Wenn es um Gesundheit geht, denken viele zuerst an Sport, Ernährung oder den jährlichen Arzttermin. Doch ein Thema bleibt oft auf der Strecke – die mentale Gesundheit. Besonders bei Männern.
Nicola Heiniger, der bei Helvetia im Bereich Diversity Management arbeitet, findet, es ist höchste Zeit, dass wir offener über mentale Gesundheit sprechen. Im Beitrag erklärt er, warum Männergesundheit im Berufsalltag mehr Beachtung braucht und warum Offenheit eine Stärke ist.
Viele Männer sprechen auch heute noch zu selten über gesundheitliche oder psychische Belastungen. Oft werden Symptome ignoriert oder verharmlost – aus dem Bedürfnis heraus, stark und belastbar zu wirken.
Gerade im Arbeitskontext kann das schwerwiegende Folgen haben. Wenn Stress oder Erschöpfung über längere Zeit unbemerkt bleiben, leidet nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch das Wohlbefinden und das Teamklima.
In den letzten Jahren wird mentale Gesundheit im Berufsleben zwar häufiger thematisiert, doch Unterschiede bleiben. Frauen sprechen oft offener über Belastungen, während Männer noch zögern.
«Bei Männern scheint häufig noch ein gewisser Druck zu bestehen, Stärke und Kontrolle zu zeigen», sagt Nicola. «Das kann dazu führen, dass Warnzeichen eher verdrängt werden, was sich häufig in Stress, Zurückgezogenheit oder Wut äussert.»
«Wir Männer merken leider oft zu spät, dass etwas nicht stimmt – sei es psychisch oder körperlich. Stärke heisst nicht, alles auszuhalten, sondern ehrlich mit sich selbst zu sein.»
Wenn du merkst, dass du überfordert bist oder keine Energie mehr hast, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Signal deines Körpers, dass du auf dich achten solltest.
Du kennst dich selbst am besten. Deshalb ist es wichtig, immer wieder innezuhalten und dich ehrlich zu fragen: «Wie geht es mir eigentlich gerade?»
Nicola weiss, wie entscheidend diese Achtsamkeit ist: «In meinem persönlichen Umfeld habe ich erlebt, dass selbst Menschen mit grossem Wissen über psychische Gesundheit schwer erkrankten. Das zeigt, wie wichtig es ist, sich immer wieder selbst zu reflektieren – auch dann, wenn man glaubt, bereits genug zu wissen.»
Achte auf Warnsignale wie:
Wenn du solche Anzeichen bemerkst, sprich darüber – mit einem Kollegen, einer Freundin oder einer Vertrauensperson. Du musst nicht alles auf einmal erzählen. Aber dieser erste Schritt, das Ansprechen, kann unglaublich entlastend wirken.
Damit mentale Gesundheit kein Tabuthema bleibt – vor allem bei Männern – hilft es, wenn Führungskräfte und Mitarbeitende gemeinsam an einer offenen Kultur arbeiten.
Nicola nennt drei einfache, aber wirkungsvolle Ansätze:
Wir legen grossen Wert darauf, dass Mitarbeitende mental stark bleiben, das ganze Jahr über. Mit Kursen, E-Learnings und praxisnahen Angeboten fördern wir Achtsamkeit, Selbstreflexion und den gesunden Umgang mit Stress. Denn nur wer auf sich selbst schaut, kann auch für andere da sein.