Der Deckungsbeitrag ist ein wichtiges Element zur Preisberechnung eines Produkts oder einer Dienstleistung. Zudem liefert er wichtige Informationen über die Performance einer Firma. Hier erfahren Sie, welche Arten des Deckungsbeitrags es gibt und wie man sie berechnet.
Der Deckungsbeitrag ist die Differenz zwischen dem Umsatz und den variablen Kosten einer Firma. Als Kenngrösse aus der Teilkostenrechnung zeigt er den Betrag, der für die Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht.
Die variablen Kosten ändern sich mit der Produktionsmenge und dem Beschäftigungsgrad, also der Auslastung von Maschinen und Personal. Je mehr produziert wird, desto grösser ist der Materialbedarf und desto mehr Maschinen und Personal braucht es. Die Fixkosten sind dagegen unabhängig von der Produktionsmenge. Sie bleiben gleich, egal, wie hoch der Output ist. Typische Beispiele dafür sind Raummieten und Gehaltskosten der Unternehmensverwaltung. Variable und fixe Kosten ergeben zusammen die Gesamtkosten. Die Differenz zwischen Fixkosten und Deckungsbeitrag nennt sich Betriebsergebnis und gibt einen Hinweis darauf, ob die Firma auf Gewinn- oder Verlustkurs ist. Mehr darüber finden Sie in unserem Blogbeitrag «Erfolgsrechnung: Zweck, Aufbau und Funktion».
Der Deckungsbeitrag ist ein wichtiges Instrument, um zu ermitteln, ob die Firma die Gewinnschwelle (Break-even-Point) erreicht hat, Gewinn oder Verlust erwirtschaftet. Die fixen Kosten sind die wichtigste Bezugsgrösse. Dabei gibt es drei Fälle:
Im Deckungsbeitrag stecken Informationen, die Antworten auf wichtige Fragen geben, wie:
Der Deckungsbeitrag kann pro Stück oder für alle Produkte zusammen ermittelt werden.
Stückdeckungsbeitrag: Er zeigt, wie viel ein einzelnes Stück – etwa ein Sandwich oder ein Stuhl – zur Deckung seiner Fixkosten beiträgt. Beispiel: Die (variablen) Herstellungskosten für ein Sandwich betragen 2.50 Franken, der Verkaufspreis liegt bei 6 Franken. Der Stückdeckungsbeitrag liegt also bei 3.50 Franken (6 Franken minus 2.50 Franken). Die Formel dazu:
Gesamtdeckungsbeitrag: Er gibt den Beitrag aller Produkte zur Deckung der fixen Kosten innerhalb eines bestimmten Zeitraums an. Dafür multipliziert man den Stückdeckungsbeitrag mit der Absatzmenge x. Beispiel: Die Sandwichbude von oben verkauft im Monat 1’500 Sandwiches. Der Gesamtdeckungsbeitrag liegt also bei 5’250 Franken (= 3.50 Franken × 1’500 Stück). Die Formel dazu:
Als weitere Variante kann der Deckungsbeitrag einer ganzen Produktlinie errechnet werden. Dazu wird der Stückdeckungsbeitrag der Produktlinie mit den verkauften Einheiten dieser Produktlinie multipliziert.
Zur Bestimmung der Deckungsbeiträge sind zwei Deckungsbeitragsrechnungen üblich: die einstufige und die mehrstufige Rechnung. Die einstufige Deckungsbeitragsrechnung macht Aussagen zur Rentabilität der Firma insgesamt. Sie ist in erster Linie interessant für allgemeine unternehmerische Entscheide. Mit der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung gelangt man zu wesentlich detaillierteren Angaben darüber, wie wirtschaftlich einzelne Produkte, Produktgruppen oder Geschäftsbereiche sind.