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Tipps

Sommerzeit ist Urlaubszeit – außer für Einbrecher

Der Traumurlaub ist vorüber, auf der Fahrt vom Flughafen nach Hause schwelgt man in Erinnerungen und sieht sich nochmal die Urlaubsfotos auf dem Smartphone an. Und dann kommt die Ernüchterung: die Wohnungstüre ist aufgebrochen – jemand hat sich Zugang zu den eigenen vier Wänden verschafft.

20. Juli 2016, Text: Ursula Czerny, Fotos: istock

Überall herrscht Chaos: durchwühlte Kleiderschränke, aufgebrochene Schreibtischschubladen, zerschlagenes Geschirr und aufgeschnittene Pölster und Matratzen. Bei einem Einbruch ist der materielle Schaden oft beträchtlich – aber ersetzbar. Das Schockerlebnis und der Verlust des Sicherheitsgefühls durch das Eindringen Krimineller in die eigene Privatsphäre kann hingegen schlimmere seelische Folgen haben als der materielle Verlust selbst.

Weniger Einbrüche, aber gleichzeitig niedrigere Aufklärungsraten

Wie schon die aktuelle Helvetia Wohnstudie zeigt, zählt Einbruch zu den 3 größten Wohnsorgen der Österreicherinnen und Österreicher. Die Zahl der Einbruchsdiebstähle in Wohnungen und Wohnhäuser in Österreich ging 2015 zwar um 20,6 Prozent zurück, die Hoffnung auf Aufspüren der Täter ist jedoch gering – die Aufklärungsrate liegt nur bei 7,6 Prozent.

In einer Studie des Kuratoriums Sicheres Österreich, wurde festgestellt, dass 65 Prozent der Einbrüche auf Spontantäter zurückzuführen sind. Also Personen, die nur zufällig vorbeikommen, und ohne lange Vorbereitung und Planung einbrechen. 35 Prozent sind demnach Profis, die eine gewisse Vorbereitungsphase haben und ihre Beutezüge besser planen. Die Spontantäter lassen sich mit relativ einfachen Mitteln von der Tat abhalten, aber auch Profis nehmen nicht jedes Risiko in Kauf. Die potenziellen Beutestücke sind nicht mehr vorwiegend Fernseher, Stereoanlagen oder Fotokameras, sondern vor allem alles, was leicht und schnell wegzuschaffen ist - Autoschlüssel, Bargeld, Pelze, Schmuck und Juwelen oder Kreditkarten.

Österreich das Einbruchs-Paradies

Die Österreicher machen es den Einbrechern oft ziemlich leicht. Volle Postkästen, gekippte Fenster und Billigtüren aus dem Baumarkt sind eine Einladung an finstere Gestalten. Sie schlagen gerne in der Dämmerung zwischen 17 und 21 Uhr zu, hebeln Terrassentüren aus, zertrümmern Fenster mit Vorschlaghämmern oder zwängen sich durch gekippte Kellerfenster.

Mit steigenden Temperaturen klettert auch die Kriminalitätsrate wieder in die Höhe. Statistisch betrachtet haben Einbrecher - neben dem Spätherbst (Stichwort Dämmerungseinbrüche) – vor allem in den Sommermonaten Hochsaison. Einbrecherbanden warten darauf, dass potenzielle Opfer in den Urlaub fahren.

So machen Sie es potenziellen Einbrechern besonders schwer:

Sicherheitstüren und Alarmanlagen

Eine einfache Eingangstüre kann von einem Einbrecher in wenigen Minuten geöffnet werden. Eine Sicherheitstüre, ist somit die wirksamste Barriere gegen Einbrecher. Bei der Auswahl der richtigen Türe helfen ÖNORM und die einzelnen Widerstandsklassen (WK1- niedrigster Schutz - bis WK6 – höchster Schutz) welche Auskunft darüber geben, wie lange es dauert, eine Tür oder ein Fenster zu öffnen bzw. welche Hilfsmittel ein Täter dazu braucht. Als Sicherheitstüren werden jene Türen bezeichnet, die nach ÖNORM B 5338 geprüft wurden (erkennbar am ÖN-Prüfzeichen). Viele Einbrecher lassen von einem Objekt sofort ab, wenn sie einem extra sicheren Türschloss gegenüberstehen. Und vor allem Alarmanlagen schlagen Täter in die Flucht. Vorsicht bei Attrappen, diese halten vielleicht Gelegenheitsdiebe von einem Einbruch ab, ein Profi ist aber mitunter in der Lage, Imitationen auch als solche zu erkennen.

Fenster geschlossen halten

Gekippte oder geöffnete Fenster sind eine Einladung – vor allem für Spontantäter. Mögliche Einstiegshilfen wie Leitern oder Werkzeuge sollten im Gebäudeinnern eingeschlossen sein.

Beliebtester Einstiegsort: Balkon oder Terrasse

Auch vermeintlich schwer zugängliche Balkon- oder Terrassentüren sollten wie auch Kellerfenster und Lichtschächte sowie leicht erreichbare Fenster entsprechend gesichert sein.

Die Garage nicht vergessen

Das Garagentor ist ebenfalls eine beliebte Möglichkeit für Einbrecher in das Haus zu gelangen; wenn die Garage direkt mit dem Haus verbunden ist, sollte auch das Tor entsprechend gesichert werden.
Briefkasten leeren
Bitten Sie Freunde oder Bekannte ihren Briefkasten regelmäßig zu leeren oder richten Sie sich ein Urlaubspostfach bei der Post ein – damit nicht offensichtlich ist, dass niemand zu Hause ist.

Vorsicht in sozialen Netzwerken

Kriminelle spionieren spätere Opfer gerne vorab im Internet aus. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihren Urlaub schon Wochen oder Monate im Vorhinein auf Facebook & Co. ankündigen wollen, denn mitunter gelangt diese Information an Leute, die darüber besser nicht Bescheid wüssten. Überprüfen Sie zumindest Ihre Sicherheitseinstellungen in sozialen Netzwerken, sodass nur Ihre Freunde Ihre Fotogrüße aus dem Urlaub sehen können, oder verzichten Sie ganz darauf.
Täuschen Sie Ihre Anwesenheit vor
Nutzen Sie Zeitschaltuhren, um mittels Voreinstellung das Licht zu gewissen Zeitpunkten einzuschalten. Bei längeren Abwesenheiten ist es sinnvoll, wenn Sie den Garten pflegen lassen (Pflanzen giessen, Rasen schneiden, Laub rechen etc.). So geben Sie vor zu Hause zu sein und schrecken Einbrecher ab.
Nachbarschaftshilfe
Aufmerksame Nachbarn sind das Um und Auf. Sie bemerken fremde bzw. auffällige Gestalten im Stiegenhaus oder in Ihrer Wohngegend? Sprechen Sie sie an und alarmieren Sie die Polizei.

Wenn trotz bester Sicherheitsvorkehrungen in Ihren vier Wänden eingebrochen wird und Sie den Täter vielleicht sogar dabei überraschen, denken Sie daran, materielle Güter sind ersetzbar, Ihre Gesundheit aber nicht. Spielen Sie nicht den Helden, sondern verlassen Sie sofort Ihre Wohnung und alarmieren Sie die Polizei. Um Ihren finanziellen Schaden kümmert sich Ihre Haushalt-/Eigenheimversicherung. Bei Helvetia profitieren Sie außerdem rund um die Uhr von unserer Soforthilfe im Rahmen unserer exklusiven Assistance Leistungen. Ein Anruf genügt und wir unterstützen Sie z.B. beim Sperren Ihrer Bankomat- und Kreditkarten, bei der Organisation eines Schlüsseldienstes oder anderer Handwerker und vieles mehr.

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