Zwei Köpfe, ein Job – ist das wirklich doppelt so gut? Verena Zehner und Catherine Hess teilen sich bei Helvetia eine Stelle im Bereich Employee & Leadership Development und sagen ganz klar: Ja! Im Beitrag erzählen sie, wie ihr Tandem entstanden ist, was es im Alltag braucht und warum man sich ruhig öfter zu zweit bewerben sollte.
Sie sitzen nebeneinander, lehnen sich vor und fangen gleichzeitig an zu lachen. Keine fünf Minuten später wird deutlich: Diese beiden funktionieren als Team. Kennengelernt haben sich Verena und Catherine vor rund zehn Jahren in einem anderen Unternehmen. Schon damals war klar, dass die Chemie stimmte - fachlich wie menschlich. Als später eine Vollzeitstelle im Bereich Employee & Leadership Development bei Helvetia ausgeschrieben wurde, war das Interesse gross.
«Viele spannende Stellen sind auf 80 oder 100 % ausgeschrieben. Für uns stand schnell fest: Alleine wäre das zu viel, aber gemeinsam trauen wir uns das zu», erzählt Catherine. Also bewarben sie sich im Doppelpack und wurden auch gemeinsam zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Statt Skepsis trafen sie auf Neugier und Offenheit. Heute teilen sie sich die Stelle im Jobsharing.
Beide arbeiten 50 Prozent, überschneiden sich an rund eineinhalb Tagen pro Woche und vertreten sich gegenseitig. Grössere Projekte stemmen sie gemeinsam, kleinere Aufgaben sind klar verteilt.
Ein grosser Vorteil: Entscheidungen werden besser, weil zwei Perspektiven einfliessen. «Wir denken oft gleich, können aber auch ganz unterschiedliche Meinungen vertreten. Und genau das bringt Mehrwert», sagt Verena.
Klar ist: Jobsharing ist kein Selbstläufer. Es braucht Struktur, Vertrauen und gute Kommunikation.
Für Führungskräfte und externe Partner ist vor allem eines wichtig: Klarheit. „Wir kommunizieren immer, wer wofür zuständig ist. Das funktioniert bestens», so Verena. Auch die Chemie muss stimmen. Gleiche Werte, ähnlicher Anspruch an Effizienz und eine ähnliche Lebensrealität. Beide sind Mütter, beide arbeiten Teilzeit. «Wir nehmen uns nicht zu ernst. Und wir wissen, was wir aneinander haben. Das macht vieles einfacher», ergänzt Catherine lachend.
«Pragmatisch, effizient, humorvoll. So würden wir unser Tandem in drei Worten beschreiben.»
Für beide ist Jobsharing die ideale Lösung. Sie übernehmen Verantwortung, arbeiten an spannenden Aufgaben und bringen gleichzeitig Familie und Beruf unter einen Hut. Nach drei Jahren im Tandem wissen die beiden genau, worauf es ankommt.
Gemeinsame Zeit fix einplanen (physisch oder virtuell)
Lieber kurz, dafür öfter abstimmen
Verantwortlichkeit klar definieren und kommunizieren
Feedback geben und annehmen
Ein gemeinsames Ablagesystem nutzen
Infos für sich behalten
Aufgaben doppelt erledigen
Sich auf der Arbeit der anderen ausruhen
Erwarten, dass immer alles synchron läuft
Jobsharing ist mehr als eine Aufteilung von Stellenprozenten. Es bedeutet, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und sich gegenseitig zu vertrauen. Ja, es braucht Offenheit und das von allen Seiten. Unternehmen müssen sich trauen, Menschen auch zu zweit einzustellen. Und Tandems sollten den Mut haben, sichtbar aufzutreten. Der Tipp von Verena und Catherine: Augen offenhalten, mögliche Work Bestie suchen und einfach gemeinsam bewerben. Denn manchmal beginnen die besten Karrieren zu zweit.