Um die Schadstoff- und Feinstaubbelastung vor allem in städtischen Gebieten zu senken, sind in vielen europäischen Städten Umweltzonen eingerichtet worden. Das gilt für die Schweiz, aber auch für Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien und viele weitere Länder. Möchten Sie diese Umweltzonen befahren, müssen Sie Ihr Fahrzeug vorab mit einer Umweltplakette ausstatten. Sie gibt Auskunft über die Emissionen Ihres Fahrzeugs. Die örtliche Polizei kann so leicht erkennen, ob nur zulässige Fahrzeuge in der Umweltzone unterwegs sind.
Die genauen Regeln unterscheiden sich von Land zu Land. Liechtenstein beispielsweise verzichtet komplett auf Umweltzonen. In Deutschland gibt es eine grosse Anzahl fester Umweltzonen, während in Finnland und Dänemark landesweit Einschränkungen für bestimmte Fahrzeuge gelten. In Norwegen fallen hingegen je nach Schadstoffausstoss Gebühren an. Der Touring Club Schweiz bietet eine Übersicht über zahlreiche europäische Länder und ihre jeweiligen Umweltzonen.
Tipp: Verwechseln Sie die Umweltplakette nicht mit der Energieetikette. Letztere dient dazu, die Umweltfreundlichkeit von Fahrzeugen transparent darzustellen.
Der Einsatz von Umweltplaketten dient dem Schutz der Gesundheit und zeigt nachweislich bereits Erfolge. So werden in Zukunft vermutlich weitere Umweltzonen errichtet werden. Meist sind es Personenwagen, aber auch Klein- und Reisebusse, Wohnmobile und LKWs, die eine Umweltplakette brauchen. Teilweise sind auch Motorräder betroffen. Land- und forstwirtschaftliche Maschinen sowie Baustellenfahrzeuge sind weitgehend ausgenommen. Auch hier gilt: Informieren Sie sich im Zweifel spezifisch über das Land, das Sie bereisen möchten.
In manchen Ländern müssen Sie eine Gebühr zahlen, um in das Stadtzentrum einfahren zu dürfen. Anderorts wird die Umweltplakette nicht aktiv kontrolliert, jedoch können dennoch hohe Bussen anfallen, wenn die fehlende oder fehlerhafte Plakette bei einer Polizeikontrolle auffällt.
Unter dem Namen «Stick'AIR» wurde im Jahr 2019 die Schweizer Umweltplakette eingeführt. Es gibt sie für sechs verschiedene Kategorien, die mit unterschiedlichen Farben und Zeichen gekennzeichnet sind: Grün (E), Violett (1), Gelb (2), Orange (3), Braun (4) und Grau (5). Die Ziffern stehen für die Schadstoffklassen. Ausserdem wird in einem weissen Textfeld auf der Plakette eine Plakettenprüfnummer vermerkt.
Auch in der Schweiz sind bestimmte Fahrzeuge vom Fahrverbot ohne Umweltplakette ausgenommen. Dazu gehören beispielsweise Krankenwagen, Feuerwehr- und Polizeifahrzeuge sowie Müllwagen und Taxis.
In Deutschland gibt es mittlerweile rund 60 Umweltzonen, beispielsweise in Berlin, München, Düsseldorf und Köln. Jedoch brauchen Sie nur eine einzelne Umweltplakette, um alle diese Zonen befahren zu dürfen. Das ist fast ausschliesslich die grüne Umweltplakette – lediglich in Neu-Ulm in Bayern reicht die gelbe aus. Meist ist nicht die gesamte Stadt betroffen, sondern die Umweltzone befindet sich im Stadtinneren und wird gezielt ausgewiesen.
Auch in zahlreichen Regionen Frankreichs ist eine Umweltplakette vorgeschrieben. Das gilt unter anderem für Paris, Lyon, Grenoble, Lille, Toulouse, Marseille und Rennes. Verkehrsschilder weisen auf permanente (ZCR) und temporäre (ZPA) Umweltzonen hin. Die temporären Umweltzonen gelten, wie in der Schweiz, nur, wenn bestimmte Schadstoffwerte überschritten werden. Übrigens: Die französische Umweltplakette gilt auch in Genf.
In Italien gibt es zum einen Umweltzonen, in denen der Verkehr für motorisierte Fahrzeuge zeitweise ganz oder teilweise beschränkt wird, zum anderen erheben manche Städte eine Maut. Die Regelungen sind sehr unterschiedlich, weshalb Sie sich vor der Abreise immer direkt bei der jeweiligen Stadt informieren sollten. Zonen mit Verkehrsbeschränkungen («Zona a traffico limitato», kurz ZTL) finden Sie beispielsweise in Rom, Florenz, Pisa, Neapel, Verona, Bologna und Mailand.
Tipp: Wenn Sie mit Ihrem Fahrzeug Ihr Hotel erreichen möchten, fragen Sie dort nach einer kurzzeitigen Genehmigung. Diese erlaubt es Ihnen, auch ohne Umweltplakette in die jeweilige Zone einzufahren.
In Österreich brauchen sich Autofahrerinnen und -fahrer derzeit noch keine Gedanken um eine Umweltplakette zu machen: Betroffen sind momentan nur Lastkraftwagen (Fahrzeugklassen N und N1). Diese müssen für Umweltzonen in Wien, Oberösterreich, Niederösterreich, in der Steiermark, in Tirol, Linz und im Burgenland mit dem sogenannten Umwelt-Pickerl ausgestattet werden.
Achtung: Davon losgelöst besteht die Pflicht zur Vignette auf österreichischen Autobahnen und Schnellstrassen.