese Veranstaltungen:
Die Teilnahme an Start-up-Wettbewerben ist ein weiterer Weg mit Potenzial, um Investorinnen und Investoren zu finden. An solchen Veranstaltungen werden nicht nur diese auf Sie aufmerksam, sondern auch Kunden und Geschäftspartner. Oft werden solche Veranstaltungen medial begleitet. Relevant sind folgende Wettbewerbe:
Es kommt selten vor, dass es bei einem der oben skizzierten Anlässe gleich zu Abschlussverhandlungen kommt. Typischer ist ein erstes Kennenlernen, ein sich Beschnuppern. In dieser Phase müssen Sie immer wieder Ihre Geschäftsidee präsentieren – ohne Unterlagen, ohne PowerPoint-Präsentation, mit wenig Zeit. Dabei ist es von essenzieller Bedeutung, dass Sie Ihre Geschäftsidee verständlich und auf das Zentrale reduziert zusammenfassen können. Sie müssen auf Knopfdruck Antworten auf die drei wichtigsten Fragen parat haben:
Hilfreich ist in der Phase des Erstkontakts ein «One Pager», der kurz und knackig die wichtigsten Informationen zum Unternehmen zusammenfasst und nicht mehr als eine Seite umfasst. Dieses Dokument soll Investorinnen und Investoren einen ersten Eindruck vermitteln und ihr Interesse wecken.
Werden Sie zu einem Präsentationstermin eingeladen, müssen Sie ein sogenanntes Pitch Deck erstellen. Dabei handelt es sich um eine Präsentation, die 10 bis 15 Seiten umfasst und Interessenten Detailinformationen zur Geschäftsidee vermittelt. Es lohnt sich, für diese Präsentation eine spannende Story zu entwickeln und ihre Erwartungen zu erfüllen. Denn es gilt, die Interessenten zu begeistern. Und nicht vergessen: Sie treten als Unternehmerin oder Unternehmer auf. Wie Sie sich im Detail auf die Präsentation vorbereiten und worauf Sie besonders achten sollten, erfahren Sie in unserem Artikel «Wie Sie Investoren überzeugen».
Wir haben für Sie eine Vorlage für das Pitch Deck entwickelt.