Die allgemeine Gurtpflicht wurde in Österreich am 15. Juli 1976 eingeführt. Allerdings gab es zu diesem Zeitpunkt noch keine Strafen für Verstöße. Erst ab dem 1. Juli 1984 wurde das Nicht-Anlegen des Sicherheitsgurts mit einer Organstrafverfügung geahndet. Damals betrug die Mindeststrafe 100 Schilling (rund 7 Euro).
Heute kostet das Fahren ohne Gurt 35 Euro, und wer ein Kind nicht ordnungsgemäß sichert (mit Gurt und passendem Kindersitz), riskiert mindestens 70 Euro Strafe sowie einen Eintrag ins Führerschein-Vormerksystem. Der theoretische Strafrahmen reicht bis zu 5.000 Euro.
Ja! In Österreich gilt die Gurtpflicht für alle Insassen eines Fahrzeugs, also für Fahrer, Beifahrer sowie Mitfahrende auf der Rückbank. Für die Einhaltung ist jede Person ab 14 Jahren selbst verantwortlich. Die Fahrerin bzw. der Fahrer hat keine rechtliche Verantwortung, wenn sich ältere Mitfahrende nicht anschnallen.
Die Gurtpflicht gilt nicht:
Nicht als Ausnahme anerkannt werden hingegen:
Im Zweifelsfall entscheiden die Gerichte individuell.
Kinder bis 14 Jahre müssen von der fahrzeugführenden Person gesichert werden. Je nach Körpergröße gelten folgende Regeln:
Moderne Fahrzeuge sind heute mit zahlreichen Sicherheitssystemen ausgestattet: von Airbags bis hin zu Assistenzsystemen. Doch diese können den Sicherheitsgurt nicht ersetzen. Im Gegenteil: Airbags sind darauf ausgelegt, gemeinsam mit dem angelegten Sicherheitsgurt zu schützen. Ohne Gurt kann der Airbag seine Schutzwirkung nicht vollständig entfalten und das Verletzungsrisiko steigt erheblich.
Hinzu kommt: Bereits bei einer Kollision mit 30 km/h wirken enorme Kräfte. Ein solcher Aufprall entspricht ungefähr einem Sturz aus vier Metern Höhe. Ohne Sicherheitsgurt ist es praktisch unmöglich, den Körper mit den eigenen Armen oder Beinen abzustützen.
Nicht zuletzt schützen Sicherheitsgurte nicht nur die Person, die ihn trägt. Ungesicherte Mitfahrende können bei einem Unfall mit großer Wucht durch den Fahrzeuginnenraum geschleudert werden und dadurch auch andere Insassen schwer verletzen.
Deshalb gilt auch 50 Jahre nach Einführung der Gurtpflicht: Der Sicherheitsgurt bleibt die einfachste und wirksamste Maßnahme, um das Risiko schwerer Verletzungen im Straßenverkehr deutlich zu reduzieren.
Die aktuellen Unfallzahlen zeigen, dass das Anschnallen nach wie vor Leben rettet:
Zusätzlich können ungesicherte Mitfahrende andere Insassen in Gefahr bringen: Bei einem Unfall können sie mit enormer Wucht gegen Sitze oder Mitfahrende prallen und schwere Verletzungen verursachen.
Sicherheitsgurte retten Leben. Als Autofahrerin oder Autofahrer trägt man eine große Verantwortung - für sich selbst und für alle Mitfahrenden. Also: Anschnallen nicht vergessen!