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wohntraumstudie-2026-kapitel1

Lieber aufs Land, aber mit den Vorzügen der Stadt

Der Wohntraum der Schweizer Bevölkerung bleibt das Einfamilienhaus auf dem Land – unabhängig vom Alter. Wunsch und Realität klaffen insbesondere bei jungen Mieterinnen und Mietern in Städten auseinander. Was sie am Umziehen hindert, ist die Nähe zum Arbeitsplatz oder zum sozialen Umfeld. Dazu kommt die Tatsache, dass sie sich ihren Traum vom Eigenheim auch in den gut erschlossenen ländlichen Gebieten kaum mehr leisten können.

Wohntraum Nr. 1 bleibt das Einfamilienhaus auf dem Land 

Unabhängig von Alter und Immobilienbesitz

Die Schweizer Bevölkerung möchte nach wie vor am liebsten auf dem Land wohnen. Praktisch unverändert zum Vorjahr geben dies 43% der Befragten an. Und als Wohnobjekt wünscht man sich ein freistehendes Einfamilienhaus (50%). Dieser Traum ist unabhängig davon, ob man heute zur Miete wohnt oder Wohneigentum besitzt. Auch das Alter ändert an diesem Traum wenig. Einzig die Befragten im Alter von 25 bis 30 Jahren würden noch lieber in der Agglomeration wohnen als auf dem Land und bei den Befragten im Pensionsalter ist der Traum vom Einfamilienhaus auf dem Land deutlich weniger ausgeprägt. Bei ihnen erhält die Wohnung in der Agglomeration fast gleich viel Zustimmung.

Ein Viertel würde gerne woanders wohnen 

Arbeitsplatzangebot und Verstädterung führen zu Missverteilung

Es mag unverständlich klingen, dass die Städte wachsen und sich ländliche Regionen entvölkern, während die Wohnbevölkerung angibt, lieber auf dem Land als in der Stadt zu wohnen. Gerade in ländlichen Regionen wäre Wohnraum zu bezahlbareren Preisen vorhanden – sowohl zur Miete als auch zum Kauf. Der Widerspruch rührt daher, dass Städterinnen und Städter wegen der Nähe zum Arbeitsplatz oder dem sozialen Umfeld nicht umziehen oder sich ihren Traum vom Eigenheim auch in den gut erschlossenen ländlichen Gebieten oder in der Agglomeration kaum mehr leisten können. Zudem erfolgt die Zuwanderung arbeitsbedingt primär in Städte und Agglomerationen. Somit haben wir es in der Schweiz weniger mit einer Landflucht als vielmehr mit einer «Verstädterung» zu tun. 

lukas-vogt
«Die Wohnpräferenzen und die tatsächliche Entwicklung laufen in der Schweiz auseinander: Viele Menschen würden lieber ländlicher wohnen, ziehen aber wegen Arbeitsplätzen, Infrastruktur und sozialem Umfeld in die Zentren. So erleben wir weniger eine Landflucht als eine anhaltende Verstädterung.»
Lukas Vogt, CEO von MoneyPark

Die Hälfte bevorzugt eine andere Immobilienart

Immobilienpreise und Angebot drängen Bevölkerung in den falschen Immobilientyp

Die «Missverteilung» bei der Wohnumgebung ist deutlich geringer als beim Immobilientypen. Während der Entscheid für die Umgebung eher pragmatische Hintergründe hat, sind beim Immobilientypen primär das mangelnde Angebot und die hohen Preise Gründe dafür, dass viele nicht in dem Zuhause wohnen, das sie sich eigentlich wünschen. Das zeigt sich nicht zuletzt auch daran, dass die Mehrheit der sehr unzufriedenen Eigentümerinnen und Eigentümer in Reihen-Einfamilienhäusern oder Doppelhäusern wohnen, die sich in den letzten Jahren zu einem noch bezahlbaren Ersatz für ein Einfamilienhaus entwickelt haben. 

Der Preis dominiert immer mehr die Wahl des Zuhauses 

Inwiefern sind die abgebildeten Kriterien bei der Wahl eines Zuhauses entscheidend?  

Beim Entscheid für ein neues Zuhause gewinnt der Miet- bzw. Kaufpreis gegenüber den Vorjahren weiter an Relevanz (66%). Dieses Jahr sind sich Frauen und Männer einig. Letztes Jahr werteten Frauen mit 62% diesen Faktor noch leicht höher als Männer (59%). Praktisch alle Kriterien, ausser dem separaten Zimmer fürs Homeoffice (16% vs. 18%) und der Lademöglichkeit fürs E-Auto (5% vs. 9%), werden von den Frauen als etwas wichtiger angesehen als von Männern. Die grösste Differenz liegt beim Faktor Besonnung (37% vs. 27%), der insgesamt auf Platz 6 rangiert. 

Die Anbindung an den ÖV wird immer wichtiger 

Wenn Sie an die Lage Ihrer Traumimmobilie denken, was ist Ihnen da besonders wichtig?

Auch wenn der Preis schliesslich ausschlaggebend ist: Bei der Lage des Schweizer Wohntraums hat die Anbindung an den Öffentlichen Verkehr (64%) seit 2022 um 13 Prozentpunkte zugelegt und rangiert damit erstmals auf Rang 2.

  1. Ruhige Lage (66%)
  2. Gute ÖV-Anbindung (64%)
  3. Nähe zur Natur (63%)

Passend zum Aufstieg des Öffentlichen Verkehr verliert die Wichtigkeit von Parkplätzen (30%) zwei Ränge gegenüber 2022 und landet dieses Jahr erstmals auf Rang 11. Der Steuerfuss der Gemeinde (33%) war zwischenzeitlich auf Rang 6 geklettert und ist nun wieder wie 2022 auf Rang 8. Die Nähe zum Arbeitsplatz (36%) und die Nähe zur nächsten Stadt (31%) gewinnen gegenüber dem Vorjahr je einen Rang. Neben der Anbindung an den ÖV (64%) bleiben die ruhige Lage (66%) und die Nähe zur Natur (63%) besonders wichtig. Letztere hat bei Frauen einen höheren Stellenwert (67% vs. 60%) sowie auch die Nähe zum sozialen Umfeld (40% vs. 35%). Den Männern hingegen ist der Steuerfuss wichtiger (39% vs. 26%) und die Nähe zum Arbeitsplatz (38% vs. 33%).