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Tiere und Kinder - Immer ein tolles Team?

Darf ich ein Haustier haben? Eltern fürchten die Frage. Doch früher oder später wird sie von fast allen Kindern gestellt. Dabei ist die Antwort eigentlich ganz einfach: Kinder sollten dann ein Haustier bekommen, wenn die Eltern eines haben wollen und die Kinder alt genug zu verstehen, welche Bedürfnisse das Tier hat. Warum das so ist, erklären wir im Artikel.

Text: Christiane Gagel Foto: iStock

Der Hamster als ideales Haustier?

Kaum wurde die Frage aller Fragen gestellt und der erste Schock hat sich gelegt, erinnern sich die meisten Eltern an ihre eigene Kindheit mit Haustier. Wie schön es immer war mit Haustieren. Und wie oft man "seinem" Tier Dinge anvertraut hat, wenn einem sonst niemand zuhören wollte. Stereotyp beginnt man zu grübeln, wie das ideale Haustier fürs eigene Kind denn aussehen könnte. Vielleicht erst mal ein kleines Tier, wie ein Hamster oder ein Meerschweinchen? So kann es spielerisch lernen Verantwortung zu übernehmen und mit denen muss man ja nicht Gassi gehen. Gut im Ansatz, es gibt nur leider einen Haken. Kleinnager wie Meerschweinchen oder Hamster sehen zwar niedlich und pflegeleicht aus, sind aber keine Kuscheltiere. Teilweise haben die Kleinnager komplexe soziale Strukturen und brauchen mehrere Artgenossen, damit sie artgerecht gehalten werden können. Oder sie sind zu ganz anderen Tageszeiten aktiv als die menschliche Gast-Familie. Hamster bspw. sind dämmerungsaktiv und legen dann große Strecken zurück. In Gefangenschaft tun sie das in einem Laufrad und zwar sehr ausdauernd. Deswegen folgt meistens schon in der zweiten Nacht die Frage, ob er im Kinderzimmer wirklich am besten untergebracht ist.

Pflegeleichte Meerschweinchen und kuschelige Hasen

Vor Einzug eines neuen Hausgenossen gilt also nicht nur zu prüfen, ob das Tier vom Aktivitätslevel zum Nachwuchs passt, sondern auch, was die eigene Lebenssituation für eine Tierhaltung hergibt. Grundsätzlich ist meistens klar, dass ein Pony für den dritten Stock in einer Mietwohnung in der Innenstadt nicht ganz so geeignet ist. Viele täuschen sich aber auch wieviel Platz ein durchschnittliches Zwergkaninchen benötigt. Um sein volles Verhaltensrepertoire zu zeigen und ihm damit eine artgerechte Haltung zu bieten, muss sein Gehege mehrere Quadratmeter umfassen und auch hier gilt - Kaninchen sind gesellig. Man sollte mindestens zwei davon halten, damit die Tiere sich wohlfühlen. Um dem Platzanspruch dann zu genügen, ist eine Haltung im Außengehege eigentlich das Beste. Die Vorstellung das Hässchen immer auf dem Arm zu kuscheln ist dementsprechend eher Wunschdenken des Menschen, als dass, was das Kaninchen für ein schönes Leben braucht.

Dann vielleicht ein Vogel?

Wellensittiche und andere Kleinpapageien sind wirklich wunderschöne Tiere und all die witzigen YouTube-Videos zeigen wie gelehrig und lustig sie als Hausgenossen sind. Aber es sind auch wieder gesellige Tiere. In Australien, wo die kleinen Minipapageien herkommen, leben die Tiere in Schwärmen von bis zu 2000 Vögeln. Und dass was sie am besten können ist nun mal fliegen. Das bedeutet vorneweg, dass die artgerechte Haltung eine Gruppe erfordert und Minimum ein ganzes Zimmer, damit diese ausreichend Platz zum Fliegen hat. Wer diesen Platz nicht bieten kann, sollte auf die Haltung verzichten, denn nichts ist trauriger, als einen verhaltensgestörten Wellensittich dabei zu beobachten, wie er verzweifelt versucht sein Spiegelbild zu füttern.

Die beliebtesten Haustiere der Deutschen: Hunde und Katzen

Katzen gelten mit kleinem Vorsprung (vor Hunden) als die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Sie sind tatsächlich relativ pflegeleicht und haben anders als Hamster oder Kaninchen eigentlich keine übermäßigen Haltungsansprüche. Man sollte jedoch nicht denken, dass sie deswegen das ideale Haustier fürs Kind sind. Denn sie sind eigensinnig und setzen ihren Willen gern durch. Außerdem möchten sie gern mal ihre Ruhe haben und machen ihrem Unmut über eine Störung durch kratzen oder beißen Luft. Für ein reibungsloses Zusammenleben von Familie und Katze muss man das akzeptieren.

Wenn man reine Wohnungshaltung bevorzugt, weil Freigang in der Stadt bspw. zu gefährlich ist, muss man in seiner Wohnung Möglichkeiten zum Ausleben des arttypischen Kletter- und Streun-Verhaltens bieten. Mit Freigang lebt die Katze also am besten, da sie hier nach Herzenslust stromern und jagen gehen kann. Häufig hat das zur Folge, dass sie nachts unterwegs ist und tagsüber schläft. Ungünstige Servicezeiten für Kinder. 

Hunde hingegen blicken auf eine lange Freundschaft mit Menschen zurück. Über Jahrtausende haben sie sich vom Nutztier zum Haustier des Menschen entwickelt. Doch das für was sie ursprünglich eingesetzt und genutzt wurden, steckt bei vielen Rassen noch in den Genen. Das führt häufig zu Problemen, weil das Jagdverhalten als Begleiter eines Jägers natürlich erwünscht ist, auf dem Kinderspielplatz aber zu Irritation auf beiden Seiten führt. Wer sich mit Hunden beschäftigt, erkennt, welche großartigen Leistungen Hunde in Bezug auf das Zusammenleben mit Menschen vollbringen. Sie haben quasi gelernt, unser Verhalten richtig zu lesen und zu interpretieren. Denn untereinander kommunizieren und verhalten sich Hunde ganz anders und nicht immer so, dass Menschen (speziell Kinder) sie verstehen.

Ein wichtiger Punkt im Zusammenleben mit dem Hund ist: er braucht klare Regeln und lebt eigentlich gern in einer Hierarchie, in der er nicht unbedingt der Chef ist. Das bedeutet nicht, dass man seinen Hund mit harter Hand erziehen muss. Aber er ist auch kein Ersatzkind, das man nebenher mitlaufen lässt, weil es sich quasi von allein erzieht. Die Tierheime sind leider voller armer Hunde, die aus einer Laune heraus während der Schwangerschaft angeschafft wurden. Oft war der Gedanke, wie schön es doch ist, wenn Hund und Kind miteinander groß werden. Irgendwann ziehen die völlig überforderten Besitzer die Reißleine, weil der Hund zum geifernden Monster an der Leine mutiert. Manchmal bleibt nur noch die Abgabe. Schlimm für den Hund und die Besitzer. Erst recht, wenn die Kinder schon alt genug sind, um zu verstehen, dass der geliebte Vierbeiner weggegeben wird.

Fazit: Tiere und Kinder sind ein tolles Gespann, wenn...

Ein Haustier ist eine tolle Sache für Kinder – wenn sich die Eltern darüber im Klaren sind, dass es ihre Verantwortung ist, dem Tier ein artgerechtes Leben zu ermöglichen und sie sich auch darum kümmern. Kinder haben, bei allen Beteuerungen im Vorfeld, bis zu einem bestimmten Alter meistens nicht den Überblick, was es bedeutet sich um ein Tier zu kümmern. Das bedeutet nicht, dass ein Kind nur die schönen Seiten wie kuscheln oder mit dem Tier spielen erleben sollte. Eltern sollten sie ganz bewusst auch bei Dingen wie Gassi oder zum Tierarzt bringen, Käfig säubern, Futtermittel einkaufen oder auch der Hundeerziehung einbeziehen. Dann lernen sie nicht nur am Besten, was es heißt Verantwortung zu übernehmen, sondern auch das ein Haustier ein Lebewesen mit eigenem Charakter und Bedürfnissen ist.

Apropos Tierarzt: Falls Sie doch weich geworden sind und sich um die finanziellen Folgen eines Tierarzt-Besuchs keine Sorgen machen wollen - wir bieten eine tolle Tierkrankenversicherung.

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